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Thüringer Allgemeine: Ende von SAR 89 ist offiziell

12.03.2010

Erfurt (THÜ) ::  Die Thüringer Allgemeine Zeitung hat sich von der Bundeswehr den Abzug von "SAR Erfurt 89" von seinem Kommando bestätigen lassen. "SAR 89" ist bzw. war der Helikopter der Luftwaffe, der für den mitteldeutschen Raum um Erfurt für Luftnotfälle als Such- und Rettungseinheit bereitstand (rth.info berichtete in dieser Woche). Zu der Standortschließung holte der Redakteur ein Statement von der Bundeswehr und dem Landesministerium ein, und präsentiert die Ergebnisse in einem aktuellen Artikel wie folgt:

"Als Gerücht kursierte die Nachricht seit Wochenanfang durch die städtischen Krankenhäuser und das Amt für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Schulturzucken unterdessen im Thüringer Innenministerium: 'Uns liegt bisher keine Information vor', ließ Karin Bruchmann von der Pressestelle wissen. Auf Nachfrage bestätigte die Bundeswehr gestern aber gegenüber unserer Zeitung den Abzug ihres Helikopters vom Flughafen in Bindersleben. 'Temporär werden verschiedene Standorte nicht mehr besetzt', sagte Oberstleutnant Thilo Engels, der im Lufttransportkommando Münster Zuständige für das SAR-Geschwader. Eine Rückkehr an den Standort Erfurt sei zwar nicht ausgeschlossen, doch deutet vieles auf einen endgültigen Abflug hin. Hintergrund des Abzugs von SAR 89 seien Umstrukturierungen in der Bundeswehr, in die auch andere Standorte einbezogen sind, erklärte der Oberstleutnant."

Ob mit dem Verweis auf "verschiedene Standorte" außer Erfurt und den beiden von der Marine betreuten SAR-Kommandos Warnemünde und Helgoland auch noch weitere Kommandos gemeint sind, ließ der Bericht offen. Die Marine hat schon geraume Zeit Schwierigkeiten, den SAR-Dienst mit zwei Maschinen rund um die Uhr im Nord- und Ostseeraum sicherzustellen. Deswegen operiert sie meistens nur noch mit einem einzigen Hubschrauber von Kiel aus, der von dort aus das gesamte deutsche Küstengebiet versorgen muss.

Die Bundeswehr hat sich aus der zivilen Luftrettung zurückgezogen, die sie jahrzehntelang aktiv mit notarztbesetzten SAR-Rettungshubschraubern unterstützt hatte. Die verbliebenen Standorte (alle mit 24h-Betrieb, Bell UH-1D bzw. Westland Sea King mit Seilwinde, nicht ständig notarztbesetzt) werden nun auch sukzessive in ihrer Anzahl reduziert.

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Autor(en)
PPR
Quelle(n):
Thüringer Allgemeine

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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