Direkt zum Inhalt...

rth.info

Faszination Luftrettung

rth.info - Faszination Luftrettungzur Startseite


DRF Luftrettung: EpiShuttles zum Schutz von Patienten und Crews

28.03.2020

Filderstadt (BWÜ) ::  Ab nächster Woche sind zwei Stationen der DRF Luftrettung in Deutschland mit sogenannten „EpiShuttles“, speziellen Isolationstragen, im Einsatz. Weitere acht Stationen sollen zeitnah folgen.

Die DRF Luftrettung investiert in den Schutz von Patienten und ihrer Crews, um auch in Zeiten des Corona-Virus Menschen in medizinischen Notsituationen weiterhin schnellstmöglich helfen zu können: Bereits in der kommenden Woche werden in einem ersten Schritt zwei 24-h-Stationen mit Isoliertragen, sogenannten „EpiShuttles“, ausgestattet. Weitere acht Stationen sollen zeitnah folgen. Durch den Einsatz der Tragen sparen die Crews nicht nur wertvolle Zeit, sondern sind auch optimal geschützt. Zudem sind die damit ausgestatteten Stationen schneller wieder einsatzbereit, da die besonders aufwändige Desinfektion des Hubschraubers nach Einsätzen mit Corona-Infizierten nicht notwendig ist. Immer mehr Menschen brauchen schnellstmöglich einen Intensivbeatmungsplatz, werden aber derzeit überwiegend bodengebunden transportiert, was Zeit kostet und damit Leben gefährden kann. Es ist leider davon auszugehen, dass dieser Bedarf in den kommenden Wochen stark zunehmen kann.

„Die innovativen ‚EpiShuttles‘ erlauben es, den Patienten wie in einer Isolierstation zu transportieren: Die Person liegt unter einer durchsichtigen Abdeckung, kann über luftdichte Zugänge an ein Intensivbeatmungsgerät angeschlossen sowie zeitgleich überwacht und behandelt werden. So fliegen wir Patienten schnell, absolut sicher und bestens überwacht in eine Klinik mit freiem Intensivbett mit Beatmung. Und unsere Crews sind vor einer Ansteckung noch besser als bisher geschützt und können ihre lebensrettenden Einsätze fortsetzen“,
erklärt der medizinische Leiter der DRF Luftrettung, Dr. med. Jörg Braun.

Die Kosten für ein „EpiShuttle“ liegen derzeit bei circa 40.000 Euro. „Die DRF Luftrettung hat sich dafür entschieden, diese wichtige Investition in das Leben und die Sicherheit von Patient und Crew zu investieren und würde sich sehr freuen, wenn Spender und Förderer diese derzeit so akute Maßnahme unterstützen. In Zeiten, in denen einmal mehr jede Minute entscheidet, möchten wir alles Mögliche tun, um für die Menschen und deren Leben da sein zu können“, erklärt Dr. Krystian Pracz, Vorstandvorsitzender der DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG, diese außerordentliche Investition.

Die innovativen „EpiShuttles“ erlauben es, den Patienten wie in einer Isolierstation zu transportieren

Die innovativen „EpiShuttles“ erlauben es, den Patienten wie in einer Isolierstation zu transportieren

Foto: EpiGuard

Zum Hintergrund:

Mehr und mehr Menschen stecken sich mit dem neuartigen Corona-Virus an. Die Zahl derer, die im Krankenhaus versorgt werden müssen, steigt sprunghaft. Um zu überleben, sind immer mehr Patienten auf ein Intensivbett mit Beatmung angewiesen. Doch schon jetzt haben die ersten Kliniken keine freien Beatmungsplätze mehr.

Die DRF Luftrettung ist in der Lage, bei Engpässen Patienten schnell und intensivmedizinisch beatmet in eine Klinik mit freiem Beatmungsbett zu fliegen. Doch der Transport von Corona-Infizierten stellt für die Crew ein hohes Risiko dar, denn der Innenraum der Hubschrauber ist eng, Pilot, Notfallsanitäter und Notarzt sind im direkten Kontakt mit den Patienten, drohen sich anzustecken. Deshalb müssen die Crews den Hubschrauber nach solchen Einsätzen besonders aufwändig desinfizieren. Mit den „EpiShuttles“ hat die DRF Luftrettung ab nächster Woche die Möglichkeit, ihre Crews und auch die Patienten einfacher und viel wirksamer zu schützen und damit sicherzustellen, auch in Zukunft voll einsatzfähig zu bleiben.

Die DRF Luftrettung ist in der Lage, bei Engpässen Patienten schnell und intensivmedizinisch
beatmet in eine Klinik mit freiem Beatmungsbett zu fliegen

Die DRF Luftrettung ist in der Lage, bei Engpässen Patienten schnell und intensivmedizinisch beatmet in eine Klinik mit freiem Beatmungsbett zu fliegen

Foto: EpiGuard

Nachrichten zu diesem Thema im Archiv

Autor

Info-Abschnitt überspringen

Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

Alle Fachbegriffe...