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Flugnotfall während eines Notarzthubschraubereinsatzes

26.05.2019

Innsbruck (A) ::  Am 23.05.2019 um 10.53 Uhr wurde der Notarzthubschrauber “Christophorus 5“ des ÖAMTC durch die Leitstelle Tirol zu einem Arbeitsunfall im alpinen Gelände in 6580 St. Anton am Arlberg, Bereich Galzig, Arlensattel, alarmiert. Der NAH wurde nach Einweisung durch einen Ersthelfer oberhalb der Unfallstelle abgestellt. Nach Erstversorgung des beim Arbeitsunfall Verletzten (37 Jahre, Österreicher) durch den Notarzt wurde dieser zur Verladung in den Hubschrauber vorbereitet. Anschließend wurde der Hubschrauber vom Typ “Eurocopter H135“ durch den Piloten (42 Jahre, Österreicher) gestartet und wenige Meter neben der Unfallstelle im Kreuzungsbereich mehrerer Forstwege gelandet.

Dabei wurde die Maschine nicht abgestellt. Beim Verladen des Patienten in die Maschine erlitt der Pilot einen medizinischen Notfall, worauf er die Kontrolle über das Fluggerät verlor und sich dieses ca. 270 Grad um die eigene Achse drehte. In weiterer Folge mussten vier Helfer den Verladevorgang abbrechen. Dabei stürzte der bereits im Bergesack befindliche 37-Jährige aus der Maschine. Der 44-jährige Flugretter (Österreicher) wurde bei diesem Vorfall leicht verletzt. Durch die Drehbewegung streifte der Hubschrauber mit dem Heckrotor eine Böschung und kam in weiterer Folge nach erneuter Kollision mit einer Schneewand zum Stillstand. Die vor Ort befindlichen Personen leisteten sofort Erste Hilfe und forderten den Notarzthubschrauber “MARTIN-2“ zur Unterstützung an, mit welchem der Pilot des C5 und der verletzte Flugretter ins Krankenhaus Zams geflogen wurden. Der beim Arbeitsunfall verletzte Mann wurde bodengebunden mit dem Rettungsdienst und Begleitung des Notarztes ebenfalls ins Krankenhaus Zams transportiert.

Die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) des BMVIT, sowie die Flugsicherung Austro Control wurden vom Flugunfall in Kenntnis gesetzt. Die Staatsanwaltschaft Innsbruck ordnete die Sicherstellung des Fluggerätes an. Weiters wurde ein gerichtlich beeideter Sachverständige für Luftfahrt mit der Unfallursachenermittlung beauftragt.

Autor(en)
Originaltext Pressemitteilung der Polizei Tirol vom 23.05.2019
Quelle(n):
siehe Weblink

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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