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Rettungshubschrauber kommt Bus in die Quere

23.09.2005

Pforzheim (BWÜ) ::  Ein Rotorblatt eines Rettungshubschraubers der Deutschen Rettungsflugwacht e.V. (DRF) wurde vorgestern (21.09.) von einem Stadtbus der Pforzheimer Linie 63 gerammt. Dies berichtete am gestrigen 22.09. die Pforzheimer Zeitung. Nachdem der Pilot mit seinem Luftfahrzeug vom Typ BO 105 aufgrund eines medizinischen Notfalles im Gewerbegebiet Altgefäll auf der dortigen Gablonzer Straße gelandet sei, habe der Pilot zunächst den Helikopter gegen den fließenden Verkehr abgesichert. Kurz nach 10:00h jedoch habe der Fahrer eines Stadtbusses die Entfernung seines in der Wendeschleife fahrenden Wagens zu einem der Rotorblätter überschätzt und sei so, trotz Warnung des Piloten, gegen das GFK-Rotorblatt gefahren. Die relativ leichte Berührung habe bereits ausgereicht, um den Hubschrauber flugunfähig zu machen, da die entstandenen Risse sich durch die im Flug wirkenden starken Kräfte schnell um ein Vielfaches ausdehnen würden. Da man die Flugtauglichkeit nicht mehr habe gewährleisten können, sei der Hubschrauber mit einem Tieflader abgeholt worden und habe entsprechend lange am Notfallort verbleiben müssen.

Der Patient sei unterdessen vom medizinischen Team des Rettungshubschraubers versorgt und anschließend mit dem ersatzweise angeforderten Intensiv-Transporthubschrauber "Christoph 53" aus Mannheim nach Ludwigshafen ins Krankenhaus ausgeflogen worden.

Vor dem Abtransport der beschädigten BO 105 auf dem Tieflader sei dann noch ein dritter Hubschrauber der DRF am Unglücksort gelandet. Dieser sei aus Baden-Baden gekommen und habe den Piloten samt notfallmedizinischer Ausrüstung seines Rettungshubschraubers ausgeflogen.

Nach DRF-Informationen steht am DRF-Operation-Center in Baden-Baden stets eine Ersatzmaschine auf Abruf bereit, um eventuell ausfallende Maschinen vertreten zu können. Auf sie dürfte im vorliegenden Fall zurückgegriffen worden sein.

Ähnliche Fälle, in denen Rotorblätter von Rettungshubschraubern im Einsatz von Straßenfahrzeugen gerammt wurden, gab es zuletzt u.a. in Aachen im November 2003 (zwei Busse beteiligt) sowie in Zwickau im März 2004 (ein Stadtbus beteiligt). Im Jahr 2002 hatte es bereits "Christoph 8" aus Lünen (Kreis Unna / NRW) erwischt. Dabei besonders pikant: Übersehen wurde das Rotorblatt von einem Rettungswagen, der am Einsatz beteiligt gewesen war.

Autor(en)
PPR
Quelle(n):
www.pz-news.de

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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