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„Christoph 32“ mit neuem Helityp im Einsatz

27.09.2015

Ingolstadt (BAY) ::  Der Rettungshubschrauber „Christoph 32“ aus Ingolstadt ist seit dem 17. Juni mit dem neuen Hubschraubermodell „Airbus H 135“ (ehemals „EC 135 T3“ genannt) unterwegs. Mit dem neuen Modell löst die ADAC Luftrettung die seit 24 Jahren eingesetzte BK 117 B2 ab. Die in die Jahre gekommene BK 117 B2 absolvierte in dieser Zeit über 28 000 Einsätze in der Donaustadt und Umgebung. Der lieb gewonnene bisherige Hubschraubertyp wurde immer verschleißanfälliger, dadurch mussten intensivere Wartungen in Kauf genommen werden. Diese zogen höhere Betriebskosten nach sich. Hinzu kommt noch eine Verschärfung der EU-Sicherheitsbestimmungen, die einen Typwechsel notwendig macht. Die ADAC Luftrettung setzt mit dem Wechsel ihren Flottenaustausch fort: Bis 2018 werden 17 Hubschrauber der neuen Generationen die Vorgängermodelle ablösen. In etwa 130 Millionen Euro investiert der Club in die gesamte Modernisierung; rund 5,5 Millionen Euro kostet eine einzelne H 135 in der Ausführung, wie sie die ADAC Luftrettung in den Einsatzdienst entsendet.

H135: Einer der markantesten Unterschiede zur EC 135 ist der Fenestron-Heckrotor, der ohne den voluminösen Bumper des Vorgängermodells auskommt

H135: Einer der markantesten Unterschiede zur EC 135 ist der Fenestron-Heckrotor, der ohne den voluminösen Bumper des Vorgängermodells auskommt

Foto: Oliver Lochner

Am Freitag, den 25.09.2015 wurde das neue Hubschraubermodell der Presse in Ingolstadt vorgestellt. Neben zahlreichen Vertretern der Medien waren unter anderem auch Mitarbeiter von Airbus Helicopters vor Ort:

  • Wolfgang Schoder, Chief Executive Officer,
  • Thomas Hein, Vertriebsleiter Region West und
  • Wolfgang Buchner, Kundenbetreuung Zentraleuropa.

Außerdem waren vor Ort vertreten:

  • Der Geschäftsführer Hr. Günther Griesche vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Ingolstadt;
  • seitens der ADAC Luftrettung Hr. Rüdiger Lode, Vorstand für Verkehr, Umwelt und Fahrzeugtechnik ADAC Südbayern,
  • Rudolf Vogler, Kommunikation ADAC Südbayern und
  • Frèdèric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung.

Der Stationsleiter im Interview

Im Gespräch mit Herrn Vogler vom ADAC erläutert ADAC-Stationsleiter Peter Döring die wesentlichen Vorteile des modernen Maschinentyps im Vergleich zum Vorgängermodell.

Herr Döring, wie war Ihr erstes Gefühl als Sie in die neue Maschine eingestiegen sind?

Döring: Der Geruch verriet mir, dass es – wie bei einem Neuwagen – ein fabrikneuer Hubschrauber ist. Ansonsten ist mir das Muster ja vertraut. Die H 135 P3 ist eine Weiterentwicklung der H 135 P2, auf der ich seit 1998 auf anderen ADAC-Stationen fliege.

Wie lange sind Sie auf der bisherigen BK 117 geflogen?

Döring: Seit 1997, als ich zur ADAC-Luftrettung kam – also 18 Jahre. Insgesamt habe ich etwa 3750 Flugstunden auf dem Muster absolviert, die meisten davon im Rettungsdienst.

Eine lange Zeit. Ist da nicht ein bisschen Wehmut dabei nach all den Jahren?

Döring: Eigentlich nicht. Die Zeit bleibt nicht stehen, und ich bin persönlich offen für Neuerungen, daher freue ich mich über die technischen Verbesserungen.

Welche Verbesserungen sind das?

