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ADAC Luftrettung

Auf einen Blick

Zahlen & Fakten

Anzahl Standorte*:
36
Beginn der Tätigkeit:
00.05.1982
Rechtsform
GmbH

* mit Profilseite auf rth.info

Die ADAC Luftrettung GmbH stellt mit ihren zahlreichen Rettungs- und Intensiv- Transporthubschraubern (RTH / ITH) eine der großen Säulen der deutschen Rettungsfliegerei dar. Der ADAC ist einer der Betreiber, die an der deutschen Zivilluftrettung seit deren Gründung mitgewirkt haben. Neben der Stationierung und dem dauerhaften Betrieb vieler RTH und ITH hat sich der ADAC in der Luftrettung durch zahlreiche Innovationen, wegweisende Pilotprojekte und Denkanstöße in der Luftrettung einen Namen gemacht.

ADAC Luftrettung im Einsatz

ADAC Luftrettung im Einsatz
Foto: Daniel Höser

Vorgeschichte der Luftrettung

60er Jahre: Problem Todeszahlen im Straßenverkehr

"Kolibri", der Bell JetRanger aus der Erprobungszeit

"Kolibri", der Bell JetRanger aus der Erprobungszeit
Foto: ADAC Presse

Der ADAC darf für sich in Anspruch nehmen, den Grundstein für die zivile Luftrettung in Deutschland mit der Stationierung von "Christoph 1" gelegt zu haben. Der Einstieg des ADAC in die Luftrettung resultierte aus den erschreckend ansteigenden Zahlen der Unfalltoten Ende der sechziger Jahre. Aufgrund der nach dem Krieg fast vollständig wiederhergestellten Infrastruktur und neueren, schnelleren Automobiltypen erhöhte sich die Verkehrsfrequenz und auch die Geschwindigkeit der Fahrzeuge enorm. Die Hersteller in der KFZ-Branche kamen mit der Entwicklung entsprechender neuer Sicherheitseinrichtungen für die Insassen der Fahrzeuge nicht nach. So kam es sehr oft infolge von Verkehrsunfällen zu schweren und schwersten Traumatisierungen der Opfer. Zudem war es dem noch strukturell eher schwachen Rettungsdienst und den Feuerwehren aufgrund der sich rasch bildenden Staus sowie oft nicht vorhandenen Standstreifen auf Autobahnen in vielen Fällen nicht möglich, die Einsatzstellen innerhalb einer medizinisch akzeptablen Zeitspanne zu erreichen. Als zusätzliche Schwierigkeiten ergaben sich die kaum vorhandenen notarztbesetzten Rettungsmittel und fehlende Gerätschaften zur adäquaten Patientenversorgung vor Ort. Oftmals fand eine medizinische Therapie durch einen Arzt erst zu einem späten Zeitpunkt am Unfallort statt - oder gar erst im aufnehmenden Krankenhaus. Angemerkt werden muss in diesem Zusammenhang, dass bei den Überlegungen zur Initiierung eines Luftrettungsdienstes der weniger 'spektakuläre' internistische Notfall in aller Regel deutlich weniger Beachtung bei den Überlegungen fand. Dieses Einsatzspektrum kam erst später mit dem massiven Auftreten von "Wohlstandskrankheiten" zu seiner heutigen Bedeutung. Doch richten wir unseren Blick zurück auf die Anfangszeit der Luftrettung.

Handlungsbedarf erkannt - Initiative ergriffen

Vor den geschilderten Problematiken im präklinischen westdeutschen Rettungswesen stand man, und auch der ADAC als größter Zusammenschluss der Autofahrer erkannte den dringenden Handlungsbedarf. Zunächst wurden erste Feldversuche mit gemieteten oder gecharterten Hubschraubern durchgeführt. Das Ziel: Einen Doktor zur Unfallstelle fliegen. Solche Feldversuche waren bereits auf privater Initiative mehrfach entstanden, doch verliefen diese ersten Projekte im Sand. Bis dato wurden lediglich sporadisch in Amtshilfe Hubschrauber des BGS und SAR-Maschinen für die zivile Rettung genutzt. Ständige (zivile) Hubschrauberstandorte für die Luftrettung waren nicht vorhanden.

