Die Flugausstellung Junior in Hermeskeil – ein Muss für jede(n) Luftrettungsinteressierte(n)
28.05.2022
Hermeskeil (RPF) :: Seit dem 12. April hat die an der Hunsrückhöhenstraße (B327) in Hermeskeil (Landkreis Trier-Saarburg) gelegene Flugausstellung Junior wieder wie zu Vor-Covid-19-Zeiten geöffnet (siehe Weblink im Kontextbereich dieser News). Die schwierige und vor allem finanziell anspruchsvolle Zeit nutzte das Ausstellungsteam unter anderem, um weitere Exponate anzuschaffen bzw. museal aufzubereiten.
Neben der seit Längerem dort in einer Ausstellungshalle wind- und wetterfest untergebrachten orangefarbigen Bell UH-1D mit dem Kenner “D-HBZV“ (Seriennummer 8351) – die vom Bundesinnenministerium von der Bundeswehr übernommene Maschine flog von 1984 bis Ende 1996 von Wittlich aus als Zivilschutz-Hubschrauber “Christoph 10“ – gehören zur umfangreichen Sammlung unter anderem folgende Hubschraubertypen, von denen einige in der deutschen Luftrettung eingesetzt wurden,

In Halle 4 steht die “D-HZBV“ – eine orange Bell UH-1D des Bundesinnenministeriums, der von 1984 bis Ende 1996 als Zivilschutz-Hubschrauber “Christoph 10“ in Wittlich eingesetzt war
Foto: Jörn Fries
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Zu nennen wären da eine Mil Mi-4, eine Mil Mi-8T und eine Mil Mi-14, von denen einige von der NVA nach der politischen Wende bzw. von der Bundeswehr noch für kurze Zeit als SAR-Hubschrauber verwendet wurden. Nicht zu vergessen natürlich die Alouette II (hier als BGS-Maschine), die Alouette III (in Hermeskeil als Einsatzmaschine der Suisse Air Force ausgestellt). Erstere kam ersatzweise an manchen BGS-Standorten zum Einsatz sowie beim Testrettungseinsatz von Rotem Kreuz und Rother Heeresfliegern 1969 in Nürnberg, mit einer jeweils gecharterten Alouette III starteten Deutsche Rettungsflugwacht und SOS-Flugrettung ihre Luftrettungsbemühungen.

Im Außenbereich der Flugausstellung steht eine orange BO 105 CB des Bundesinnenministeriums, die 1974 von MBB im Rüststand C als ZSH mit dem Kenner “D-HMUY“ gebaut wurde, die noch auf ihre Aufarbeitung wartet
Foto: Jörn Fries
Weitere Highlights sind die im Außenberich abgestellte BO 105 CB mit dem Kenner “D-HMUY“, die einst als Zivilschutz-Hubschrauber von PIloten des BUndesgrenzschutzes geflogen wurde, sowie eine Brantly B2 (Baujahr 1959). Mit einem nahezu baugleichen Muster flog der Arzt Hans-Werner Feder im August und September 1967 drei Wochen lang Luftrettungseinsätze in Mittelhessen und belegte damit eindrucksvoll die Sinnhaftigkeit des so genannten Hubschrauber-Arztes.

Mit einer nahezu baugleichen Maschine der in Hermeskeil ausgestellten Brantly B2 (Baujahr 1959) flog im Sommer 1967 der Arzt Hans-Werner Feder seinen dreiwöchigen Hubschrauber-Arzt-Testeinsatz
Foto: Jörn Fries

Ein Neuzugang in der Flugausstellung Junior ist diese Westland AK 7 “Lynx“ – eine ähnliche Variante fliegt z.Zt. noch bei der Deutschen Marine als Bordhubschrauber, soll aber durch den NH90 NFH “Sea Tiger“ ersetzt werden
Foto: Jörn Fries
Die Flugausstellung bei Hermeskeil ist ein Familienunternehmen, das vor fast 50 Jahren, 1973, gegründet wurde und seitdem ständig ergänzt und erweitert wird. Auf dem rund 76.000 qm großen Außengelände und in vier Hallen mit einer Gesamtfläche von 3.600 qm findet man über 100 originale Flugzeuge, 60 Flugmotoren, reichlich flugtechnische Informationen und Details aus allen entwicklungstechnischen Epochen der Luftfahrt.
Ein weiteres Highlight ist der Concorde-Nachbau mit 150 Sitzplätzen. Hier hat man nach einem Rundgang durch die Ausstellung, zu denen viele weitere Flugzeug- und Hubschraubermodelle gehören, die Möglichkeit, eine Ruhepause einzulegen und das Angebot der wieder eröffneten Cafeteria zu genießen.