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RTH-Standort Angermünde: Im Osten nichts Neues

15.08.2012

Angermünde (BRB) ::  Vor auf den Tag genau einem Jahr berichtete rth.info unter dem Titel "Angermünde wird Rettungshubschrauber-Standort", dass sich in Sachen "Stationierung eines weiteren märkischen Rettungshubschraubers" im Nordosten Brandenburgs seit den ersten lokalen Zeitungsmeldungen im Oktober 2009 kaum etwas getan habe. Lediglich sei mit Angermünde zwischenzeitlich der künftige Standort des RTH benannt worden. rth.info nahm den Jahrestag zum Anlass, um das für die Luftrettung im Land Brandenburg zuständige Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (MUGV) um eine Stellungnahme zum aktuellen Sachstand zu bitten. rth.info liegt diese seit Freitag, 10. August 2012 vor. Wir zitieren hieraus:

"[V]ielen Dank für Ihre Anfrage, die wir folgendermaßen beantworten:
- In Auswertung eines Gutachtens zur Untersuchung der Luftrettungsstruktur in Brandenburg auf der Grundlage einer Ist-Analyse und einer Bedarfsanalyse ist die Entscheidung getroffen worden, dass zur qualitativen Verbesserung der Notfallrettung im Nordosten des Landes ein neuer Luftrettungsstandort mit integrierter Luftrettungsstation in Angermünde (Landkreis Uckermark) errichtet werden soll.
- Die notwendigen Eignungs- und Lärmgutachten, um bei der zuständigen Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg die Genehmigung zum Betrieb eines Hubschrauberlandeplatzes einholen zu können, liegen vor.
- Gespräche mit der genehmigungserteilenden Behörde (OLB Berlin-Brandenburg) folgen. Ob weitere Gutachten notwendig werden, wird das Genehmigungsverfahren zeigen."

Es drängt sich der Verdacht auf, dass die amtierende Gesundheitsministerin Anita Tack im zeitlichen Zusammenhang mit den brandenburgischen Landtagswahlen vom 27. September 2009 seinerzeit der uckermärkischen Bevölkerung ein Versprechen gegeben hat, das sie nicht einlösen kann. Denn wie sonst erklärt sich, dass bislang außer der Suche nach einem geeigneten Standort nichts weiteres unternommen wurde? Denn selbst die Genehmigung zum Betrieb eines Hubschrauberlandeplatzes wurde noch nicht einmal eingeholt.

rth.info wird das Bemühen um einen RTH-Standort in der Uckermark auch weiterhin kritisch-konstruktiv begleiten.

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Autor(en)
Jörn Fries

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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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