Auf den Prototypen folgte Christoph 1 in München

Auf den Prototypen folgte Christoph 1 in München
Foto: Archiv Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

Schließlich führte auch der ADAC erste Pilotprojekte zur Luftrettung durch, um erste Resultate in der Praxis zu sehen. Ziel musste zunächst sein, überhaupt die möglichen Einsatzbereiche des Hubschraubers, die Funktionalität des Systems, die nötige Beladung des Drehflüglers und dergleichen auszuloten. Auch musste die Wirtschaftlichkeit des Rettungshubschraubers erst erprobt werden. Rund um München setzte man dafür einen "Kolibri" gerufenen Hubschrauber vom Typ Bell 206 A "Jet Ranger" ein. Als problematisch erwies sich die geringe Größe dieses Hubschraubers insofern, dass im Prinzip keine Möglichkeit zur (aus heutiger Sicht) adäquaten Unterbringung von Patienten gegeben war. Schon jetzt meldeten sich kritische Stimmen in der Republik, welche die Effizienz, Realisierbarkeit etc. des Luftrettungsdienstes anzweifelten. Nachdem die Pionierversuche jedoch durchweg positive Resultate erzielt hatten, schlug die Stunde zur Geburt der zivilen deutschen Rettungsfliegerei – kurze Zeit nachdem die Firma Bölkow das damals hochinnovative Hubschraubermuster BO 105 auf den deutschen Markt gebracht hatte. Der ADAC ließ sich von der hervorragenden Eignung des Hubschraubertyps für die Luftrettung überzeugen. Am 29.09.1970 stationierte man in München mit "Christoph 1" den ersten RTH Deutschlands. Verwendung fand die BO 105 A mit der Luftfahrzeug-Kennung "D-HILF".

Wie ein Automobilclub in die Luft ging

Dieser Hubschrauber verunfallte kaum ein Jahr später während eines Einsatzes schwer. Dabei kam der Notarzt ums Leben, Pilot und Sanitäter wurden schwer verletzt. Dies stellte für die noch allzu junge Luftrettung eine ihrer schwersten Krisen überhaupt dar. Bundeswehr und Bundesinnenministerium (BMI) konnten kurzfristig mit Ersatz-Maschinen aushelfen, und etwas später konnte der ADAC den Hubschrauber für "Christoph 1" wieder selbst stellen. In den darauf folgenden Jahren überließ der ADAC den Aufbau eines Netzes von RTH- Stützpunkten zunächst vorrangig dem BMI, aber später auch der am 06.09.1972 gegründeten Deutschen Rettungsflugwacht (DRF). Als sich jedoch etwa zehn Jahre nach der Einweihung von "Christoph 1" abzeichnete, dass die Errichtung weiterer Hubschrauber- Stationen des Katastrophenschutzes aufgrund der finanziellen Lage des Bundes nicht mehr möglich sein würde, engagierte sich auch der ADAC wieder aktiv bei der Einrichtung weiterer "Christoph"- Standorte: Auch die DRF hätte die noch bestehenden Lücken niemals allein schließen können. So wurde vom ADAC zunächst 1981 eine BO 105 CB in Bayreuth stationiert.

Mit der BK 117 setzte die ADAC Luftrettung ab 1984 ein weiteres, damals hochmodernes Fluggerät ein

Mit der BK 117 setzte die ADAC Luftrettung ab 1984 ein weiteres, damals hochmodernes Fluggerät ein
Foto: Michael Butz (Archiv)

Im Mai des Jahres 1982 überführte der ADAC seine Rettungsfliegerei in die Selbstständigkeit: In diesen Monat fiel die Gründung der Tochtergesellschaft "ADAC Luftrettung GmbH".

In den folgenden Jahren steckte der ADAC zunehmend mehr Geld in 'seine' Luftrettung und somit war es auch möglich, das Luftrettungsnetz noch engmaschiger werden zu lassen. 1984 kam dann der erste Hubschrauber des Typs MBB BK 117 in die Flotte. Dies resultierte aus der Forderung erhöhter Leistungsreserven sowie der notwendigen Erprobung neuer Hubschraubermuster bezüglich ihrer Eignung für den Einsatz in der Luftrettung. Die gesammelten Erfahrungen waren durchaus positiv. Weitere Maschinen dieses Typs wurden seither kontinuierlich beschafft. Dennoch betrieb die ADAC Luftrettung die meisten Stationen noch bis nach der Jahrtausendwende mit Helikoptern des Typs BO 105.

