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Luftrettungsstation Angermünde offiziell eingeweiht

22.09.2015

Angermünde (BRB) ::  Im Rahmen eines Festakts wurde die Luftrettungsstation Angermünde am 21. September 2015 offiziell eingeweiht, rund hundert Gäste folgten der Einladung. Steffen Lutz, Vorstand der DRF Luftrettung, eröffnete den Festakt – jedoch in Abwesenheit der Besatzung, denn der Hubschrauber war kurz zuvor zu einem Notfall angefordert worden. Deutlicher hätte das Argument, wie dringend notwendig die Stationierung eines Rettungshubschraubers im Nordosten Brandenburgs war, nicht ausfallen können. Einen weiteren Beleg liefern die aktuellen Einsatzzahlen: Seit dem 1. August 2015 wurde „Christoph 64“ bereits über 230 Mal alarmiert.

„Am 1. August haben wir den Dienstbetrieb aufgenommen, weniger als ein Jahr nach dem Spatenstich. Wir alle hier in Angermünde arbeiten eng zusammen und verfolgen ein gemeinsames Ziel: Die notfallmedizinische Versorgung der Menschen in Brandenburg zu verbessern“, betonte Steffen Lutz in seiner Ansprache. „Die lange Laufzeit der Beauftragung von 25 Jahren hat uns die Sicherheit gegeben, für die Zukunft planen und bauen zu können. So sind wir mit einem besonders großen Hangar für die künftigen Entwicklungen in der Luftrettung gewappnet.“

Karl-Heinz Schröter, Minister des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, verwies auf die kreisübergreifende Bedeutung der Luftrettung zur Einhaltung der „Golden Hour“ bei bestimmen Krankheitsbildern wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch Dietmar Schulze, Landrat des Landkreises Uckermark, und Wolfgang Krakow, Bürgermeister der Stadt Angermünde, zeigten sich beeindruckt, dass „Christoph 64“ schon jetzt ein unverzichtbares Glied in der Rettungskette sei. Der letzte weiße Fleck in Brandenburg sei damit geschlossen, der Luftrettungsdienst flächendeckend sichergestellt.

Nach Einschätzung von Michael Domrös, Leiter der vdek-Landesvertretung Berlin/Brandenburg, sei es bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung nicht selbstverständlich, dass die neue Luftrettungsstation innerhalb eines Jahres und innerhalb des Kostenrahmens fertiggestellt worden sei. Er lobte die Teamleistung der DRF Luftrettung und dankte der gemeinnützig tätigen Organisation im Namen der vdek und ihrer Versicherten für ihre lebensrettende Arbeit.

Christoph 64

Die Luftrettungsstation Angermünde ist täglich von 7:00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit. „Christoph 64“ wird in der Notfallrettung als schneller Notarztzubringer eingesetzt. Notfallorte im Umkreis von 60 km kann der Hubschrauber in maximal 15 Minuten erreichen. Darüber hinaus ist die medizinisch voll ausgestattete Maschine für den Transport von Patienten optimal geeignet. Zum Einsatz kommt ein Hubschrauber des Typs EC 135.

Gerade in dünn besiedelten Regionen bietet die schnelle Notfallrettung aus der Luft häufig einen entscheidenden Zeitvorteil. Schwer erkrankte oder verletzte Patienten können so schneller notärztlich versorgt und in zur Behandlung optimal geeignete Kliniken transportiert werden. Die Luftrettung ist dabei immer Teil des regionalen Rettungssystems. Die Alarmierung von „Christoph 64“ erfolgt über die integrierte Regionalleitstelle Nord-Ost Eberswalde. Sein Einsatzgebiet liegt schwerpunktmäßig in den Landkreisen Barnim, Uckermark und Oberhavel.

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Original Pressemitteilung DRF Luftrettung

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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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