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ZRF Nürnberg schreibt Gestellung und Betrieb des RTH “Christoph 27“ aus

21.10.2020

Nürnberg (BAY) ::  Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Nürnberg hat Anfang Oktober die Gestellung und den Betrieb des Rettungshubschraubers (RTH) “Christoph 27“ am Flughafen Nürnberg ausgeschrieben. Es handelt sich hierbei um eine Dienstleistungskonzession. Mit Schreiben vom 05.10.2020 hat der ZRF die Ausschreibung auf den einschlägigen Plattform veröffentlicht. Abgabetermin für die Unterlagen ist der 18.12.2020. Die Bindefrist für die Erstangebote endet am 30.06.2021. Der ZRF beabsichtigt, den Zuschlag auf das wirtschaftlichste Erstangebot zu erteilen, behält sich laut Ausschreibungsunterlagen allerdings vor, ggf. Nachverhandlungen mit allen Bietern zu führen. Bietergemeinschaften sind ausdrücklich zugelassen.

Kurze Vertragslaufzeit

“Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nürnberg [...] beabsichtigt, eine Dienstleistungskonzession zur Gestellung und zum Betrieb eines RTH am Standort Flughafen Nürnberg für den voraussichtlichen Zeitraum vom 01.10.2021 bis zum 31.03.2025 zu vergeben“, so steht es in den rth.info vorliegenden Unterlagen. Eine Verlängerung ist nicht vorgesehen.

Die kurze Vertragslaufzeit ist der Tatsache geschuldet, dass die Vertragslaufzeit des ebenfalls am Flughafen Nürnberg stationierten Intensivtransporthubschraubers (ITH) “Christoph Nürnberg“ am 31.03.2025 endet. Derzeit stellt die DRF Luftrettung beide Nürnberger Luftrettungsmittel: Seit April 1998 wird die RTH-Station “Christoph 27“ von der DRF Luftrettung betrieben. Es kommt zurzeit eine EC 135 mit Rettungswinde zum Einsatz. Als ITH “Christoph Nürnberg“ wird von ihr seit April 2015 eine H145 eingesetzt.

Der ZRF will durch die Synchronisierung der Laufzeiten erreichen, “dass die Konzessionen für beide Hubschrauber künftig (und erstmalig zum 01.04.2025) gemeinsam vergeben werden. Dann kann die Doppelstation künftig aus einer Hand betrieben werden, um mögliche wirtschaftliche und betriebliche Synergieeffekte realisieren zu können.“ Für beide Luftrettungsmittel plant die DRF Luftrettung die Fertigstellung einer neuen Doppelstation frühestens für den 01.10.2021. Im Frühjahr hatte der ZRF die Dienstleistungskonzession für den RTH “Christoph 27“ entsprechend verlängert.

Da die Finanzierung der künftigen Doppelstation durch die Sozialversicherungsträger erfolgt, hat die DRF Luftrettung einem möglichen Nachfolger diese kostenneutral zu übergeben. Der ZRF geht allerdings derzeit davon aus, dass die Inbetriebnahme der neuen Doppelstation erst zwischen dem 30.11.2022 und März 2023 erfolgen kann, der RTH “Christoph 27“ also vorerst von der jetzigen Station aus betrieben wird. Der RTH ist täglich von Sonnenaufgang (frühestens ab 7:00 Uhr) bis Sonnenuntergang einsatzbereit vorzuhalten.

ZRF Nürnberg setzt weiter auf EC 135

Als Einsatzmaschine wird vom ZRF eine EC 135 oder ein vergleichbarer Hubschraubertyp gefordert. Der RTH muss mit einer für das Flugmuster zugelassenen Rettungswinde und allen für Bergungseinsätze mit Rettungswinden notwendigen Einrichtungen ausgestattet sein.

Der ZRF Nürnberg schreibt die Gestellung und den Betrieb des RTH “Christoph 27“ für den Zeitraum 01.10.2021-31.03.2025 aus

Der ZRF Nürnberg schreibt die Gestellung und den Betrieb des RTH “Christoph 27“ für den Zeitraum 01.10.2021-31.03.2025 aus

Foto: Jürgen Handrich

Bei planbaren wartungsbedingten Ausfällen hat der Auftragnehmer unverzüglich einen Hubschrauber gleichen Musters mit identischer Ausstattung und Ausrüstung zur Aufrechterhaltung der Luftrettung am Standort bereitzustellen, bei unerwarteten Ausfällen des Hubschraubers muss dieser in der Lage sein, einen Hubschrauber gleichen Musters mit identischer Ausstattung und Ausrüstung (mit Ausnahme der Rettungswinde) zur Aufrechterhaltung der Luftrettung am Standort innerhalb von vier Stunden bereitzustellen.

Weitere Informationen zu der Ausschreibung können den externen Links im Kontextbereich dieser News entnommen werden.

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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