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Bund beschafft 17 ZSG-NEG (Aprilscherz)

01.04.2013

Bonn / Berlin (BLN) :: Wie erst jetzt bekannt wurde, hat das Bundeskabinett bereits am vergangenen Donnerstag (28.03.2013) den Entschluss gefasst, kurzfristig 17 Gyrocopter vom Typ “Lerche II“ zu beschaffen. Diese sollen im Laufe der nächsten neun Monate alle 16 an den 12 Luftrettungszentren eingesetzten Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH) des Bundes ersetzen. Der 17. ist als weitere Reservemaschine vorgesehen, um ggf. bei der vom Bund avisierten Übernahme des neuen Dinkelsbühler Luftrettungszentrums dort sofort eingesetzt werden zu können. Die Kennungen der Maschinen lauten D-MZSA bis D-MZSQ.

Die Entscheidung im Bundeskabinett fiel einstimmig aus, nachdem bereits zuvor in Geheimgesprächen Bundestag und Bundesrat ihre Zustimmung zu dieser aufgrund der Zypernkrise zwingend notwendig gewordenen Einsparungsmaßnahme signalisiert hatten. Ausschlag gab letzten Endes die Tatsache, dass der Anschaffungspreis der zweisitzigen Gyrocopter mit ca. 485.000 Euro je Maschine deutlich unter dem der derzeit noch eingesetzten Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH) vom Typ EC 135 T2i liegt.

Auch die Unterhaltskosten der zweisitzigen Luftretter sind deutlich geringer, ebenso die Personalkosten. Die Bundespolizei (BPOL) stellt zwar weiterhin die Piloten, doch die “Flying Doctors“ werden künftig - mit Hilfe eines Internetportals rekrutiert - ehrenamtlich bzw. nur mehr gegen eine geringe Pauschalvergütung tätig sein. Auf den Rettungsassistenten als HEMS Crew Member (HCM) wird zudem aus Platz- und Gewichtsgründen verzichtet.

Einsatztaktisch wird sich für die “Retter in Orange“ kaum etwas ändern, da bislang schon die ZSH des Bundes überwiegend als schnelle Notarztzubringer und weniger als postprimäre Transportmittel eingesetzt wurden (vgl. Jahresstatistik 2012 des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katatrophenhilfe (BKK), rth.info berichtete hierüber am 15.02.2013).

Die künftig als Notarzteinsatzgyrocopter (NEG) - die BPOL-interne Bezeichnung lautet “Zivilschutz-Gyrocopter“ (ZSG) - eingesetzten Gyrocopter sind zwar aufgrund ihrer Konstruktion nur für den Betrieb nach Visual Flight Rules geeignet, aber auch hier seien kaum Änderungen gegenüber den jetzigen Einsatzzeiten zu erwarten, wie rth.info aus dem BBK erfuhr. Zudem ist geplant, ab Januar 2017 die Maschinen in “Notfallsanitätereinsatzgyrocopter“ umzubenennen, da ab dann die ersten Notfallsanitäter den Notarzt in der präklinischen Notfallmedizin ersetzen werden. Ob sich hieraus für den Bund bzw. die Kostenträger (Krankenkassen) weitere Einsparpotenziale ergeben, ist derzeit noch offen.

Erste Testeinsätze beginnen am heutigen Ostermontag (01.04.2013), nachdem langjährige Tests an den Luftrettungsstationen Kessin und Suhl mit Notarzteinsatzhubschraubern (NEH) Erfolg versprechend verliefen. Am BPOL-Standort St. Augustin wurden zudem in den letzten Monaten erste Flüge mit den neuen Gyrocoptern durchgeführt.

 

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Autor(en)
Jörn Fries