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Zwischenbericht zum Hubschrauber-Absturz am Großglockner

16.08.2018

Kärnten (A) ::  Nach dem Absturz des Notarzthubschraubers „Martin 4“ der Firma Heli Tirol am 1. August 2017 liegt nun fast ein Jahr später ein Zwischenbericht des Verkehrsministeriums vor.

Wie die Presse „der Kurier“ berichtet, hebt der Bericht zwei Unregelmäßigkeiten an der Maschine hervor. Demnach sei die Wartungsfrist an der „MD 902 Explorer“ zum Unfallzeitpunkt seit drei Tagen überschritten gewesen. Darüber hinaus sei am Heck der Maschine eine falsche Abklebung der oberen Einlassrampe festgestellt worden. Letzteres könne ein Produktionsfehler sein, heißt es weiter.

Der Firmenchef Roy Knaus äußerte sich in einem sozialen Netzwerk und betonte erneut, dass sich der Hubschrauber in einem einwandfreien, technischen Zustand befunden hätte. Die unabsichtlich nicht eingehaltene Wartungsfrist sei zwar unerfreulich, hätte aber nicht zum Unfall beigetragen. Das rotorlose Notar-System des Heckauslegers sei im Juni 2017 fristgerecht gewartet worden. Auch die falsche Abklebung habe keinen Einfluss auf die volle Leistungsfähigkeit der Maschine gehabt, erklärt der Firmenchef weiter. Gleichzeitig kritisiert Knaus in seinen Beiträgen den Kurier scharf und nennt den veröffentlichten Artikel einen „[...] reisserischen, kreditschädigenden Bericht“.

Außerdem erklärt Knaus, dass bezüglich der Gewichtsberechnungen im Bericht kleine Fehler unterlaufen seien, welche von der Presse zum Teil auch falsch interpretiert worden seien. Vielmehr solle man darauf aufmerksam machen, dass an der „Stüdlhütte“, bei der es sich um die höchst gelegene Hütte Österreichs handele, kein befestigter Landeplatz vorhanden sei, was ein Sicherheitsrisiko für alle Luftrettungsbetreiber darstelle. Entladen von Besatzung oder Material als Sicherheitspuffer sei somit nicht möglich.

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MST
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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

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Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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