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Ein Tag beim SAR 71

17.11.2002

In dieser Reportagenserie sind erschienen:

07:15h im Rettungszentrum (RZ) in der Lesserstraße im Stadtteil Wandsbek. Hier ist der RTH "Christoph 29" alias "SAR 71" stationiert. Es handelt sich um eine Bell UH-1D der Bundeswehr. Dieser SAR- Hubschrauber gehört zu den meistbeschäftigsten Rettungshubschraubern Deutschlands. Doch noch herrscht Ruhe in dem Winkel des Bundeswehrkrankenhauses. Nur die mit einem starken Zaun umgebene Ebene, der große Hubschrauber- Landeplatz, ist hell erleuchtet durch die starken Scheinwerfer. In einem Hangar steht die UH 1 D. Im Osten erhebt sich gerade zwischen einigen rot illuminierten Schleierwolken die Morgensonne über der Millionenstadt Hamburg und der Elbe. Stille liegt über den Gebäudekomplexen. Im Haus 22, das direkt neben dem Landeplatzareal liegt, ist das Rettungszetrum untergebracht. Was kaum ein Außenstehender denken würde: Im Hangar wird bereits gearbeitet. Der Bordtechniker des RTH ist schon mit den Vorflugkontrollen beschäftigt. Er checkt die Maschine. Das muss jeden Morgen erledigt werden. Ein langer Tag liegt vor den beiden - dem Bordtechniker und dem Hubschrauber.

07:18h: Motorengeräusch. Ein Kleinwagen biegt um die Ecke und parkt neben Haus 22. Mehrere Männer steigen aus, betreten das Rettungszentrum.

Frühaufsteher in Wandsbek

Frühaufsteher in Wandsbek
Foto: Harald Rieger

07:30h. Somit sind nun sind alle vier Besatzungsmitglieder des RTH eingetroffen. Mittlerweile sind alle in Dienstkleidung anwesend. Und so öffnet der Bordmechaniker das Tor des Hangars. Auf Knopfdruck geht es nach oben wie das Tor einer Feuerwache bei Alarm. Der Luftwaffen- Hubschrauber wird mit einem kleinen Schlepper aus dem Hangar auf die so genannte "Landeplatte" geschoben. Da steht ist sie nun: die Anneliese. Die Männer vom SAR 71 sind sich sicher, dass jenes Wesen, mit denen sie einen Großteil ihrer Dienstzeit am Rettungszentrum verbringen, ein weibliches Wesen sein muss. Die wenigen Frauen, die auf dem Hubschrauber arbeiten, scheint diese männliche Sichtweise offensichtlich nicht zu stören.

Innerhalb weniger Minuten ist der Hubschrauber einsatzbereit. Der NAW der Bundeswehr, der auch am RZ stationiert ist, ist da noch etwas pflegeleichter, und die Besatzung hat ein paar freie Minuten mehr. Bald darauf wird der RTH bei der Feuerwehreinsatzzentrale / Rettungsleitstelle (FEZ / RLST) der Feuerwehr Hamburg in Dienst gemeldet. Das erledigt die medizinische Besatzung. Diese geht dann in ihre Räumlichkeiten im EG, während sich die Piloten in ihr Zimmer im 2.Og. zurückziehen. Erstes Gesprächsthema: Am Tag zuvor hat man einen kleinen Jungen per Wiederbelebung retten können. Nun kam ein Anruf aus der Klinik. Der Kleine ist auf dem Weg der Besserung. Doch es bleibt kaum Zeit zur Freude über diesen Erfolg. Denn der Tag beginnt "heiß" für die RTH- Besatzung. Der erste Einsatz wird um 07:46h vom Alarmdrucker ausgespuckt. Wenig später schrillen die Alarmpieper (in Fachkreisen „DME“, digitaler Meldeempfänger. Signalisiert den Alarm). Ein internistischer Notfall wird gemeldet, Verdacht auf Herzinfarkt, mit aus sei der „RTW 16 B“ der Feuer- und Rettungswache Hamburg- Alsterdorf. Pilot und Bordmechaniker sprinten aus dem 2.Og. die Treppe hinunter und laufen zum Hubschrauber. Der Bordmechaniker löst die Fangleine, die den Rotor fixiert, der Pilot wirft die Maschine an. Alltägliche Routine.