Kurz vor und nach der Wende: Projekte zum Ausbau der Luftrettung

Am 01.09.1987 schaffte es der ADAC in Zusammenarbeit mit einem US-amerikanischen Hubschrauber-Operator, in der deutschen Hauptstadt Berlin den RTH „Christoph 31" zu stationieren. Dieser RTH konnte nach erheblichem bürokratischen Aufwand seine Dienste in West-Berlin aufnehmen. Aufgrund der Teilung der Stadt in Sektoren kam es zu enormen Schwierigkeiten bei der Einrichtung dieses Standortes, bevor das Projekt schließlich doch realisiert werden konnte.

Zum Einsatz kam eine gelbe BO 105, die in dieser Form einzigartig gewesen sein dürfte: Ins Auge des Betrachters fiel neben dem hohen Kufengestell (wegen des ausschließlich von bebautem Gebiet geprägten Einsatzrevier) gleich auch die besondere Beschriftung sowie die US-Kennung. Die Omniflight Airways Inc. stellte aufgrund der damals noch bestehenden strikten Berliner Flugbetriebsbeschränkungen seitens der Alliierten den Helikopter sowie die Piloten und Techniker. Dass dieser sehr schwierige Betrieb mit all seinen Problemen aufgrund gravierender weltpolitischer Umstrukturierungen einige Jahre später durch einen mehr oder weniger "normalen" Betrieb im wieder vereinten Berlin ersetzt werden würde, wagte zur Zeit der Indienststellung des Hauptstadt-RTH wohl noch niemand zu träumen.

Bis 1990 konnte der ADAC von 36 westdeutschen RTH- Standorten acht sein Eigen nennen.

Einsatz im Todesstreifen: Christoph 31 kurz nach der Wiedervereinigung im ehemaligen Minengürtel Berlins

Einsatz im Todesstreifen: Christoph 31 kurz nach der Wiedervereinigung im ehemaligen Minengürtel Berlins
Foto: Johannes Dittrich (Archiv)

Nach der deutschen Wiedervereinigung kam es zu einer sehr weit reichenden Kooperation der ADAC Luftrettung mit der DRF, die so intensiv zuvor nicht betrieben wurde und nach der Normalisierung der politischen Verhältnisse in den 90er Jahren auch nicht mehr in diesem Umfang weitergeführt wurde. Während man sich zunächst in Kooperation an die Herausforderung des "Aufbau Ost" in Sachen Luftrettung machte, ging später jeder der beiden Betreiber tendenziell lieber wieder seinen eigenen Weg.

Einige Unikate gingen jedoch aus dieser Zeit des gemeinsamen Anpackens hervor: So beispielsweise eine Mil Mi 2 der ehemaligen Nationalen Volksarmee (NVA) der ex-DDR, die in gelb lackiert und mit den Logos von ADAC und DRF versehen wurde. So sollte sie in der Luftrettung fliegen. Dazu kam es jedoch nie. Richtig geflogen ist hingegen eine BO 105 der DRF als Entlastungsmaschine 1990 in München. Groß und deutlich trug sie auch das ADAC-Emblem auf den Seiten, da sie den überlasteten "Christoph 1" unterstützte. Doch das Pilotprojekt dauerte nur zweieinhalb Monate und wurde dann eingestellt.

Christoph 50 ist im Planungsstadium verblieben

Christoph 50 ist im Planungsstadium verblieben
Foto: Thomas Klemm - Team Christoph 33/71

Übernahme von zahlreichen Stationen des Bundes

Betrieb der ADAC im Jahr 1990 wie oben geschrieben 'nur' 8 Rettungshubschrauber, waren es 1999 bereits 18 Luftrettungsstationen, nicht eingerechnet vier Intensiv-Transporthubschrauber. Ausgerüstet durchweg mit den oben genannten modernen Baumustern. Von insgesamt über 750.000 Einsätzen der deutschen Rettungshubschrauber flog der ADAC immerhin an die 220.000 (Stand: 1999). Im Jahr 2007 waren es allein 39.516, 2011 wuchs die Anzahl auf 47.315.

