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Sinbronn: Spatenstich für neues Luftrettungszentrum

06.08.2014

Dinkelsbühl (BAY) ::  Mit einem symbolischen Spatenstich fiel am heutigen Mittwoch (06.08.2014) der offizielle Startschuss für den Bau der Luftrettungsstation in Dinkelsbühl-Sinbronn. Prominentester Teilnehmer und Fürsprecher war Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). “Der Baubeginn der 15. Luftrettungsstation am Flugplatz Dinkelsbühl-Sinbronn ist ein wichtiger Schritt zu einem engmaschigeren Luftrettungsnetz für Mittelfranken und Nordschwaben“, betonte Herrmann beim Spatenstich. Wäre es nach seinem Willen gegangen, dann hätte der 15. bayerische Rettungshubschrauber (RTH) seinen Dienst bereits Ende 2013 aufgenommen. Doch der Baubeginn der neuen Station und die Suche nach einem geeigneten Betreiber verzögerten sich immer wieder (rth.info berichtete mehrfach).

Auch die Kosten explodierten: Ging man anfangs noch von Gesamtkosten in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro aus, so war bereits im Februar 2014 abzusehen, dass diese auf rund vier Millionen Euro steigen würden. Der Freistaat trägt vereinbarungsgemäß allerdings nur 1,25 Millionen, die restliche Summe von rund 2,75 Millionen sollen je zur Hälfte die Krankenkassen sowie der ZRF AN bezahlen. Der Ansbacher Landrat Jürgen Ludwig (ebenfalls CSU) sieht allerdings die Krankenkassen als Kostenträger des Rettungsdienstes in der Pflicht, die komplette Refinanzierung der Kosten zu übernehmen. “Auch Versicherte im ländlichen Raum haben einen Anspruch auf angemessene Luftrettung. Darauf werde ich bestehen“, ergänzte er.

Bauherr der Luftrettungsstation ist der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Ansbach (ZRF AN), der das rund 7.000 Quadratmeter große Gelände im Vorjahr erworben hatte. Dort wird nun ein Hangar für den RTH gebaut. In einem Nebengebäude werden Aufenthalts- und Sozialräume für die RTH-Besatzung untergebracht sein. Der ZRF AN beauftragte im November 2013 die SIGMA PLAN ® WEIMAR GmbH mit der Planung der Luftrettungsstation am neuen Standort Dinkelsbühl-Sinbronn. Die Erschließung des rund 7.000 m² großen Grundstücks, das der ZRF AN erworben hat, ist vergleichsweise aufwändig, da ein bestehender Wirtschaftsweg ausgebaut sowie die Versorgungsleitungen zum Grundstück komplett neu verlegt werden müssen.

Parallel läuft zurzeit die Suche nach einem geeigneten Betreiber der Luftrettungsstation. Die EU-weite Ausschreibung der zunächst auf 60 Monate befristeten Dienstleistungskonzession endet am 29. September 2014 (rth.info berichtete am gestrigen Dienstag). Frühestens im August 2015 wird der RTH für Westmittelfranken und Nordschwaben abheben. Koordiniert wird er dann von der Integrierten Leitstelle (ILS) in Ansbach.

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Autor(en)
Jörn Fries

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