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Rettungshubschrauber für Bayerns Dreiländereck?

13.12.2015

Passau (BAY) ::  Seit einigen Jahren kommt in der deutsch-österreichischen Grenzregion der in Suben stationiere Rettungshubschrauber „Christoph(orus) Europa 3“ zum Einsatz. In einer Kooperation zwischen der ADAC Luftrettung und dem ÖAMTC wird die Station halbjährlich wechselnd betrieben. Was im Sommer 2012 anfangs als Pilotprojekt startete, bewährte sich, sodass man im darauffolgenden Sommer in den Dauerbetrieb wechselte. Auch die Einsatzzahlen – im vergangenen Jahr 1838 Aufträge – sprechen für sich.

Doch eigentlich würden auch Teile Tschechiens im schnell erreichbaren Radius von „Christophorus Europa 3“ liegen, werden aber bisher nicht angeflogen. Auch der an der Grenzregion stationierte Rettungshubschrauber „Christoph 80“ in Weiden passiert die Staatsgrenze ins Nachbarland bisher nicht.

So sei laut Informationen des bayerischen Rundfunks seit zwei Jahren die Initiierung eines trinationalen Rettungshubschraubers für das Dreiländereck im Gespräch, an dem die drei Länder beteiligt sein sollen. So sei der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Passau zwar an dem Projekt interessiert, doch gestalte sich die Realisierung schwierig, wie der Leiter Bernhard Wagmann gegenüber der Presse weiter erklärt. So gäbe es diverse Hürden, beispielsweise die unterschiedliche Alarmierungs- und Funktechnik sowie die Sprachbarriere.

Auch der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete Konrad Kobler setzt sich stark für den trinationalen Hubschrauber ein. Warum dieser nicht schon lange einsatzbereit ist, versteht Kobler nicht. So erklärt er gegenüber dem Bayerischen Rundfunk: „Ein Rettungshubschrauber, der über die Grenzen im Dreiländereck hinweg zum Einsatz kommen kann, das müsste im 21. Jahrhundert und 25 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs doch möglich sein“.

Zwar wurde kürzlich ein Kooperationsvertrag zwischen Deutschland und Tschechien, der den Rettungsdienst in einem fünf Kilometer Bereich um die Grenze regeln soll, geschlossen, doch sei man von der Einführung des trinationalen Rettungshubschraubers noch weit entfernt, wie man weiter in der Pressemeldung lesen kann. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die grenzüberschreitende Luftrettung im Dreiländereck umgesetzt werden wird. Für die Patienten in den betroffenen Regionen wäre das Vorhaben vermutlich eine Verbesserung der medizinischen Versorgung, so sind beispielsweise größere Krankenhäuser Nähe der Grenze eher rar.

 
Autor(en)
MST
Quelle(n):
Bayerischer Rundfunk