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MD 900 im Doppelpack für Halle-Oppin

11.10.2004

Halle-Oppin (SAH) ::  „Luftrettung – Eine Frage der Zeit“ lautete der Titel des Symposiums, zu dem die HSD Hubschrauber Sonder Dienst Flugbetriebs GmbH & Co. KG, Partner in der Luftrettungsallianz TEAM DRF, am 8. Oktober 2004 am Flugplatz Halle/Oppin eingeladen hatte. In Fachvorträgen beleuchteten Experten Abläufe und Probleme des luftgebundenen Intensivtransports aus unterschiedlichen Gesichtspunkten. Themen waren die Geschichte der Luftrettung, medizinische Voraussetzungen des Intensivtransports, der luftgebundene Transport von polytraumatisierten und herzkranken Patienten, wirtschaftliche Aspekte der Luftrettung sowie flugspezifische Besonderheiten, wie zum Beispiel Wetter- und Landevoraussetzungen bei Tag- und Nachteinsätzen.

Referenten waren die beiden leitenden Hubschraubernotärzte in Halle, Dr. Thomas Krechlok von der Klinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin an den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Halle Bergmannstrost und Dr. Hendrik Liedtke von der Universitätsklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, sowie Dr. Rainer Löb von der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin der St. Barbara-Klinik in Hamm-Heesen und HSD-Pilot und Stationsleiter Norbert Ebbighausen.

Das Symposium richtete sich an geladenes Fachpublikum. Vertreter aus der Politik, Ärzte aus Kliniken in Sachsen-Anhalt sowie Mitarbeiter regionaler Rettungsorganisationen und Rettungsleitstellen waren unter den Gästen. „Unser gemeinsames Anliegen ist die zeitgerechte, sichere und optimale Versorgung unserer Intensivpatienten. Dazu bedarf es der Zusammenarbeit aller beteiligten Partner“, betonte Kai Scheithauer, Geschäftsführer der HSD Hubschrauber Sonder Dienst Flugbetriebs GmbH & Co. KG, die das Luftrettungszentrum in Halle seit 1991 betreibt. „Das Symposium sollte unseren Gästen zum Informationsaustausch und als Diskussionsplattform dienen.“

Im Rahmen des Symposiums führte der HSD zwei Hubschrauber vom Typ MD 900 „Explorer“ ein und löste damit die bisherigen am HSD-Luftrettungszentrum Halle eingesetzten Intensivtransporthubschrauber vom Typ Bell 222 ab. Bei der Indienststellung waren der Minister für Gesundheit und Soziales in Sachsen-Anhalt, Gerry Kley, sowie die Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit der Stadt Halle, Dagmar Szabados, anwesend. Bei einem Rundflug mit dem neuen Hubschrauber konnten sie sich von dessen Vorteilen überzeugen.Minister Kley betonte, wie wichtig der HSD-Intensivtransporthubschrauber aus Halle ist und forderte die anwesenden Vertreter von Leitstellen und Krankenhäusern auf, ihn noch häufiger zu alarmieren.

Hintergrundinformationen

Alarmiert durch die Koordinierungsstelle Magdeburg beziehungsweise durch die Rettungsleitstelle Halle führen die beiden am Flugplatz Halle-Oppin stationierten HSD-Hubschrauber lebensrettende Intensivtransporte von Patienten zwischen Kliniken durch, stehen bei Bedarf aber auch als schnelle Notarztzubringer für die Notfallrettung zur Verfügung. Die Hubschrauber transportieren Patienten aus Kliniken in ganz Sachsen-Anhalt in Spezialkliniken - vor allem nach Halle, Magdeburg und Coswig -, führen aber auch bundeslandübergreifende Intensivtransporte durch, zum Beispiel nach Leipzig und Berlin. „Christoph Sachsen-Anhalt“ ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit, während „Christoph Halle“ in Duplizitätsfällen von Montag bis Freitag tagsüber eingesetzt wird. Die Besatzung besteht aus tagsüber einem, nachts zwei Piloten, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten. Im vergangenen Jahr leistete das Luftrettungszentrum Halle insgesamt 1066 Einsätze.

Das Hubschrauberteam in Halle setzt sich zusammen aus acht Piloten, 25 Notärzten und 15 Rettungsassistenten. Die Mediziner werden von den Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Halle Bergmannstrost sowie der Universitätsklinik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg gestellt. Die Rettungsassistenten kommen überwiegend vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Merseburg-Querfurt.

Die medizinische Besatzung verfügt an Bord des MD 900 „Explorer“ über alle medizintechnischen Geräte, die für eine optimale Versorgung von intensivpflichtigen Patienten notwendig sind. Darunter sind zum Beispiel das hoch entwickelte Beatmungsgerät Oxylog 3000, ein Überwachungsmonitor, Spritzenpumpen und ein Defibrillator. Am Luftrettungszentrum wird ein Inkubator für den Transport von Frühgeborenen vorgehalten.

Der HSD betreibt bereits einen Hubschrauber vom Typ MD 900 „Explorer“ am Standort Hannover, der seit dem Jahr 1996 als „Christoph Niedersachsen“ in die niedersächsische Luftrettung eingebunden ist. Die HSD Hubschrauber Sonder Dienst Flugbetriebs GmbH & Co. KG hat die beiden für Sachsen-Anhalt beschafften MD 900 „Explorer“ von der Firma Air Lloyd Deutsche Helicopter Flugservice GmbH mit Sitz in Bonn/Hangelar angemietet.

Air Lloyd war auch für die Einweisung der HSD-Piloten auf den neuen Hubschraubertyp zuständig und garantiert zudem die Ersatzteilversorgung, damit die beiden Maschinen logistisch optimal versorgt werden. Die Firma Helitec Helicopter GmbH in Halle/Oppin gewährleistet die technische Wartung rund um die Uhr.

Abschließend bleibt anzumerken, das es dem HSD und der DRF mit der Veranstaltung gelungen ist, ein hochinteressantes, aktuelles Thema zu präsentieren, wobei eine Indienststellung gleich zweier moderner, innovativer Hubschrauber das Sahnehäubchen bildete. Die hervorragende Betreuung der Presse und eine kleine Industrieschau rundeten das Programm ideal ab. Wir wünschen dem HSD-Team viele erfolgreiche Einsätze und „many happy landings“!

Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage einer DRF-Pressemitteilung erstellt und modifiziert / ergänzt durch Patrik Kalinowski und Bernhard Rühl.

Autor(en)
DRF-Pressemitteilung
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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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