Spitzenreiter aufgrund seines frühzeitigen und äußerst umfangreichen Engagements in der Primärluftrettung ist jedoch bei den Einsatzzahlen insgesamt das Bundesinnenministerium. Vom Bundesinnenministerium übernahm der ADAC ab 1995 insgesamt vier Stationen der Luftrettung und betreibt diese seither mit eigenen Hubschraubern: Saarbrücken, Straubing, Bremen und Wittlich. Da der Bund sein Engagement mit Zivilschutzhubschraubern aufgrund finanzieller und politischer Erwägungen noch immer reduzieren möchte, kommen Jahre später weitere Übernahmen von Stationen des Bundes durch die ADAC Luftrettung hinzu: Am 01.04.2005 war es die Station im nordrhein-westfälischgen Lünen (Kreis Unna). Darauf folgte der Beschluss, in Ludwigshafen im Mai 2006 einen entsprechenden Betreiberwechsel vorzunehmen.

Ãbernahme vom Bund: Sowohl in Wittlich (Aufnahmeort) als auch in Würselen (Beklebung der hier in Wittlich genutzten Ersatzmaschine)

Ãbernahme vom Bund: Sowohl in Wittlich (Aufnahmeort) als auch in Würselen (Beklebung der hier in Wittlich genutzten Ersatzmaschine)
Foto: Michael Butz (Archiv)

Auch mehrere SAR-Hubschrauberstationen der Luftwaffe hat die ADAC Luftrettung übernommen. Als eine der letzten Stationen wurde "SAR Neustrelitz 93" als "Christoph 48" an die ADAC Luftrettung übergeben. Zuvor schon hatte die ADAC Luftrettung den fliegerischen Betrieb des "SAR 75" in Ulm unter dem neuen Rufnamen "Christoph 22" übernommen. Die medizinische Besatzung blieb in diesem Fall jedoch die von der Bundeswehr. Somit handelt es sich um das zweite deutsche „Betreibermodell", bei dem der ADAC Hubschrauber sowie Piloten und die Bundeswehr Arzt und Rettungsassistenten bereitstellt. Dieses Modell hat sich als wegweisend bei der Sicherung der Zukunft von SAR-Standorten der Luftwaffe erwiesen. Früher wurden jedoch auch Stationen komplett vom ADAC übernommen, so zum Beispiel in Rheine und Würselen.

Die jüngste Akquisition der ADAC Luftrettung war zum 01.04.2012 die Station Bautzen in Sachsen, wo sie die 100%ige ADAC-Tochter "Elbe Helicopter" als Betreiber offiziell ablöste.

Flotte

Suche nach dem idealen Hubschraubertyp

Die MD 900 "Explorer" setzte einen weiteren Meilenstein in der technischen Entwicklung der ADAC-Flotte, setzte sich aber nicht langfristig durch

Die MD 900 "Explorer" setzte einen weiteren Meilenstein in der technischen Entwicklung der ADAC-Flotte, setzte sich aber nicht langfristig durch
Foto: Patrick Permien

1996 kam dann die erste Maschine vom Typ EC 135 in die Flotte. Dieses Muster hatte Eurocopter, die inzwischen entstandene Firmengruppe, 1994 auf den Markt gebracht. 1997 leaste der ADAC zwei amerikanische Hubschrauber des Typs MD 900 Explorer zu Testzwecken. Der ADAC war der zweite deutsche Luftrettungs-Betreiber, der dieses Muster einsetzte. Die Erprobung der MD 900 war eine Reaktion des ADAC auf die vermehrt auf den Markt kommenden neuen Hubschrauberprodukte. Dies mit dem langfristigen Ziel, sowohl einen geeigneten Nachfolger für die bewährte BO 105 CBS benennen zu können, und zweitens neben der BK 117 weitere Typen für ITH-Stationen zu testen, um auch hier einen vom Kosten-Nutzen-Vergleich her möglichst 'idealen' Hubschraubertyp vorzuhalten.

Neuestes Baumuster: Die EC 145

In jüngster Vergangenheit beschaffte die als gemeinnützig anerkannte ADAC Luftrettung GmbH zwei EC 145 (D-HLRG, D-HWVS) für den Einsatz als RTH im primär-sekundären Doppelnutzen (Mainz / RPF) sowie als ITH (Senftenberg / BRA). Somit darf die ADAC Luftrettung GmbH für sich in Anspruch nehmen, als erste Luftrettungsorganisation in Deutschland die EC 145 im Luftretungsdienst eingesetzt zu haben. Doch auch das "Team DRF" tut dies seit dem 13.11.2003 an einem Standort (München). Die EC 145, zur Zeit ihrer Anschaffung als innovatives, wegweisendes Fluggerät gesehen, muss sich derzeit bei ADAC und DRF bewähren. Immer wieder ist bislang jedoch von technischen Schwächen des Baumusters zu hören. Teilweise haben sich diese Schwierigkeiten vom Hersteller durch Nachbesserungen aus dem Weg räumen lassen. Geblieben ist allerdings in den ersten Einsatzjahren das Problem, dass die Leistung der EC 145 oftmals als zu schwach beurteilt wurde.