Start zum Einsatz

Start zum Einsatz
Foto: Harald Rieger

Der RA und der Notarzt kommen angelaufen, mit eingezogenen Köpfen laufen sie unter dem drehenden Rotor durch. Nach 1,5 min ist „take off“, der Hubschrauber hebt ab. Der Pilot hat kurz am Pitch (dem Gasgriff) des RTH gezogen, und die Bell UH 1 D mit ihren satten 4 Tonnen Gewicht hebt sich in den Himmel. “Florian Hamburg“ (der Funkrufname der Einsatzleitzentrale) wird vom Rettungsassistenten per Knopfdruck "Status 1" gemeldet. Soll heißen: Wir sind unterwegs.

Der Pilot dreht die Schnauze der Bell vom Hangar weg, indem er eines der Fußpedale drückt, und hebt das Hubschrauberheck leicht an. Der Hubschrauber nimmt schnell Fahrt auf. Der Pilot meldet sich bei der Flugsicherung: "Hamburg Radar, Medevac Seven zero five two is airborne at Wandsbek, inbound Alsterdorf, request to proceed..." Der Fluglotse gibt die entsprechende Erlaubnis: "Roger, Medevac seven zero five two, you are cleared to proceed as requested. Call again when..." Während der Fluglotse weitere Anweisungen gibt, sucht der RA in einem ganz normalen Stadtplan den genauen Unfallort heraus: Die Alsterkrugchaussee. Der Hubschrauber erreicht Alsterdorf im Norden der Elbmetropole nach wenigen Minuten. Die Polizei sperrt bereits eine große Kreuzung. Pilot und Bordtechniker beurteilen die vorgeschlagene Landefläche kritisch. Doch dann, nach einem kurzen Blickwechsel mit seinem Kollegen...: Mit den Worten "Das passt" drückt der Pilot den Pitch nach unten und der schwere, olivgrüne Hubschrauber verliert kontrolliert an Höhe. Die ersten Kinder und Autofahrer recken neugierig die Hälse empor. Der Pilot geht langsam niedriger, und der RA sitzt an der offenen Tür des RTH und weist ihn ein: "Noch vier..., drei, zwei, eins, ground!"

Am Klinikum

Am Klinikum
Foto: Stephan Dönitz

Der Notarzt und der RA steigen mit ihrem roten Rucksack und der anderen Ausrüstung in den bereitstehenden Streifenwagen, der sie mit Sonderrechten zum nahegelegenen Einsatzort bringt. Ein alter Mann liegt in seiner Wohnung, sagt, er habe Schmerzen in der Brust. Die Besatzung des RTW, die bereits eingetroffen ist, hat den Oberkörper des Mannes bereits aufgerichtet. Gegen die Schmerzen. Die weiteren Maßnahmen sind gerade erst in der Vorbereitungsphase. Der Hubschrauber war sehr schnell vor Ort.

Nun übernimmt der Notarzt vom RTH die Verantwortung über den Patienten, während die Besatzung des RTW die Trage aus dem Wagen holt. Der Notarzt ist sich noch nicht ganz sicher, ob es sich tatsächlich um einen Herzinfarkt handelt. Die Symptome des Mannes sind nicht ganz eindeutig. Der Mann wird etwas später auf die Trage gelegt, und durch das Treppenhaus heraus getragen. Während ein paar Schaulustige einen Blick auf den Mann erhaschen wollen, geht es zum RTW. Man spricht sich kurz ab; der RTW fährt ins Krankenhaus, NA und RA vom RTH kommen mit. Der RTH fliegt auch zum Krankenhaus. Einer der RA vom RTW meldet den Patienten im Krankenhaus Hamburg- Ochsenzoll an: "...Hier ist der sechzehn Berta mit der Crew vom SAR 71, eine Anmeldung für Ochsenzoll, wir kommen mit einem männlichen Patienten, 75 Jahre, Ausschluss Herzinfarkt!" Der Disponent der Leitstelle bestätigt: "Das ist verstanden, RTW 16 Berta, Ochsenzoll bekommt Kenntnis!" Uralte Funkformeln, die jeder im Hamburger Rettungsdienst Beschäftige im Schlaf kennt. Nachdem der Patient in der Notaufnahme übergeben ist und vom Ärzteteam weiter versorgt wird, wird vom Notarzt der "Papierkram" erledigt. Schließlich sitzt die Crew wieder komplett im RTH. "Status 3" wird gemeldet, das heißt "über Funk einsatzbereit". Der Hubschrauber hebt wieder ab.

