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Thüringer Luftrettung im Wandel (Teil 2)

12.12.2008

In dieser Reportagenserie sind erschienen:

Dies ist die Fortsetzung unserer Reportage aus dem November zur Luftrettung in Thüringen und ihrer Entwicklung seit der deutschen Wiedervereinigung.
Dieser 2. Teil unserer Reportage zeigt hauptsächlich die Entwicklung auf, die zum heutigen "Christoph Thüringen" führte. Dieser führt vorwiegend Intensivtransporte durch, steht aber – gerade nachts – auch ergänzend für primäre Rettungsflüge zur Verfügung.

Die heutige Einsatzmaschine als ITH

Die heutige Einsatzmaschine als ITH "Christoph Thüringen" in Bad Berka
Foto: Anonym

"Sama Erfurt 1-84-1": Fortsetzung von Teil 1

Umzug nach Bad Berka

Nachdem das Innenministerium den Ausbau der Thüringer Luftrettung weiter forciert hatte, kam es am 01. Februar 1996 noch einmal zu einer Umstationierung. Die Luftrettungszentren in Nordhausen, Jena, Suhl und SAR-Erfurt waren alle aufgebaut. "Sama Erfurt 1-84-1" zog 25 km südöstlich von Erfurt an eine Spezialklinik.

Der Bodenlandeplatz an der Zentralklinik Bad Berka. Hier stand die Bell 412 bis zum Einzug in die Hangaranlage

Der Bodenlandeplatz an der Zentralklinik Bad Berka. Hier stand die Bell 412 bis zum Einzug in die Hangaranlage
Foto: Anonym

Ab sofort war die Zentralklinik Bad Berka sein Regelstandort, da der Bezug zu einem Intensivtransporthubschrauber hier noch besser gegeben war. Und noch eine Kleinigkeit änderte sich. Aus "Sama Erfurt 1-84-1" wurde folgerichtig "Sama Thüringen 1-84-1".

Der Bodenlandeplatz an der Zentralklinik Bad Berka in der Winterversion. Besonders mühevoll: Der Aufzug der Rotorblatttaschen zum Schutz vor Vereisung

Der Bodenlandeplatz an der Zentralklinik Bad Berka in der Winterversion. Besonders mühevoll: Der Aufzug der Rotorblatttaschen zum Schutz vor Vereisung
Foto: Anonym

Zur gleichen Zeit entstand auch eine Luftrettungsleitstelle in Thüringen, die für alle 5 Maschinen die Sekundäreinsätze vergab und überwachte.

Das Herzstück des ITH (Bell 412) ist die ICTL. Die komplette Intensivtrage von ITS zu ITS. Das System ist kompatibel mit Tragesystemen der Firma FERNO (R)

Das Herzstück des ITH (Bell 412) ist die ICTL. Die komplette Intensivtrage von ITS zu ITS. Das System ist kompatibel mit Tragesystemen der Firma FERNO (R)
Foto: Anonym

Im Einsatz war "Sama Thüringen 1-84-1" ab diesem Zeitpunkt der Leitstelle Jena unterstellt. Natürlich auch zur Unterstützung der örtlichen RTH, die den ITH ggfs. nachforderten bzw. wenn diese selbst nicht verfügbar waren.

Hangar des LRZ Bad Berka (Neubau)

Hangar des LRZ Bad Berka (Neubau)
Foto: Anonym

So in etwa ist der Stand der Dinge bis heute. Ab Sonnenuntergang sind die Luftretter von Bad Berka aus vorrangig alleine da für das ganze Bundesland: Vom Thüringer Wald über die Erfurter Tiefebene bis hin zum Harz. Bei Bedarf übernimmt allerdings auch heute noch SAR Erfurt Nacheinsätze.

Neues Luftrettungszentrum in Bad Berka

Eine Veränderung gab es jedoch noch. Aus dem Behelfslandeplatz wurde ein 13.000 m2 großes Areal mit Doppelhangaranlage, Tankanlage und Sozialräumen. Zum 10 jährigen Jubiläum 2002 konnten ASB, Klinikum, Land Thüringen und HDM dieses feierlich einweihen. Der Hubschrauber wurde kurze Zeit später umbenannt von "Sama Thüringen 1-84-1" auf "Christoph Thüringen", nach dem in der Sekundärluftrettung üblichen Benennungsschema.

Der ITH fliegt, als feste Größe im Thüringer Luftrettungsdienst, mittlerweile ungefähr 950 Einsätze pro Jahr. Eine Besonderheit gibt es allerdings noch. Da die HDM Flugservice GmbH die mittlerweile ihren Firmensitz am Nürnberger Flughafen hat sich der Luftrettungsallianz "Team DRF" angeschlossen hatte, kommt intermittierend in Bad Berka seit Januar 2003 eine BK 117 in Lackierung der DRF zum Einsatz. Heute ist die HDM Luftrettung (unter ihrem neuen Namen) Bestandteil der DRF Luftrettung.

2005 wurde zur Verbesserung der Sicherheit am Hubschrauber BK 117 eine "Night Sun" Typ SX-16 angebracht. Dieser Hochleistungsscheinwerfer ist schwenkbar und ermöglicht den Piloten eine noch bessere Ausleuchtung der Landefläche bei Dunkelheit.

Wir dürfen gespannt sein, welche Neuerungen und Innovationen diesen Entwicklungen noch folgen werden.

Den Thüringer Luftrettern allzeit guten Flug und "many happy landings".

 
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Gastbeitrag