Döring: Das moderne Glascockpit und der neue Autopilot, der mich in der Flugphase deutlich entlastet. Hinzu kommt, dass das Navigationsgerät die Koordinaten des Einsatzortes direkt an den Autopiloten überträgt, der die Maschine dann automatisch ans Ziel steuert. Das erlaubt mir, dass ich mich intensiver auf die Maschinendaten, den Luftraum und damit die Flugsicherheit konzentrieren kann. Ein entscheidender Vorteil ist auch die gesteigerte Einmotorenleistung.

Das müssen Sie erklären...

Döring: Die Leistungssteigerung erlaubt bei richtiger Beladung und Betankung, dass der Pilot einen Flug im Falle eines Triebwerkausfalls sicher und ohne sofortige Notlandung fortführen kann. Unterm Strich ist der neue „Christoph 32“ ein deutlicher Zugewinn vor allem im Punkto Sicherheit. Ebenso ist die Maschine schneller „flugfertig“ durch die neuen Systeme. Die Turbinen benötigen weniger Zeit zum warm laufen und auch beim Abstellen des Hubschraubers können die Turbinen schneller abgeschaltet werden als im Vorgängermodell. Das erspart unter anderem kostbare Zeit und bedeutet mehr Sicherheit, z. B. wenn die Maschine mitten auf einer Kreuzung landen muss, können wir durch das schnellere Abschalten die Maschine schneller sichern gegen Unfälle.
Stationsleiter Peter Döring vor einigen Jahren in einer EC 135 älterer Generation, deren Cockpit scherzhaft auch "Uhrenladen" genannt wird...

Stationsleiter Peter Döring vor einigen Jahren in einer EC 135 älterer Generation, deren Cockpit scherzhaft auch "Uhrenladen" genannt wird...

Foto: ADAC Südbayern

... und zum Vergleich der Blick ins besetzte Glascockpit der neuen H135 mit den Multifunktionsdisplays

... und zum Vergleich der Blick ins besetzte Glascockpit der neuen H135 mit den Multifunktionsdisplays

Foto: Michael Schaufler

Modernste Technik in der H 135

Mit der H 135 ergibt sich ein Zugewinn an Leistung, der den beiden Triebwerken der Marke „Pratt & Whitney“ mit je 613 PS zu verdanken ist. Aufgrund des ummantelten Heckrotors ist die Lärmreduzierung ein weiterer großer Pluspunkt: Bei Starts und Landungen verursacht die Maschine nur noch einen Schalldruck von 70 Dezibel, bei der BK 117 war die Lärmemission höher.

Auch der Treibstoffverbrauch konnte reduziert werden. Ein weiterer Pluspunkt sind auch die längeren Wartungsintervalle: Bei der BK 117 waren nach 300 und 600 Flugstunden große Wartungsarbeiten nötig, beim neuen Modell werden die Inspektionen nach 500 und 1000 Stunden ohne Einbußen bei der Flugsicherheit fällig.

H135 (rechts) und H145 (vor dem Hangar)

H135 (rechts) und H145 (vor dem Hangar)

Foto: Michael Schaufler

Mit diesem modernen und Leistungsstarken Hubschrauber macht sich die ADAC Luftrettung technisch fit für die Herausforderungen der kommenden Jahre.

v.l.: R. Lode, Vorstand f. Verkehr, Umwelt u. Fahrzeugtechnik ADAC Südbayern; F. Bruder, Geschäftsführer ADAC Luftrettung; R. Vogler, Kommunikation ADAC Südbayern; P. Döring, Stationsleiter ADAC; O. Gabriel, ltd. Rett.Ass.; A. Grünes, ltd. Notärztin RTH

v.l.: R. Lode, Vorstand f. Verkehr, Umwelt u. Fahrzeugtechnik ADAC Südbayern; F. Bruder, Geschäftsführer ADAC Luftrettung; R. Vogler, Kommunikation ADAC Südbayern; P. Döring, Stationsleiter ADAC; O. Gabriel, ltd. Rett.Ass.; A. Grünes, ltd. Notärztin RTH

Foto: Michael Schaufler

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Autor(en)
MSC

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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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