Abflug vom Einsatzort

Abflug vom Einsatzort
Foto: Harald Rieger

Auf halbem Wege nach Wandsbek gehen die Pieper wieder los. Im Süden der Stadt ist es, Heimfelder Straße, nach Schlägerei. Ein kurzer, aber geübter Blick aus den Fenstern der Maschine und der BT verkündet: "Luftraum ist frei!" Der RTH geht in einer leichten Rechtskurve zunächst auf den groben Flugkurs 180°. Doch kaum ist der RTH nach einem Überflug an der Einsatzstelle und Absprache mit der Polizei an einer Schule gelandet und die Kufen am Boden, da meldet sich die RLST: "SAR Hamburg 71 für Florian Hamburg kommen! ... Sie werden nicht benötigt und können zurückfliegen."

Wieder heben die Kufen ab, altes Laub wird hochgewirbelt, die bereitstehenden Polizisten halten sich wegen des starken Rotorabwindes die Mützen fest. Die Bell UH-1D fliegt zur Basis zurück. Dort angekommen, muss sich der Notarzt gleich wieder an den PC setzen und Formulare ausfüllen. Inzwischen ist auch der NAW zwei mal zu Einsätzen ausgerückt. Ein Herzinfarkt, einmal eine Person mit Atemnot.

Einsatz am Strand in Blankenese

Einsatz am Strand in Blankenese
Foto: Harald Rieger

Weit kommt der Notarzt am Computer nicht. Ein Einsatz am nördlichen Elbufer wird gemeldet, im Stadtteil Blankenese mit den engen, verwinkelten und steilen Gassen und Treppen. Für Einsatzfahrzeugführer ein Albtraum... Der RTH hebt knapp zwei Minuten nach dem Alarm ab. Bald geht es immer an der Elbe entlang, Richtung Westen. Nach 7 Minuten Flugzeit erreicht der Hubschrauber die Einsatzstelle: Unten steht deutlich sichtbar ein Wagen der Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht. Ein Polizist beobachtet gespannt den Hubschrauber. Doch kein geeigneter Landeplatz lässt sich finden. Mehrere Male dreht der Pilot eine Runde, bis er schließlich auf dem Strand der Elbe landet. Die Polizei holt die Medizinmänner ab. Weg sind sie. Verschwunden im Blankeneser Häuser- und Straßengewirr.

Während wieder ein Heer von Kindern und anderen Neugierigen den Hubschrauber belagert, versorgen NA und RA den Patienten. Schädelhirntrauma nach Sturz, Volumenmangelschock. Ein venöser Zugang wird gelegt, für eine Infusion, Medikamente werden gegeben. Der Patient wird narkotisiert. Das EKG wird angeschlossen. Es besteht zusätzlich der Verdacht auf ein Halswirbelsäulentrauma, der Stifneck wird angelegt. Der Verletzte wird einige Zeit später mit dem "RTW Blankenese" der Feuerwehr Hamburg ins Allgemeine Krankenhaus Altona gebracht.

Ein großes, weithin sichtbares Hochhaus. Der Pilot kann auf Sicht fliegen. Bald landet die Maschine auf dem Hubschrauberlandeplatz. Ausnahmsweise haben Pilot und Bordmechaniker mal ihre Ruhe. Hier kommt kaum mal jemand hin um sich den Hubschrauber anzusehen. Landungen von RTH sind hier in diesem Riesenkomplex mit seinen diversen Spezialabteilungen an der Tagesordnung. Nur eine ältere Frau guckt aus der Ferne zum Heli, ihren Enkel im Arm. Die Flieger vom SAR 71 holen sich "ihre" Sanis wieder ab. Der Zustand des Patienten, so berichten diese, habe sich stabilisiert. Ob der Mann aber letztendlich durchkommt, werden die nächsten Tage in der Intensivstation zeigen. Derzeit kann das noch keiner sagen. Die Beatmung muss derzeit noch weiter fortgeführt werden. Das Leben des Patienten hängt an Schläuchen, Kabeln, Medikamenten.

