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Südtirol: “GRS – Heli Doctor“ zum Jahresende liquidiert

11.03.2019

Bozen (I) ::  Zum 31.12.2018 hat das Landesamt für die Entwicklung des Genossenschaftswesens die Zwangsliquidation der Genossenschaft Rettung Südtirol (GRS) verfügt. “Aus dem im Auftrag des Raiffeisenverbandes Südtirols übermittelten Revisionsbericht am Ende der ordentlichen Revision der Genossenschaft ‚GRS Genossenschaft Rettung Südtirol – Sozialunternehmen‘, welche von dem beauftragten Revisor durchgeführt wurde, gehen die Handlungsunfähigkeit sowie die Insolvenz der betroffenen Genossenschaft hervor, weshalb der Revisor den Erlass des Dekretes der Zwangsliquidation im Verwaltungswege beantragt hat.“ So steht es im entsprechenden Dekret des Landes, das das deutschsprachige Südtiroler Internetportal www.tageszeitung.it zitiert.

Die Episode “GRS – Heli Doctor“ dauerte nicht lang

Die Episode “GRS – Heli Doctor“ dauerte nicht lang

Foto: Tobias Klein

Die Genossenschaft Rettung Südtirol (GRS), eine Genossenschaft ohne Gewinnabsicht nach italienischem Recht, hatte erst am 1. November 2017 den Probebetrieb mit einem eigenen Rettungshubschrauber aufgenommen. Dieser sollte bereits zum 1. Dezember 2017 in den Regelbetrieb überführt werden, wie Stefan Hofer, Präsident der GRS-CSA, seinerzeit auf Anfrage von rth.info mitgeteilt hatte. Zum Einsatz kamen bei GRS unter anderem Bell 412EP (auf Abbildungen waren die D-HAFE und D-HAFL zu sehen) des deutschen Helikopter-Unternehmens Agrarflug Helilift GmbH & Co. KG mit Sitz im westfälischen Ahlen. Aus Branchenkreisen war zudem zu erfahren, dass GRS-Präsident Hofer in Deutschland weitere Gespräche auch mit namhaften Luftrettungsbetreibern geführt hatte. Allerdings sollen die Gespräche relativ schnell beendet worden sein, nachdem diesen klar wurde, dass sie erhebliche finanzielle Eigenleistungen mit in das Joint Venture hätten bringen sollen.

Die D-HAFL von Agrarflug flog zeitweilig für “GRS – Heli Doctor“

Die D-HAFL von Agrarflug flog zeitweilig für “GRS – Heli Doctor“

Foto: Tobias Klein

Auch wenn GRS-Präsident noch im Dezember 2018 gegenüber norditalienischen Medien Hoffnung ausstrahlte, den Weiterbetrieb der Aktivitäten der GRS betreffend, so darf doch das Kapitel “GRS – Heli Doctor“ als vollends gescheitert gelten. Das auf Versicherungspolicen beruhende Mitgliedersystem scheint – darin einem klassischen Schneeballsystem nicht unähnlich – im Endeffekt weniger Geld auf der Habenseite verbucht zu haben, als Ausgaben zu verzeichnen waren. Versuche von rth.info, Stefan Hofer zu den genaueren Umständen der Liquidation der Genossenschaft zu befragen, scheiterten unlängst – E-Mails an die rth.info bekannte E-Mail-Adresse landeten in einem übervollen E-Mail-Account. Offenbar wird dieser seit einigen Tagen nicht mehr genutzt. Die Website www.grs-csa.it steht zum Verkauf, die Website www.heli-doctor.com ist zwar noch online, entspricht aber keinesfalls den EU-Vorgaben, siehe beispielsweise die fehlenden Pflichtangaben im Impressum: https://www.heli-doctor.com/impressum – E-Mails an die auf der Unterseite https://www.heli-doctor.com/privacy angegebene E-Mail-Adresse info@grs-csa.it laufen ebenfalls ins Leere.

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Autor(en)
Jörn Fries

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Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

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"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

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