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Neuer Zivilschutz-Hubschrauber in Kempten übergeben

11.05.2019

Bonn (NRW) ::  Hebt einer der orangefarbenen Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH) ab, ist die Lage meist ernst. Vor allem Bayerns Bergregionen haben besonders hohe Anforderungen an die Luftrettung. Um diesen gerecht zu werden, überreichte Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am 10. Mai einen neuen und leistungstärkeren Zivilschutz-Hubschrauber (ZSH) des Musters H135 an den Bayerischen Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Joachim Herrmann.

Die H135 ersetzt im Luftrettungszentrum (LRZ) Christoph 17 in Kempten-Durach die zwölf Jahre alte Maschine des Typs EC 135T2i. So zieht in das neue, erst im Dezember eingeweihte LRZ auch eine neue Maschine ein. In seiner originären Aufgabe – dem Einsatz im Zivilschutzfall, also dem Spannungs- oder Verteidigungsfall – gilt es neben dem Verletztentransport, Schadensstellen zu erkunden und zu überwachen, Spezialisten und Material herbeizuschaffen, Bevölkerungsbewegungen zu beobachten oder zu lenken oder radioaktive Strahlung aus der Luft zu messen. In Friedenszeiten fliegt ein ZSH für die Länder Rettungsdiensteinsätze.

Rettungswinde statt Rettungstau

Hochmodern und besonders leistungsstark ist die H135 mit einer verbesserten Triebwerksleistung und Flugsicherheit speziell für Einsätze in Höhen- und Bergregionen geeignet. Zusätzlich ist die neue Maschine mit einer Rettungswinde ausgestattet, mit der in Not geratene Menschen aus schwer zugänglichem Gelände gerettet werden können. Die Winde ersetzt das Rettungstau des Vorgängers und bietet mehr Einsatzmöglichkeiten als bisher.

Mit der heutigen Übergabe setzt der Bund ein weiteres Signal, dass er sich für die Sicherheit und Leistungsstärke im Bevölkerungsschutz engagiert. Bergeinsätze – egal ob in der Luftrettung oder im Zivil- und Katastrophenschutz – sind besonders herausfordernd und benötigen bestmögliche Technik, sagte BBK-Präsident Christoph Unger.

Gruppenfoto zur Übergabe

Gruppenfoto zur Übergabe

Foto: BRK-Pressefoto

Besondere Zusammenarbeit vieler Partner

Dass die ZSH regelmäßig und zuverlässig in die Luft gehen, ist möglich dank der guten Zusammenarbeit verschiedener Partner: Das verdeutlichten auch die bei der Übergabe anwesenden Ehrengäste. Neben...

  • BBK-Präsident Unger und
  • Staatsminister Herrmann waren auch
  • Thomas Helbig, Leiter der Bundespolizei-Fliegergruppe,
  • Dr. Paul Wengert, Vizepräsident des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sowie
  • OB Thomas Kiechle, Vorsitzender des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Allgäu und
  • Landrat Anton Klotz in Kempten-Durach dabei.

    BBK-Prä­si­dent Chri­stoph Un­ger über­gibt den neu­en Zi­vil­schutz-Hub­schrau­ber an Bay­ern

    BBK-Prä­si­dent Chri­stoph Un­ger über­gibt den neu­en Zi­vil­schutz-Hub­schrau­ber an Bay­ern

    Foto: BRK-Pressefoto

    Die Zusammenarbeit sieht wie folgt aus:

    • Das BBK beschafft die Mehrzweckhubschrauber für den Zivilschutz und stellt sie den Ländern für Katastrophen- und Zivilschutzzwecke zur Verfügung.
    • Zusätzlich werden die ZSH von den Ländern im Rettungsdienst eingesetzt.
    • Geflogen werden sie von Pilotinnen und Piloten der Bundespolizei, die auch die Wartung und Instandhaltung der Hubschrauber übernimmt.
    • In Kempten koordiniert der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Allgäu die Einsätze,
    • die wiederum vom BRK durchgeführt werden.
    • Das BRK stellt überdies die Notfallsanitäterinnen und –sanitäter auf Christoph 17.
    • Die Notärztinnen und Notärzte kommen vom Verein Luftrettung für das Allgäu Christoph 17 Kempten e.V.

    Christoph 17, Kempten, mit H135 “D-HZSH“, dem ZSH neuester Bauart

    Christoph 17, Kempten, mit H135 “D-HZSH“, dem ZSH neuester Bauart

    Foto: BRK-Pressefoto

    Autor(en)
    Originaltext Pressemitteilung des BBK vom 10.05.2019
    Quelle(n):
    siehe Weblink

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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