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Internationale Flugambulanz

Auf einen Blick

Zahlen & Fakten

Anzahl Standorte*:
0
Tätig seit:
02.04.1990
Rechtsform
e.V.

* mit Profilseite auf rth.info

Vom 02.04.1990 bis zum 31.10.2005 beteiligte sich die Internationale Flugambulanz e.V. ("IFA") mit Rettungshubschraubern aktiv am Betrieb der Luftrettung in den neuen deutschen Bundesländern. Besonders verbunden war sie dem Standort Leipzig, den sie jahrelang als Doppelstandort zweier Luftrettungsmittel als ihr einziges Hubschrauber-Rettungszentrum betrieb. Dazu verwendete sie geleaste Helikopter von der Firma HTM (Helicopter Travel Munich, München).

Die Leipziger IFA-Flieger sind der ADAC Luftrettung gewichen

Die Leipziger IFA-Flieger sind der ADAC Luftrettung gewichen
Foto: IFA-Pressefoto

2005 Ende des Luftrettungbetriebs

Ehemals durch die IFA geleaste MD 902 "D-HIFA" als Intensiv- Transporthubschrauber

Ehemals durch die IFA geleaste MD 902 "D-HIFA" als Intensiv- Transporthubschrauber
Foto: Peter Andrewitz

Nach einem mehrere Jahre andauernden Rechtsstreit musste die IFA zum 31. Oktober 2005 ihre hubschraubergebundene Luftrettung aufgeben. Der einzige IFA-Standort Leipzig wird seither von der ADAC Luftrettung GmbH weiter betrieben. Dies ist das Resultat einer Neuausschreibung der Station durch das Land Sachsen. Die Ausschreibung hatte die IFA bereits 2002 verloren, da ihr Angebot vom Land – vor allem aus monetärer Sicht – nicht als das Beste angesehen wurde.

Seit November 2005 beschränken sich die Aktivitäten der IFA auf die Auslandsrückholung (Repatriierung) von Kunden mit einem als "Ambulanz-Jet" ausgerüsteten Flächenflugzeug. Für diese Dienstleistung kooperiert die IFA unter anderem mit der FAI Airservice.

 

Gleich nach der Wende: „Aufbau Ost“

Speziell ausgerüstetes Flugzeug zur Repatriierung

Speziell ausgerüstetes Flugzeug zur Repatriierung
Foto: IFA

Die Internationale- Flug- Ambulanz e.V. wurde am 18.12.1980 in Röttenbach nahe Nürnberg ins Leben gerufen. Nachdem im Verlauf der 1980er Jahre kaum eines ihrer Projekte durchschlagenden Erfolg hatte und die IFA wenig im Rampenlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit stand, wurde die IFA 1989 komplett umstrukturiert. Hierzu zählte auch die Neuwahl des kompletten Vereinsvorstandes, welche am 28.05.1989 verzeichnet wurde. Seither ist Jürgen Schlögel Präsident der IFA. Zunächst machte es sich die IFA nach der "Wende" im Rettungsdienst der damaligen DDR zur Aufgabe, ihre Hilfe anzubieten. Der dortige Rettungsdienst war zu dieser Zeit deutlich weniger weit entwickelt als der der Bundesrepublik. Partner der IFA war bei den Bemühungen vor allem der besagte Rettungsdienst, der damals "Schnelle Medizinische Hilfe" (SMH) genannt wurde.