Inwiefern die bis 2011 bekannt gewordenen Verbesserungen der EC 145 die ADAC Luftrettung dazu bewegen werden, ihre Bestände an BK 117 durch EC 145 zu ersetzen, ist mit Stand Januar 2012 noch nicht abzusehen.

Gesamtbetrachtung

Im Hinblick auf die Flottenpolitik der ADAC Luftrettung bleibt festzuhalten, dass die Hubschrauber seit Außerdienststellung der letzten BO 105 CBS im März 2007 den neuen europäischen JAR-OPS 3 entsprechen. Alle BO 105 des ADAC wurden durch Maschinen des Typs EC 135 ersetzt. Seit Abschluss dieser Umstellung ist die ganze Hubschrauber-Flotte des ADAC konform zu den JAR-OPS 3. Seit Jahren schon kann der ADAC von sich sagen, eine der modernsten Helikopterflotten Deutschlands zu besitzen.

Einsatzbereitschaft

Die Hubschrauber der ADAC Luftrettung GmbH sind je nach Einsatzindikationen und nicht zuletzt dem Wetter etc. unterschiedlich lange einsatzbereit. Alle Hubschrauber sind mindestens einsatzbereit von Sonnenaufgang bis gen Abend (Sonnenuntergang oder sonstwie festgelegte Zeit) – solange das Wetter etc. es zulässt.

Gut Ding will Wartung haben - die ADAC Luftfahrt Technik GmbH übernimmt das

Gut Ding will Wartung haben - die ADAC Luftfahrt Technik GmbH übernimmt das
Foto: Alexander Mura

Sämtliche dieser Hubschrauber werden seit 1993 von der Air Lloyd Luftfahrt Technik GmbH (kurz ALT) gewartet und technisch betreut. Seit 1995 handelt es sich bei der ALT um eine Tochter des ADAC. Die ALT hat ihren Hauptsitz in Bonn-Hangelar und Außenstellen in Landshut (nordöstlich von München) sowie Halle- Oppin (bei Leipzig). Die ALT ist ein luftfahrttechnischer Betrieb, der nach JAR 145 der JAA zertifiziert ist. Halbjährlich müssen übrigens alle Piloten und Bordwarte der ADAC Luftrettung ihre Leistungsfähigkeit und Kompetenz unter Beweis stellen. Dies geschieht am Siegerlandflughafen. Ebenfalls werden regelmäßig die Besatzungsmitglieder von "Christoph Murnau", "Christoph 1" und seit 2003 "Christoph 26" im Umgang mit ihrer Rettungswinde geschult. Alle anderen RTH und ITH des ADAC fliegen standardmäßig ohne Winde. Bleibt noch die BK 117 "D-HSFB" zu erwähnen, die über einen Zusatztank verfügt und als ITH eingesetzt wird – zunächst lange Zeit in Senftenberg als "Christoph 71", mittlerweile jedoch vor allem in Greven am Flughafen Münster-Osnabrück als "Christoph Westfalen".

Grenzenlos aktiv

An den Standorten Würselen und Rheine führte der ADAC jeweils ein ganz besonderes und beachtenswertes Projekt ein: Christoph 21 und Christoph 24 wurden zu „Christoph Europa 1" und „~ 2", die in Zusammenarbeit mit niederländischen Behörden und Rettungskräften auch im angrenzenden Ausland eingesetzt werden. Seit 2002 engagiert sich der ADAC zudem in Kooperation mit dem österreichischen ÖAMTC bei dem grenzüberschreitenden Projekt "Christophorus Europa 3" in Suben, über das Sie sich in den Nachrichten im Archiv von rth.info ausführlich informieren können. Eine Verlängerung dieses zunächst auf ein Jahr Dauer befristeten Projektes wurde im Juli 2003 beschlossen. Es hat – im wörtlichen Sinne "mit Sicherheit" – zur dauerhaften Verbesserung des Rettungsdienstes in dieser Region beitragen können.

