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Zwanzig Jahre Intensivtransporthubschrauber in Wiener Neustadt

01.07.2019

Wiener Neustadt (A) ::  Seit 1999 ist der Intensivtransporthubschrauber (ITH) der ÖAMTC-Flugrettung fixer Bestandteil des Rettungs- und Krankentransportwesens in Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. In den vergangenen 20 Jahren war die fliegende Intensivstation knapp 6.000 Mal unterwegs. Nach einer eingehenden Analyse der Umfeldbedingungen wurde nun mit Anfang Juli der ITH strukturell auf neue Beine gestellt. “Kürzere Vorlaufzeiten und ein erweitertes Aufgabenspektrum inklusive Notfalleinsätze nach schweren Unfällen oder bei lebensbedrohlichen Erkrankungen“, so fasst der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung, Reinhard Kraxner, die wesentlichsten Änderungen zusammen. Ulrike Königsberger-Ludwig, die zuständige niederösterreichische Landesrätin für Rettungswesen, ergänzt: “Diese Umstellung bringt eine schnellere Einsatzfähigkeit mit sich und sorgt für längere Bereitschaften, insbesondere in den Wintermonaten. Mit diesem Schritt können wir der niederösterreichischen Bevölkerung eine noch bessere Versorgung ermöglichen. Dass sich diese Umstellung dabei als kostenneutral für das Land darstellt, ist ein weiterer Vorteil. Ich bin ich froh, mit dem ÖAMTC einen so verlässlichen Partner an der Seite der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zu haben.“

Die wichtigste Neuerung ab 1. Juli ist, dass die Crew – bestehend aus Fachärzten für Intensivmedizin, die über langjährige notfallmedizinische Erfahrung verfügen, sowie diplomierten Intensivpflegern – permanent zwischen 8 und 21 Uhr am Stützpunkt einsatzbereit ist, was die Vorlaufzeit für Überstellungsflüge minimiert. “Krankenhäuser der gesamten Ostregion können so rascher auf einen mit modernster medizinischer Technik ausgerüsteten Hubschrauber zugreifen und notwendige Verlegungen sinnvoll planen“, erläutert Kraxner. Die effiziente Gestaltung der Dienstzeiten resultiert in erster Linie aus dem 24-Stunden-Betrieb von Christophorus 2. “Die Auswertung der Daten hat gezeigt, dass Verlegungsflüge, die spezielles Equipment erfordern, fast ausschließlich tagsüber durchgeführt werden“, so der Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung. “All jene, die in der Nacht notwendig sind, können problemlos auch von Christophorus 2 übernommen werden.“

Ein weiterer wesentlicher einsatztaktischer Vorteil ist die Tatsache, dass der Helikopter zu Spitzenzeiten als wertvolle Ergänzung zu Christophorus 3, Christophorus 9 und Christophorus 16 auch für Notfalleinsätze zur Verfügung steht. “Durch die permanente Einsatzbereitschaft können wir vor allem während der Wintermonate bei lebensbedrohlichen Erkrankungen oder schweren Unfällen auch bei Dunkelheit noch rasch helfen“, unterstreicht der leitende Notarzt des ITH, Helmut Trimmel. Auch das fußt auf einer detaillierten Datenanalyse, die aufgezeigt hat, dass es rund um 21 Uhr zu einer Einsatzspitze in den Abendstunden kommt. “Für uns ist es daher der nächste logische Schritt, abends länger in der Luft zu bleiben“, stellt Trimmel abschließend fest.

Autor(en)
Originaltext Pressemitteilung der ÖAMTC-Flugrettung
Quelle(n):
Pressemitteilung “ÖAMTC-Flugrettung: Intensivtransporte effizient organisiert“ der ÖAMTC-Flugrettung vom 1. Juli 2019

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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