Wieder zurück am Rettungszentrum, wird ein weiteres Mal geschrieben. Gut, dass dies im Notfall auch ein extra dafür abbestellter Kollege übernehmen kann. Manchmal ist der Hubschrauber stundenlang ohne Pause weg. Unter Umständen muss er dann aus Sicherheitsgründen früher außer Dienst gehen. Diesmal wird man aber mit dem Schreibkram fertig.

Nach einer Stunde bekommt der NAW einen Einsatz. Im nahen Stadtteil Sasel, ein Fieberkrampf. Währenddessen sitzt die Besatzung des RTH herum. Fernsehen wird geguckt. Kaffee getrunken. Geredet...

Am Krankenhaus Altona

Am Krankenhaus Altona
Foto: Harald Rieger

Es ist 16:15h, als der nächste Einsatz kommt. Kein normaler Notfall diesmal. Ein schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen, auf der BAB A 7, im Süden. Außerhalb von Hamburg. Eine Anforderung der benachbarten Leitstelle „Winsen an der Luhe“. Ein PKW habe sich überschlagen, heißt es. Der Pilot orientiert sich beim Flug zum Einsatzort zum Schluss an der sechsspurigen, vielbefahrenen Autobahn, die von Nord nach Süd verläuft. Schließlich kommt die Einsatzstelle in Sicht. Das sieht aber gar nicht gut aus... Den PKW hat es von der Autobahn heruntergeschleudert. Anschließend ist er gegen einen Baum geprallt. Rundherum haben sich die Feuerwehr- und Rettungsdienst- Kräfte gruppiert.

Der RTH landet auf der Wiese. Rettungsdienst und Feuerwehr sind schon vor Ort. Auch ein Notarzt. Und zwei schwer verletzte Personen. Beide wurden bereits aus dem Wrack befreit, sofort war klar, dass ein zweiter Notarzt gebraucht wird. Die erste Versorgung des einen Patienten hat eine RTW- Besatzung zusammen mit dem Notarzt vorgenommen.

Der andere Patient hat möglicherweise innere Verletzungen, einen Schock, ein schweres Thoraxtrauma, und einige Frakturen, so die erste Diagnose. Der Patient steht bald unter dem Einfluss von Beruhigungs- und Narkotisierungsmitteln.

Außerhalb Hamburgs...

Außerhalb Hamburgs...
Foto: Patrick Permien

Man entscheidet sich für den Transport des Patienten im Hubschrauber. Der RA meldet den RTH mit einer traumatisierten, nicht ansprechbaren Person im Allgemeinen Krankenhaus Harburg an. Der Patient wird vorsichtig auf die Trage und eine Vakuummatratze gelegt und zum RTH getragen. Sobald er drin ist, springen die Besatzungsmitglieder in den RTH, und der hebt nach kurzer Zeit von der Einsatzstelle ab. Eine eher ungewöhnliche Situation für die Stadtretter, denn normalerweise fährt man im RTW. Das ist geräumiger, bequemer und geht meist schneller. Natürlich beherrscht man jedoch auch diese Variante.

Am AK Hamburg- Harburg erwartet man den RTH schon, und bald nach der Landung verschwindet der Patient in der Notaufnahme. Er wird bereits von einem Spezialistenteam von Chirurgen Anästhesisten usw. erwartet. Wird das Opfer überleben? Keiner weiß es, als der "Teppichklopfer" (so der Spitzname des Hubschraubers wegen seinem Sound) knatternd das Gras am Landeplatz herunterdrückt und dann sein Schatten darauf immer kleiner wird.

Der Pilot fliegt zurück zum RZ. Dort muss getankt werden. Der Hubschrauber hat eben auch Durst. Der NAW ist weg. In der Zwischenzeit war er mehrmals ausgerückt.