Durch ihr frühzeitiges Engagement war es der IFA möglich geworden, bereits von den Behörden eine pauschale Fluggenehmigung für das Staatsgebiet der DDR ausgestellt zu bekommen, als andere westdeutsche Luftrettungs- Organisationen wie ADAC und DRF diese noch gar nicht beantragt hatten. Am 02.04.1990 konnte die IFA dann den ersten "deutsch-deutschen" RTH in der DDR stationieren: Die BK 117 mit der Kennung "D-HBKS" nahm ihren Dienst im Auftrag der IFA auf. Stationiert war dieser RTH am Lazarett Leipzig- Wiederitzsch der NVA ("Nationale Volksarmee" der DDR). "Christoph Leipzig" trug damals übrigens die Türbeschriftung "SMH - Rat der Stadt Leipzig". Sein Einsatzradius betrug satte 100 Kilometer und somit knapp das Doppelte des heutigen Standards für RTH. Dies findet seine Ursache darin, dass in der DDR zuvor keine zivile Luftrettung bestanden hatte. Lediglich der Such- und Rettungsdienst (SAR) für Luft- und Schifffahrt wurde wahrgenommen; dies übernahm die NVA, zumeist mit Hubschraubern vom Typ Mil Mi-8. Trotz des enormen Einsatzgebietes verzeichnete der Leipziger RTH zunächst nicht allzu viele Einsätze, da die Unsicherheiten des bodengebundenen Personals der SMH bezüglich der Einsetzbarkeit des Hubschraubers noch sehr groß waren. Dieses Problem konnte letztlich nur durch adäquate Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit beseitigt werden. So kam "Christoph Leipzig" nach einem halben Jahr schließlich doch auf sehr beachtliche >350 geflogene Einsätze! Allgemein wird auch heute noch die frühe Indienststellung des "Christoph Leipzig" als Meilenstein im "Aufbau Ost" auf dem Sektor der Luftrettung gesehen.

Am 09.04.1991 und somit gut ein Jahr nach der Indienststellung des "Christoph Leipzig" wurde die IFA erstmals mit ihrem Rettungshubschrauber in die öffentlich-rechtliche Luftrettung eingebunden.

 

In der Repatriierung aktiv

In diesen Zeitraum fiel auch die Verlegung des Vereinssitzes nach Leipzig sowie die Anschaffung zweier Ambulanz-Jets. Diese Flugzeuge werden für die Repatriierung von im Ausland schwer erkrankten / traumatisierten Patienten genutzt, d.h. die Patienten werden auf ihren Wunsch oder den ihrer Angehörigen zurück nach Deutschland, meist in eine Spezialklinik, geflogen. Dies geschieht schonend und unter der ständigen Aufsicht von qualifiziertem Fachpersonal. Solche Repatriierungen führen übrigens unter anderem auch die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. (DRF) sowie die ADAC Luftrettung GmbH durch.

 

Neue Technik

Ehemalige BO 105 CBS der IFA

Ehemalige BO 105 CBS der IFA
Foto: Peter Andrewitz

Einen Monat später, d.h. im Juni 1991, wurde die Hubschrauber-gebundene Luftrettung der IFA umstrukturiert. Das Helikopter-Baumuster BK 117 war fortan für einige Jahre nicht bei der IFA vertreten. Auf dem Gelände des Flughafens Leipzig-Halle wurde ein modernes LRZ errichtet. Dort stationiert wurde von der IFA ein RTH, der seither die Christoph-Kennung "Christoph 61" trägt. Als "Christoph 61" schaffte die IFA einen Hubschrauber vom Typ MBB BO 105 an. Für den Fall, dass "Christoph 61" nicht einsatzbereit sein sollte, hielt die IFA einen weiteren Hubschrauber, dieser vom Typ AS 355, vor. Dieser erhielt den nun "frei gewordenen" Rufnamen "Christoph Leipzig".

IFA- RTH während eines Verlegungs- Einsatzes in Bad Homburg, Taunus / HES

IFA- RTH während eines Verlegungs- Einsatzes in Bad Homburg, Taunus / HES
Foto: Bernhard Rühl

In der Zeitspanne zwischen dem 01.07.1993 und dem 31.12.2001 führte die IFA im Auftrag des Bundesinnenministeriums die Abrechnungsgeschäfte für die Zivilschutzhubschrauber- Station in Dresden ("Christoph 38", BO 105 CBS-5) durch. Diese Aufgabe übernahm die Deutsche Rettungsflugwacht (DRF), welche den Dresdner Standort am 09. Januar 2006 übrigens selbst übernommen hat. 1999 wurde der Vertrag zwischen der IFA und dem Sächsischen Staatsministerium des Innern über den Einsatz von "Christoph 61" für weitere 5 Jahre verlängert.

