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Die ersten deutschen Hubschraubermuseen öffnen wieder – ein kurzer Überblick

04.06.2021

Ahlhorn und anderswo (NDS) :: 

Ahlhorn

“Alles neu macht der Mai“ heißt ein traditionelles Frühlingslied. Darin geht es um die vielfältigen Änderungen in der Natur, die den kalten und tristen Winter weit hinter sich hat liegen lassen. So erging es am letzten Samstag im “Wonnemonat“ Mai auch den Aktiven der Traditionsgemeinschaft Fliegerhorst Ahlhorn e. V. (TGFA). Die eingemotteten Exponate Bell UH-1D “70+96“ und die nun fertiggestellte Bristol 171 Sycamore “LC-105“ wurden aus ihrem Winterquartier geholt und vor dem künftigen Museum in unmittelbarer Nähe zum Werkstor des Metropolparks Hansalinie in Parkposition verankert (siehe rechts die verlinkte Website der TGFA). Das komplett neu eingerichtete Museum der TGFA ist momentan noch geschlossen, soll aber bereits in wenigen Tagen öffnen. Offene Fragen des Brandschutzes und andere wichtige Dinge seien noch abschließend zu klären, wie der Vorsitzende der TGFA, Peter Pasternak, auf Anfrage von rth.info heute Vormittag (04.06.2021) mitteilte. Also am besten in den nächsten Tagen einfach immer mal wieder auf die schön gestaltete und sehr informative Website der TGFA schauen (Link wie oben beschrieben).

Ein neuer Blickfang in Ahlhorn: die Sycamore “LC-105“ der TGFA

Ein neuer Blickfang in Ahlhorn: die Sycamore “LC-105“ der TGFA

Foto: Peter Pasternak

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Bückeburg

Indes hat das Hubschraubermuseum in der niedersächsischen Residenzstadt Bückeburg überraschenderweise bereits seit dem gestrigen Fronleichnamstag (03.06.2021) geöffnet. Eigentlich hätten Kerstin und Dieter Bals erst zum Wochenende 5./6. Juni öffnen wollen, zumal Fronleichnam in Niedersachsen ja kein gesetzlicher Feiertag ist, aber auf Bitten der Stadt öffnete man das auch in COVID-19-Zeiten weiter ausgebaute Hubschraubermuseum bereits gestern früh um 10 Uhr für das allgemeine Publikum.

Die Bell UH-1D “70+51“ macht in Bälde Platz für die sonderlackierte “73+08“, die zurzeit noch ihre Goodbye-Huey-Tour absolviert

Die Bell UH-1D “70+51“ macht in Bälde Platz für die sonderlackierte “73+08“, die zurzeit noch ihre Goodbye-Huey-Tour absolviert

Foto: Jörn Fries

Luca- und Corona-Warn-App sowie handschriftlich auszufüllende Nachweise, dazu die obligatorische AHA-Regeln (mindestens 1, 5 Meter Abstand halten, Händedesinfektion und weitere Hygienemaßnahmen durchführen sowie das Tragen von Alltagsmasken in Form von FFP2 oder medizinischen Masken) reichten angesichts der rapide gesunkenen Inzidenzwerte im Landkreis Schaumburg-Lippe aus. Und die ersten Besucherinnen und Besucher aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen ließen nicht lange auf sich warten. Eine eindeutige Beschilderung bzw. Markierungen an Wand und Boden sowie Flatterband leiteten so durch die umfangreiche Sammlung. Vorerst ist das Museum nur an den Wochenenden geöffnet; kurzfristige Änderungen vorbehalten. Auch hier hilft sicherlich ein Blick auf die schön gestaltete Website (siehe Weblink im Kontextbereich dieser News).

Und diese wird schon in Bälde noch größer. Nach Abschluss der Goodbye-Huey-Tour, deren Ende für den 26. Juni vorgesehen ist, wird die besonders lackierte Bell UH-1D “73+08“ über den “Umweg“ Internationales Hubschrauberausbildungszentrum in Achum ihren Weg in den ersten Stock des Bückeburger Hubschraubermuseums finden – als Exponat der Techniksammlung der Heeresflieger. Dafür verlässt die bisherige Huey ihren angestammten Platz, bleibt aber den Bückeburgern erhalten. Zudem wird in den nächsten Wochen die SA 365 C3 “D-HAAK“ der Firma Heli-Flight ein weiterer Blickfang für das Museum werden. Der einst als Intensivtransporthubschrauber (ITH) “Christoph Reichelsheim“ mit interesseanter Vorkarriere eingesetzte weiß-rote “Vogel“ macht deutlich, dass das Museum mehr ist als nur die Lehrsammlung der Heeresflieger und so wird das Museum seinem neuen Motto noch mehr gerecht: “Die Welt des Vertikalflugs“. In einem gesonderten Beitrag wird rth.info über den Weg der “Dauphin“ von Reichelsheim in der Wetterau nach Bückeburg berichten. Zu sehen gibt es im Bückeburger Hubschraubermuseum schon jetzt folgende “Rettungsflieger“: Neben der Bell UH-1D sind das u. a. ebenfalls eine Bristol Sycamore in SAR-Ausführung, eine US-amerikanische Kaman HH-43 “Husky“, eine Piasecki/Boeing-Vertol H-43 und und und.

Wernigerode

Das Luftfahrtmuseum Wernigerode (Sachsen-Anhalt) öffnet am morgigen Samstag (05.06.2021) seine Pforten – und zwar ab dann täglich von 10 bis 18 Uhr. Auch hier ist weder eine Voranmeldung noch ein gültiger Corona-Test nötig. Neben einer BO 105 in Zivilschutz-Ausführung zeigt der Helikopter-Hangar H3 weitere interessante Exponate. Aktuelle Infos rund um das Museum und die COVID-19-Lage kann man auch hier dem Weblink im Kontextbereich dieser News entnehmen.

Früher als ZSH "Christoph 15" in Straubing im Einsatz – jetzt im Ruhestand im Luftfahrtmuseum in Wernigerode

Früher als ZSH "Christoph 15" in Straubing im Einsatz – jetzt im Ruhestand im Luftfahrtmuseum in Wernigerode

Foto: Jörn Fries

Hermeskeil

Last but not least sei auf die Flugausstellung Junior in Hermeskeil (Rheinland-Pfalz) verwiesen. Die Sammlung ist bis Allerheiligen (01.11.2021) täglich durchgehend von 10 bis 17 Uhr geöffnet, auch an Feiertagen. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ist allerdings – so steht es momentan auf der Website – zusätzlich eine Voranmeldung des Besuches zwingend erforderlich; Interessenten müssen dafür das auf der Website der Ausstellung verlinkte Anmeldeformular nutzen. Auch hier gilt: Wir leben in und mit der Lage, kurzfristige Änderungen vorbehalten. Zu sehen gibt es in Hermeskeil u. a. die Bell UH-1D in oranger Zivilschutz-Version, wie sie in Hannover (“Christoph 4“) und in Wittlich (“Christoph 10“) jahrelang flog.

Auch in Brandenburg an der Havel kam nach der politischen Wende die Bell UH-1D – als ZSH “Christoph 35“ – zum Einsatz

Auch in Brandenburg an der Havel kam nach der politischen Wende die Bell UH-1D – als ZSH “Christoph 35“ – zum Einsatz

Foto: Felix Troschier

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Wir danken für Unterstützung:
allen Beteiligten, die dafür gesorgt haben, dass in diesen ersten Junitagen diese interessanten Museen wieder öffnen können

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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