Über Hamburg

Über Hamburg
Foto: Team www.sar71.de

Es ist jetzt schon spät. Doch es kommt noch mal ein Einsatz, die Dämmerung lässt es gerade noch zu. Wieder ein internistischer Notfall; diesmal in der Wohnung einer alten Frau. "Person nicht ansprechbar" sagt die Depesche. Vor Ort sei ein Rettungswagen des DRK. Im Wohnzimmer der Wohnung angekommen, ist die gesamte Lage für das RTH- Team mit einem Blick erfassbar. Die RTW- Besatzung hat bereits eine Reanimation (Wiederbelebung) begonnen. EKG anschließen. Intubieren, beatmen. Das EKG zeigt die so genannte "Nulllinie". Es sieht nicht gut aus. Schließlich, nach etwa einer halben Stunde Kampf um ein Menschenleben, sieht der Notarzt ein: Hier kann die Besatzung nicht mehr helfen. Stattdessen hält der Notarzt den Tod der Patientin offiziell fest. Auch der Hubschrauber kann nicht immer helfen... Zurück bleibt die Polizei, welche die Wohnung versiegeln und alles weitere in die Wege leiten wird. Die Angehörigen sind nicht sofort erreichbar. Gedrückte Stimmung, und dennoch auch dies Alltag. Die Besatzung des Hubschraubers macht sich auf den Heimweg. Vorher müssen noch die Schaulustigen vom Hubschrauber wegbewegt werden. Sie haben sich wie immer in Scharen beim Fluggerät gesammelt. Bald darauf lässt der Pilot die Turbinen an. Schnell wird der immer höher werdende Ton beim Anlassen übertönt vom Dröhnen der Rotorblätter. Ein Griff des Piloten zum Armaturenbrett, und die Landing Lights zeichnen zwei gleißende Lichtkegel auf den Boden. Die Kufen lösen sich vom Boden. Der mit dem Stehhaltegurt gesicherte Rettungsassistent beobachtet aus der geöffneten Tür die Hindernissituation und sieht, wie die Neugierigen sich langsam davonmachen. Während der Hubschrauber Fahrt aufnimmt, und der Rettungsassistent die Tür schließt, kommen die Rettungsassistenten vom RTW aus dem Haus. Doch sie werden kaum beachtet. Das Spektakel mit dem Hubschrauber ist vorbei. Der ist schon wieder auf dem Weg nach Wandsbek. Weiterhin ist er einsatzbereit; doch die Sonne steht schon tief und in den Großstadt-Straßenschluchten ist es bereits schattig. Man sieht, wie viele Autos schon mit Licht fahren. Rechts steht die Sonne wie ein feuerroter Ball am Himmel; "auf drei Uhr", sagt man an Bord.

Am Rettungszentrum angekommen, wird die medizinische Ausrüstung überprüft. Alles in Ordnung, nur manches muss neu aufgefüllt werden. Vor allem an Supra fehlt es nun. Das wird bei Reanimationen gebraucht.

Abendsonne

Abendsonne
Foto: Team www.sar71.de

Noch 20 min, dann wird der RTH "außer Dienst" gemeldet. "Sunset" heißt es, wenn sich der Himmel mehr oder weniger rot färbt und der Hubschrauber zu Bett gebracht wird. Und es bleibt diese 20 min lang ruhig. Jetzt kommt wieder der kleine Schlepper aus dem Hangar zum Einsatz. Anneliese hat Feierabend und wird im Hangar von der Crew bettfertig gemacht. Eine Dreiviertelstunde dauern diesmal die Nachflugkontrollen. Es ist alles in bester Ordnung. Alles sitzt, wie es soll, nichts wackelt, und alles ist gut geschmiert. So wird auch am nächsten Tag der lebensrettenden Einsatzbereitschaft des Rettungshubschraubers wohl nichts im Wege stehen. Und als Anneliese endlich die Augen zumacht und im Hangar die Lichter ausgehen, hat auch die Crew des SAR71 ihren Feierabend verdient. Morgen geht es weiter.

Kurz vor Feierabend

Kurz vor Feierabend
Foto: Team www.sar71.de

 
Autor(en)
HRG
PPR