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BFU-Untersuchungsbericht zu Kollision einer EC 135 der DRF Luftrettung mit einer Piper

13.11.2021

Speyer (RPF) ::  In einem Artikel weist die Zeitung “Die Rheinpfalz“ diese Woche darauf hin, dass die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in ihrem Berichtsmonat Oktober ihre Untersuchungsergebnisse zu einem Absturz aus dem Jahr 2018 vorgelegt hat. An diesem Absturz waren ein Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung sowie ein Flugzeug des Typs Piper beteiligt, die sich beide auf einem Schulungsflug befunden hatten. Der BFU-Autor geht davon aus, dass die DRF-Besatzung ein Notverfahren trainiert habe.

Der Untersuchungsbericht ist wie üblich öffentlich einsehbar und dient der Vermeidung künftiger Unfälle, nicht jedoch z.B. der Ermittlung von Schuldigen. Im Wesentlichen führt der Untersuchungsbericht aus, dass beide Luftfahrzeugbesatzungen durch ihre unterschiedlichen jeweiligen Aufgaben im Sichtflug kurz vor der Kollision in besonderem Maße gefordert gewesen seien und es nur ein kurzes Zeitfenster gegeben habe, in dem überhaupt Sichtkontakt bestanden habe. So stellt der Autor in Anbetracht weiterer Umstände und Unfalldaten fest dass es zu der Kollision kam, da die Hubschrauberbesatzung das Flugzeug im Anflug nicht sah und die Flugzeugbesatzung den Hubschrauber zu spät erkannte und ihr eingeleitetes Ausweichmanöver misslang. Eine Kette von unglücklichen Ereignissen, Gegebenheiten und Einschränkungen führte zur Annäherung und letztendlich zur Kollision.

Betreffs der Rolle der Rettungshubschrauber-Piloten stellte die BFU zudem fest:

Die Kollision mit der Piper ereignete sich für sie mit Sicherheit völlig unerwartet. Es konnte von der BFU nicht geklärt werden, ob sie aufgrund des Hinweises des Flugleiters, sowie des Mithörens des Funkverkehrs, aktiv Ausschau nach dem Flugzeug gehalten haben. Da die Piper nicht über eine FLARM-Aussendung verfügte, konnte das Kollisionswarngerät [der EC 135 P2+] den Verkehr nicht erkennen und nicht optisch auf dem Navigationsdisplay darstellen.

Ein Vertikalprofil der Flugwege konnte die BFU jedoch anhand der Kombination aus Radar- und FLARM-Daten erstellen.

Zu der Wetterlage zum Unglückszeitpunkt rund um den Verkehrslandeplatz Speyer zitiert die BFU aus einem Gutachten des Deutschen Wetterdienstes (DWD): Am Unfallort herrschte gutes Flugwetter, dort haben die Wetterverhältnisse den Flug nicht beeinträchtigt.

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