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FJS Helikopter Lufttransport

Die Firma FJS Helikopter Lufttransport GmbH ist ein privates Unternehmen, das seine Dienstleistungen speziell auf kommerzielle Services im Bereich der Hubschrauberluftfahrt fokussiert hat. In der bekannten öffentlich-rechtlichen Luftrettung ist FJS nicht aktiv, keiner ihrer Hubschrauber trägt den Rufnamen "Christoph". Allerdings stellt FJS bei Bedarf an verschiedenen Standorten Hubschrauber bereit, die im Bedarfsfall mit einer medizinischen Ausrüstung zu so genannten "Ambulanzhubschraubern" umgebaut werden können.

FJS Ambulanzhubschrauber

FJS Ambulanzhubschrauber

Foto: Christian Bremer

Ambulanzhubschrauber

Ein Hubschrauber des Typs AS 350 BA von der Fa. FJS

Ein Hubschrauber des Typs AS 350 BA von der Fa. FJS

Foto: Christian Bremer

Mit medizinischer Besatzung werden sie dann vorrangig dazu eingesetzt, Patienten luftgebunden zu verlegen. Solche Einsätze sind aus medizinischer Sicht in der Regel deutlich weniger dringend indiziert als Intensivverlegungen im herkömmlichen Sinne, die von ständig einsatzbereiten Intensiv- Transporthubschraubern abgewickelt werden.

Das bedeutet, dass der Zustand der Patienten typischerweise stabiler ist als im Intensivtransport bzw. eine erhebliche Verschlechterung des Zustandes während des Transportes deutlich weniger wahrscheinlich ist.

Der Hubschrauber mit der Kennung D-HHMV von FJS hebt in Trollenhagen vom Boden ab

Der Hubschrauber mit der Kennung D-HHMV von FJS hebt in Trollenhagen vom Boden ab

Foto: Christian Bremer

Standorte und Flotte

Die Firma FJS ist in Damme ansässig und unterhält Standorte für Hubschrauber, die als Ambulanzhubschrauber ausgerüstet und eingesetzt werden können, am Flugplatz Pinnow bei Schwerin und am Flugplatz Trollenhagen bei Neubrandenburg (beide MVP). Den Betrieb des Standortes Schwerin übernahm die Firma in den 1990ern von der Firma TeutoAir. Sie setzt in Pinnow und Trollenhagen (dort unter dem Rufnamen "Rettung Neubrandenburg 1/84/1") jeweils Hubschrauber des Typs AS 350 B, BA, oder B2 ein. Diese wurden von Aérospatiale in Frankreich entwickelt und werden mittlerweile von der deutsch-französischen Unternehmensgruppe und EADS-Tochter Eurocopter betreut und vertrieben. Das Baumuster ist im Vergleich zu etablierten Hubschraubern auf dem Sektor des deutschen Intensivtransportes (z.B. BK 117 oder Bell 412) deutlich kleiner und bietet dementsprechend weniger Platz für Crew und Patient. Die Konfiguration einer AS 350 von FJS für den medizinischen Verlegungseinsatz finden Sie hier exemplarisch bildlich dokumentiert.

Ein tödlicher Flugunfall im Ambulanzflugbetrieb der Fa. FJS Helikopter ereignete sich am 25.02.2005 in Görslow bei Schwerin (rth.info berichtete, siehe Artikel vom 25.02.05). Dabei stürzte die AS 350 BA mit der Kennung "D-HJIM" auf einen schneebedeckten Acker. Der Pilot kam hierbei ums Leben, eine mitfliegende Rettungsassistentin wurde leicht verletzt. Der eingesetzte Hubschrauber wurde zerstört.

Leistungen

Zu seinem medizinischen Leistungsspektrum zählt FJS Patientenverlegungen, Rückholungen, sowie den Transport von medizinischen Fachkräften und Organen. Auch Einsätze, deren Ziel im Ausland liegt, könnten abgewickelt werden. Möglich sei auch der Transport von Inkubatoren und beatmeten Patienten, wobei der FJS-Homepage nicht zu entnehmen ist, wie differenziert die Beatmungsmuster sein können.

FJS gibt online an, seit 1994 im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern "Ambulanzflüge mit Genehmigung des Sozialministeriums" durchzuführen. Im Bundesland Niedersachsen sei man im Besitz einer "Genehmigung zur Durchführung von Krankentransporten." Mit den Krankenkassen der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen bestünden schriftliche Kostenvereinbarungen, so FJS.

Fachliche Nichtanerkennung

Ein Hubschrauber des Typs AS 350 BA von der Fa. FJS, hier im Einsatz am Krankenhaus Güstrow

Ein Hubschrauber des Typs AS 350 BA von der Fa. FJS, hier im Einsatz am Krankenhaus Güstrow

Foto: Christian Bremer

Bemerkenswert in Bezug auf Ambulanzhubschrauber ist deren Nichtanerkennung seitens fachlich- medizinisch relevanter Gremien wie etwa der Konsensgruppe Luftrettung des Ausschusses Rettungswesen, die feststellte:

"Die Frage, ob es die Einsatzart Krankentransporte in der Luftrettung gibt und sich hierfür aus medizinischer Sicht sachgerechte Strukturen und Indikationen beschreiben lassen, ist eindeutig zu verneinen!"

Sie kam zu dem Schluss:

"Grundsätzlich ist derzeit davon auszugehen, dass wenn es die Einsatzart des nicht-dringlichen Krankentransportes (in der Luftrettung, d. Verf.) überhaupt gibt, das entsprechende Einsatzaufkommen in jedem Fall so gering ist, dass hierfür keine eigenständige Vorhaltung notwendig und bedarfsgerecht ist."

Wohl nicht zuletzt deswegen bietet FJS seine Dienste gerade auch Selbstzahlern und privaten Klinikbetreibern an.

Anmerkungen

  • rth.info hat bei FJS mehrfach weiter gehendes Informationsmaterial angefordert, um noch differenzierter über die medizinischen Transportdienstleistungen der Firma berichten zu können. Dieses Informationsmaterial wurde bis heute leider nicht zugestellt. Sie können jedoch selbst versuchen, Informationen abzufordern. FJS bietet ein entsprechendes Formular an unter der Adresse www.fjs-helicopter.de/content/main.php3?tpl=kontakt
  • Das Team von www.rth.info ist für externe verlinkte Inhalte nicht verantwortlich.

Letzte Textänderung: 06.03.2016

Derzeit betriebene Standorte

Details zu den Stationen finden Sie in der rth.info-Stationsinfothek!

Name Ort
AHS Damme
AHS Damme
Damme
AHS Pinnow
AHS Pinnow
Schwerin
Name Ort

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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