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Eine Exkursion in die Luftrettung der USA (Teil 2)

21.12.2018

Im Teil 1 dieser Reportage gibt Autor Johannes Herrmann einen kurzen Überblick über die Betreiberstruktur der Luftrettung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Wie angekündigt richten wir den Blick auf unterschiedliche Organisationen im Südwesten der USA, in den Bundesstaaten Kalifornien und Nevada, welche mit ihren Hubschraubern auf ganz unterschiedliche Weise Hilfe bei medizinischen Notfällen oder in Katastrophenfällen leisten.

Helinet / Los Angeles Children’s Hospital

Das Luftfahrtunternehmen Helinet Aviation operiert im Auftrag des Los Angeles Children’s Hospital einen Intensivtransporthubschrauber von ihrem Sitz am Flughafen Van Nuys aus. Eine von zwei für diese Aufgabe vorgesehenen Sikorsky S-76 steht rund um die Uhr ausschließlich für Verlegungen von Kindern aus anderen Krankenhäusern nach Los Angeles in Bereitschaft. Primäreinsätze werden nicht durchgeführt. Das Einzugsgebiet erstreckt sich auf ganz Südkalifornien und darüber hinaus auch bis in die benachbarten Bundesstaaten.

Die Sikorsky S-76B N615D kommt vorzugsweise für den Intensivtransport zum Einsatz

Die Sikorsky S-76B N615D kommt vorzugsweise für den Intensivtransport zum Einsatz

Foto: Johannes Herrmann

Als Ersatzmaschine fungiert die S-76A N323CH

Als Ersatzmaschine fungiert die S-76A N323CH

Foto: Johannes Herrmann

Calstar

Ein weiterer großer Betreiber ist Calstar (California Shock Trauma Air Rescue). Ursprünglich als eigenständiges Programm aufgebaut gehört Calstar inzwischen zu Reach Air Medical, operiert aber nach wie vor unter eigenem Namen und mit Luftfahrzeugen im markanten orange-blauen Design. Als Rettungshubschrauber kommen dabei ausschließlich EC 135 bzw. H135 von 10 Basen in Zentral-Kalifornien aus zum Einsatz, außerdem eine Beechcraft Super King Air.

„Calstar 7“ am Santa Maria Airport

„Calstar 7“ am Santa Maria Airport

Foto: Johannes Herrmann

Neben den zivilen HEMS-Betreibern halten auch zahlreiche Stellen auf Bundes-, Bundesstaats-, County- und Kommunaler Ebene Luftfahrzeuge für Rettungseinsätze vor.

United States Coast Guard (USCG)

Die United States Coast Guard ist als Teilstreitkraft des US-amerikanischen Militärs auch für die Seenotrettung zuständig. Dafür verfügt sie neben diversen Flächenflugzeugen auch über Hubschrauber der Typen HH-65 Dolphin und MH-60 Jay Hawk, welche auf Standorte im ganzen Land verteilt sind. Allerdings beschränkt sich ihr Einsatzgebiet keineswegs nur auf die offene See. So unterstützte die Coast Guard beispielsweise Anfang des Jahres nach schweren Schlammlawinen im Santa Barbara County.

MH-60T Jay Hawk 6014 von der Air Station San Diego

MH-60T Jay Hawk 6014 von der Air Station San Diego

Foto: Johannes Herrmann

Zum 100. Geburtstag der Küstenwache erhielten einige Luftfahrzeuge Sonderbemalungen, angelehnt an früher genutzte Farbvarianten. So auch die MH-60T 6029 der Air Station San Diego

Zum 100. Geburtstag der Küstenwache erhielten einige Luftfahrzeuge Sonderbemalungen, angelehnt an früher genutzte Farbvarianten. So auch die MH-60T 6029 der Air Station San Diego

Foto: Johannes Herrmann

Inzwischen nur noch im Museum zu bewundern: HH-52A Seaguard

Inzwischen nur noch im Museum zu bewundern: HH-52A Seaguard

Foto: Johannes Herrmann

Die letzten HU-16E Albatross wurden 1983 ausgemustert, die USCG nutzt aber nach wie vor auch Flächenflugzeuge

Die letzten HU-16E Albatross wurden 1983 ausgemustert, die USCG nutzt aber nach wie vor auch Flächenflugzeuge

Foto: Johannes Herrmann

US-Militär

Auch die anderen Teilstreitkräfte des US-Militärs verfügen über spezielle Medevac- bzw. SAR-Hubschrauber welche primär den militärischen SAR-Dienst sicherstellen, im Bedarfsfall auch im zivilen Bereich unterstützen. So übernimmt beispielsweise die US Air Force mit luftbetankungsfähigen Hubschraubern jene Seenotrettungseinsätze welche außerhalb der Reichweite der USCG-Maschinen liegen. Auch in den Weiten Alaskas sind die Hawks der Air Force oft die einzig mögliche Rettung für Verunglückte.

Hilft noch immer Leben zu retten: Eine zuvor in China Lake von der Navy als SAR-Hubschrauber eingesetzte Bell HH-1N dient nun als Ersatzteilspender für die SAR-Hueys des Santa Barbara County Sheriff’s Department

Hilft noch immer Leben zu retten: Eine zuvor in China Lake von der Navy als SAR-Hubschrauber eingesetzte Bell HH-1N dient nun als Ersatzteilspender für die SAR-Hueys des Santa Barbara County Sheriff’s Department

Foto: Johannes Herrmann

Ehemals bei der US Air Force eingesetzte Sikorsky HH-34J

Ehemals bei der US Air Force eingesetzte Sikorsky HH-34J

Foto: Johannes Herrmann

Bei den Marines im SAR-Einsatz gewesen: HH-46E Sea Knight

Bei den Marines im SAR-Einsatz gewesen: HH-46E Sea Knight

Foto: Johannes Herrmann

U.S. Department of Homeland Security – Customs and Border Protection

Die CBP Air and Marine Unit verfügt über eine große Flotte an Luftfahrzeugen, welche vornehmlich für den Grenzschutz als CBP-Hauptaufgabe zum Einsatz kommen. Bei Großschadenslagen, wie beispielsweise regelmäßig nach Hurricanes, unterstützen aber dafür geeignete Hubschrauber auch die dortigen Rettungsaktionen. Allen voran die Black Hawks, welche mittels Rettungswinde schon unzählige Menschen aus Überschwemmungsgebieten gerettet haben.

Eine UH-60A zu Besuch bei der USCG Air Station San Diego

Eine UH-60A zu Besuch bei der USCG Air Station San Diego

Foto: Johannes Herrmann

Eine CBP Sikorksy HH-60L bei der Ankunft zur HAI Heli-Expo 2018 in Las Vegas

Eine CBP Sikorksy HH-60L bei der Ankunft zur HAI Heli-Expo 2018 in Las Vegas

Foto: Johannes Herrmann

Autor(en)
Johannes Herrmann

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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