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Innsbruck: 25 Jahre Christophorus 1

26.07.2008

Innsbruck (A) ::  Am 01.07.1983 nahmen nach sehr kurzer Vorbereitungszeit der ÖAMTC, das RK Innsbruck und Heli Air den ersten ausschließlich für Zwecke der medizinischen Notfallhilfe bereitgestellte Notarzt-Hubschrauber (NAH) in Betrieb.

Planungen zum Aufbau der Flugrettung

Nach dem Beispiel des ADAC hat der ÖAMTC die Initiative ergriffen und damit den Anstoß für den Ausbau eines flächendeckenden Luftrettungsnetz im Nachbarland gegeben. Der Aktionsradius des NAH wurde mit 60 km angegeben. Insgesamt seien 10 Standorte geplant, hieß es seinerzeit.

Eingesetzte Hubschraubertypen ab 1983

Der ÖAMTC setzte in Innsbruck eine Ecureuil AS 355 F und später eine Alouette III ein. Der Einsatz von Hubschraubern aus deutscher Produktion war aus geschichtlichen Gründen nicht möglich.

Im Jahr 1989 nahm die Tyrolean Air Ambulance dann eine Ecureuil AS 350 B als "Christophorus 1" in Betrieb. Durch eine Weiterentwicklung gerade im Innenausbau hatte man 40 kg Gewicht einsparen können. Weitere Neuerungen mit der neuen Maschine war:

  • Neben dem Funknetz des Roten Kreuzes konnte man nun auch mit der Gendarmerie direkt Kontakt aufnehmen.
  • Die Einbindung in das Funknetz der Tiroler Ärzte, welches aufgrund des Ausbaues - unabhängig des Hubschraubers - jederzeit eine Verbindungsaufnahme ermöglicht.

1989 neues Finanzierungsmodell

Schlagzeile der Tiroler Tageszeitung vom November 1989:
"Landesmillionen für Notarzthelikopter"

Was war geschehen?

Der vertraglose Zustand, in dem sich seit der Indienststellung der Notarzthubschrauber "Christophorus 1" und in der Folge dessen beide Helikopterpendanten in St. Johann und Landeck befanden, ist vorbei. Die Tiroler Landesregierung schloss ein Abkommen mit dem Betreiber ÖAMTC ab, der die Notarztversorgung im gesamten Bundesland garantiert. Dafür ist das Land bereit, pro Jahr 1,8 Mio. ÖS zu zahlen. Als Berechnungsgrundlage für diesen Beitrag habe man laut Wirtschaftslandesrat errechnet, welche Kosten die Innenministeriums- und Hubschrauber des Bundesheeres verursachen, die in anderen Bundesländern die flächendeckende Notarztversorgung ergänzen. Auf dieser Bassis sei nach harten Verhandlungen der Vertrag abgeschlossen worden. Rückwirkend erhält der Autofahrerclub außerdem weitere 10 mio. ÖS für die Leistungen der vergangenen Jahre.

Reaktionen vom ÖAMTC

Der Direktor des ÖAMTC TIROL Ploner begrüßte zwar die nun erzielte Einigung. Sie sei aber nicht ganz zufriedenstellend verlaufen. So musste man in den sechs Jahren allein in Tirol 21,8 mio. ÖS in das Rettungssystem investieren. Eine Idee damals laut Ploner: es sollen Seilbahnunternehmen und Firmen gefunden werden, die den Flugbetrieb sponsern. Auch ein sog. Selbstbehalt für den Patienten brachte der ÖAMTC Direktor ins Gespräch. Für das Jahr 1989 zeigte der Betreiber auf: Bis November seien bereits 735 Einsätze geflogen worden, im gesamten Vorjahr seien 624 Flüge durchgeführt worden.

1993 weiter Finanzierungsfrage ungelöst

Auf über 25.000 Einsätze und vier weitere Standorte neben "Christophorus 1" verwies der ÖAMTC zum 10 jährigen Bestehen der Station. Im Wiener Schloß Wilhelminenberg verwies der Club außerdem auf 100 mio. ÖS, die er in der Vergangenheit zugezahlt hatte. Dies sei trotz Unterstützung der Bundesländer Tirol, Niederösterreich und Burgenland, sowie Versicherungen und Sponsoren unumgänglich gewesen.

Langfristiges Konzept zur Einsatzabrechnung Fehlanzeige

Erneut forderte der Autoclub ein Finanzkonzept für die Notarzthubschrauber. Kritik übte er auch an der Praxis, dass es keine Abgeltung der Einsatzkosten gebe, wenn der Patient nach Einsatz des NAH-Arztes dann bodengebunden ins Krankenhaus transportiert wurde. "Die langfristige Finanzierung ist noch immer offen", so der damalige Leiter des ÖAMTC Notarzthubschrauberdienstes.

Auch in Österreich blickten die Flugretter auf die Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Hubschrauber. Der ÖAMTC liebäugelte mit der BO 108, einer prototypischen Entwicklung von MBB. Nach einem Test der EC 135 testete das Luftrettungszentrum Inssbruck im Februar 1996 auch die MD 900, ein US-amerikanisches Produkt.

Entschieden hat man sich bekanntlich dann für die EC 135, die am 26.08.1997 in Innsbruck vorgestellt wurde. Im Rahmen der Recherche für diesen Beitrag wurde versucht die kompletten Einsatzzahlen aufzuarbeiten, leider ist es nicht völlig gelungen:

Oder Tabelle überspringen.

Abschließend einige Anmerkungen: Waren es 2006 noch 7,7 % Fehleinsätze bei "Christophorus 1" so sank diese Quote im letzten Jahr auf beachtlich geringe 4,4 Prozent. In den Jahren 2005 bis 2007 führte der Standort auch 26 Einsätze auf deutschem Gebiet durch – begünstigt durch seine Stationierung nicht allzu weit von der Staatengrenze entfernt.

Bilder zum Artikel folgen.

 
Autor(en)
Team rth.info