Am 01.10.2001 präsentierte die IFA ihre komplett neue Flotte der Öffentlichkeit. Die EC 135 T1 "D-HEOY" sowie die MD 902 "D-HIFA" wurden in Dienst gestellt.

Der Hubschrauber "D-HEOY" bei einem primären Notfall- Rettungseinsatz

Der Hubschrauber "D-HEOY" bei einem primären Notfall- Rettungseinsatz
Foto: IFA

Dabei flog von diesem Zeitpunkt an die D-HEOY als "Christoph 61", während die MD 902 den Dienst als ITH "Christoph Leipzig" bis zum 18.01.2003 vom Flughafen Halle-Leipzig aus versah. Die MD 902 war bei der Firma Heliunionair geleast. Nachdem diese Firma im Jahr 2003 Insolvenz anmelden musste, wurde die MD 902 aus Leipzig abgezogen. Dies betraf auch die Back-up- Maschine gleichen Typs mit der Kennung "D-HUAX". Danach stand dort ersatzweise die BK 117 "D-HEOE" von HTM als Intensiv-Transporthubschrauber (ITH) bis Mai 2003 bereit. Für diese Zeit bekam die BK 117 in der "Medicopter-117"- Lackierung die Aufkleber der IFA. Dasselbe geschah nach dem Abzug der D-HEOE aus Leipzig mit der D-HDRA. Diese BO 105 der Firma "Elbe Helicopter" wurde, nachdem die D-HEOE bei den "Medicopter 117"-Dreharbeiten wieder benötigt wurde, zunächst als ITH (!) "Christoph Leipzig" eingesetzt.

"Christoph Leipzig" (D-HEDY) im Einsatz

"Christoph Leipzig" (D-HEDY) im Einsatz
Foto: IFA

 

Geleaste Flotte

Doch die D-HDRA wurde im Juni 2003 von einer "neuen gebrauchten" EC 135 T1 abgelöst, seitens der IFA von der Fa. Helicopter Travel Munich (HTM) geleast worden war - genau wie zuvor die D-HEOY (vgl. Nachrichten auf rth.info). Somit war die Hubschrauberflotte der IFA wieder konform zu den Richtlinien der europäischen "JAR- OPS 3". Von Anfang April 1990 bis Anfang Oktober 2001 flogen die Rettungshubschrauber der IFA etwa 14.000 Einsätze.

"Christoph Leipzig" (D-HEDY) im Einsatz

"Christoph Leipzig" (D-HEDY) im Einsatz
Foto: IFA

Übrigens ist die von der IFA ab 2001 eingesetzte D-HEOY ein nachtflugtauglicher Helikopter, verfügt über GPS als Satelliten-Navigationssystem und eine Kabine mit Dämmschutz gegen den ohnehin schon reduzierten Fluglärm. Die EC 135 T1 mit dem Kennzeichen D-HEDY war, schon bevor sie für die IFA flog, mit WSPS (Cable Cutter System) ausgerüstet - für die deutsche Luftrettung eher untypisch. Ab etwa 2004 trennte die IFA die Einsatzbereiche (primäre / sekundäre Aufträge) für die beiden Hubschrauber nicht mehr so streng. Es kamen sowohl primäre Notfall-Rettungsflüge als auch sekundäre, interklinische Patienten-Verlegungen mit beiden Hubschraubern vor. Zum Ende der Dienstzeit 2005 hin war man seitens der IFA bestrebt, eher die D-HEOY für Intensivpatienten-Verlegungen einzusetzen. Grund: Die Maschine D-HEOY war medizintechnisch noch besser ausgestattet worden. So verfügte sie zum Beispiel über einen Respirator vom Typ "Oxylog 3000", welcher den jüngsten Stand der Technik von 2004 / 05 darstellt.