Einsatz in Ãsterreich und Bayern: ADAC-Maschinen fliegen grenzüberschreitend

Einsatz in Ãsterreich und Bayern: ADAC-Maschinen fliegen grenzüberschreitend
Foto: Harald Rieger

Beide beteiligten Betreiber stellen dabei im halbjährlichen Wechsel den Hubschrauber und den Piloten. Das bayerische und das österreichische Rote Kreuz stellen währenddessen die Rettungsassistenten. Der RTH (oder österreichisch "NAH" = Notarzthubschrauber) ist am Flugplatz Suben stationiert. Auch in Groningen (Niederlande) ist der ADAC in der Luftrettung aktiv. Für das niederländische Team des Trauma-Halikopters "Lifeliner Europa 4" stellt die deutsche Automobilclubtochter einen Hubschrauber mit deutscher Kennung (normalerweise D-HSAN). Der ADAC löste damit am Universitätsklinikum Groningen die MD 902 des niederländischen Hubschrauber-Operators "Schreiner" in der Luftrettung ab.

Nicht verschwiegen werden soll in diesem Text auch, dass die ADAC Luftrettung GmbH 1999/2000 Gründungsmitglied des EHAC e.V. ist. Es handelt sich bei dem European HEMS and Air Rescue Committee e.V. um einen Verein, der sich die gebündelte und kompetente Interessenvertretung der europäischen Luftrettungsoperatoren gegenüber der Politik und anderen Gremien / Institutionen zum Ziel gesetzt hat. Als Beispiel sei genannt, dass sich das EHAC e.V. es zur Aufgabe gemacht hat, eine für die Luftrettung möglichst sinnvolle Umsetzung der JAR-OPS 3 in die Praxis zu erreichen. Zudem ist es dem EHAC wichtig, europäische, einheitliche und sinnvolle (Qualitäts-) Standards soweit möglich in der Luftrettung einzuführen und die grenzüberschreitende Luftrettung (Projekte "Christoph Europa" u.ä.) zu fördern. Diese Beispiele seien als Einblick in die Anliegen des EHAC an dieser Stelle ausreichend. Weitere Gründungsmitglieder des EHAC waren die Automobilclubs von Österreich (ÖAMTC) und den Niederlanden (ANWB), welche ebenfalls in der Luftrettung aktiv sind. Mehr Informationen zum EHAC finden Sie unter www.ehac.net sowie im Buch "Luftrettung" von H. Scholl (zu beziehen über den SK-Verlag). Unter anderem diente letzteres Buch als Quelle für die Informationen in diesem Absatz.

Im Jahr 2000 wurde unter Beteiligung der ADAC Luftrettung die "EUCREW” gegründet - als internationales Schulungszentrum. Dabei arbeitete man mit dem Kreis Aachen, dem ANWB und dem TBC (aus Belgien) eng zusammen. Sitz von EUCREW ist am Flughafen Aachen / Merzbrück (Station von "Christoph Europa 1"). Die vorrangige Zielsetzung lautet, dass sich die an der grenzüberschreitenden Luftrettung im Dreiländereck Beteiligten mit den jeweiligen Besonderheiten der 'anderen' Rettungssysteme adäquat befassen können. Mehr Informationen zum Thema veröffentlichte der ADAC unter www.adac.de/luftrettung.

Schon lange hat sich der ADAC-Hubschrauberbetrieb in der deutschen Luftrettung einen festen Platz erarbeitet. Die "gelben Engel" sind nicht nur aus der KFZ-Pannenhilfe, sondern in besonderer Weise aus dem täglichen Notfallrettungswesen nicht mehr wegzudenken. Dabei wird die ADAC Luftrettung GmbH finanziell vom ADAC e.V. unterstützt.

HEMS Academy Bonn

Für die Fortbildung engagiert sich die ADAC Luftrettung mit ihrem 2009 fertig gestellten Schulungszentrum. Das steht in Bonn und trägt den Namen "HEMS Academy". Dort soll die fachlichen Aus- und Fortbildung der Luftretter in den unterschiedlichen fachlichen Disziplinen gewährleistet werden. Sowohl medizinische als auch fliegerische Anforderungen können durch entsprechende Trainingsräume und Simulationszentren trainiert werden.

Simulator im Trainingszentrum der ADAC HEMS Academy

Simulator im Trainingszentrum der ADAC HEMS Academy
Foto: ADAC Luftrettung, Public Affairs

Derzeit betriebene Standorte

Details zu den Stationen finden Sie in der rth.info-Stationsinfothek!