 

Bilanz

Seit nunmehr über zwei Jahrzehnten erfüllt die IFA satzungsgemäß und ohne große Negativschlagzeilen ihre Aufgaben. Sie hat etwa 260.000 anspruchsberechtigte Mitglieder. In dieser Zeit konnte die IFA vor allem seit der "Wende" und der deutschen Wiedervereinigung eindrucksvoll ihre Leistungsstärke und ihren zeitgemäßen Stand unter Beweis stellen. Die Ambulanzjets der IFA stehen am Flughafen Nürnberg. Dort befindet sich auch die 24 Stunden pro Tag mit fachkundigen Mitarbeitern besetzte Koordinations- und Alarmzentrale der IFA.

Die D-HEOY einsatzklar für die IFA am Flughafen Leipzig

Die D-HEOY einsatzklar für die IFA am Flughafen Leipzig
Foto: Michael Butz (Archiv)

Die ständige Kooperation mit 3.500 Vertragsärzten und 45 weiteren Notrufzentralen im Ausland garantiert schnelle und qualifizierte Repatriierung weltweit und rund um die Uhr. Die dabei entstehenden, zum Teil erheblichen Kosten, werden vollständig von der IFA getragen - dies gilt allerdings nur für Mitglieder.

Trotz dieser eindrucksvollen Bilanz gab es ab 2002 bei der IFA Grund, sorgenvoll in die Zukunft zu schauen, was die Rettung von Menschenleben per Hubschrauber angeht. Natürlich war der Betrieb von "nur" zwei Hubschraubern weniger günstig durchführbar als der von zahlreichen Luftrettungsmitteln. Deswegen lagen die Betriebskosten der IFA-Hubschrauber über denen von ADAC und DRF. Aufgrund der finanziell kritischen Situation der Kostenträger wurde 2002 die Doppelstation Leipzig durch das Land Sachsen neu ausgeschrieben. Beworben hatten sich dabei u.a. auch die DRF und der ADAC; die DRF erhielt bei der Ausschreibung den Zuschlag vom Ministerium.

Doch weil die ADAC Luftrettung GmbH die Rechtmäßigkeit dieses Vergabeverfahrens anzweifelte, wie sie öffentlich bekanntgab, ging sie gegen die Neuvergabe vor Gericht. Wie Personen, die regelmäßig auf rth.info vorbeischauen, wissen dürften, dauerte dieser Streit insgesamt etwa drei Jahre lang an. Mehr dazu finden Sie in unserem Archiv. Die Neuvergabe der Doppelstation und der damit verbundene erzwungene Rückzug der IFA sind angesichts der positiven Leistungsbilanz der IFA zu bedauern, jedoch wird in den Zeiten knapper Finanzmittel von vielen Seiten, z.B. von den Krankenkassen, auf eine Kostenreduzierung in der Luftrettung gedrängt. Bis der heftige Streit um die Neuvergabe des IFA- Luftrettungszentrums entschieden wurde, flog die IFA über Jahre hinweg in Leipzig weiter wie zuvor - wenn auch gezwungenermaßen zu den sehr viel günstigeren Tarifen des ADAC. Zum 31.10.2005 ist die schließlich IFA nach ca. fünfzehn Jahren erfolgreichen Engagements in der Luftrettung unfreiwillig aus der deutschen Rettungsfliegerei ausgeschieden.

Das Leasing der Einsatzmaschinen von HTM brachte auch Exoten wie den ex-"Medicopter" nach Leipzig

Das Leasing der Einsatzmaschinen von HTM brachte auch Exoten wie den ex-"Medicopter" nach Leipzig
Foto: Michael Butz (Archiv)