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20 Jahre Luftrettung in Neustrelitz

12.06.2016

Neustrelitz (MVP) ::  Werner Latten blickt in einem Bericht auf copterweb.de zurück auf die Feierlichkeiten anlässlich des Jubiläums “20 Jahre Luftrettung in Neustrelitz“:

Die Anfänge

Durch das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern wurde im Juni 1996 fest­ge­legt, dass der Standort für den Rettungshubschrauber von Schwerin in den Landkreis Mecklenburg-Strelitz nach Neustrelitz ver­legt wird. Der Bundesgrenzschutz, heute Bundespolizei, stellte ihre Räumlichkeiten als Über­gangs­lö­sung zur Verfügung. Doch bevor der Dienst auf­ge­nom­men wer­den konnte, wur­den alle durch die dama­lige Besatzung des Lufttransportgeschwaders (LTG) 63 auf dem Fliegerhorst in Rostock-Laage unter­wie­sen. Als der Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D in Neustrelitz stand, wurde das Einrüsten der medi­zi­ni­schen Geräte durch die zukünf­ti­gen Luftretter durchgeführt.

Umzug in ein neu gebautes Luftrettungszentrum

8 Notärzte und Rettungsassistenen, Pilot und Bordtechniker nah­men dann am 1. Juli 1996 den Dienst auf dem Gelände des Bundesgrenzschutzes auf. Nach einer Alarmierung fuhr die Besatzung mit einem PKW ca. 400m zum Landeplatz. Dieser Zustand dau­erte etwas über 2 Jahre. Am 14. August 1998 konnte das neue Luftrettungszentrum bezo­gen wer­den. 3,6 Millionen DM kos­tete der Neubau mit Hangar, Dienst– und Sozialräumen, einer unter­ir­di­schen Tankanlage und einer fahr– und dreh­ba­ren Landeplattform.

Übergabe an ADAC Luftrettung

Am 30. Juni 2006 über­gab die Bundeswehr in einem gro­ßen Festakt die Station an die gel­ben Engel der ADAC Luftrettung. Von nun an flog ein Eurocopter EC 135 als „Christoph 48“ den Luftrettungsdienst. Es war für alle ein sehr emo­tio­na­ler Moment, da dies die letzte von der Bundeswehr betrie­bene zivile Luftrettungsstation gewesen war. Der SAR 93, der in­zwi­schen zum LTG 62 gehörte, flog ins­ge­samt 8.764 Einsätze in ca. 4.800 Flugstunden und ver­sorgte 8.582 Betroffene. 37 mal wurde er zu SAR-Einsätzen gerufen.

Bevor der Dienst am 1. Juli 2006 über­nom­men wer­den konnte, muss­ten alle Rettungsassistenten einen Lehrgang zum HEMS Crew Member (HCM) in Leipzig absol­vie­ren. Im Gegensatz zur Bell UH-1D über­nimmt bei der EC 135 der Rettungsassistent eine Doppelfunktion. Während des Fluges unter­stützt er den Piloten bei Start, Flug und Landung, über­nimmt die Navigation und den Sprechfunk mit der Rettungsleitstelle. Am Boden ist er der medi­zi­ni­sche Assistent des Notarztes.

Die Jubiläumsfeier bei “Christoph 48“

Christoph 48 bei der Jubiläumsfeier

Christoph 48 bei der Jubiläumsfeier

Foto: Werner Latten

Am 1. Juli 2016 exis­tiert der „Christoph 48“ 20 Jahre. Zu die­sem Jubiläum lud die Station aus Neustrelitz zu einem Tag der offe­nen Tür ein. Bei herr­lichs­tem Wetter kamen Groß und Klein der Einladung nach. Zu sehen gab es neben dem Hubschrauber-Simulator, einer BK 117, die ehe­ma­lige D-HTIB, auch den Stationshubschrauber, eine EC 135 P2 mit der Kennung D-HSWG (SN 0481), an denen Piloten, Notärzte und HEMS Technical Crew Member (HEMS TC, ehem. HCM) die vie­len Fragen der Besucher beant­wor­te­ten. Gegen 12:30 Uhr wurde dann „Christoph 48“ zu einem Notfall alar­miert. Nur wenige Tage vor­her sind die Neustrelitzer Luftretter ihren ins­ge­samt 20.000 Einsatz geflogen.

Wenige Minuten spä­ter wurde es für die Neustrelitzer wie­der emo­tio­nal. Schon von Weitem konnte man das Flap-Flap, auch den „Sound of Rescue” genannt, hören. Der SAR 87 aus Holzdorf, eine Bell UH-1D mit der Kennung 71+11, kam und brachte den Leiter des Rescue Coordination Centre (RCC) Münster, Oberstleutnant Achim Rösen, der es sich nicht neh­men ließ, der Station zum Jubliäum zu gra­tu­lie­ren. Der SAR 87 wird heute vom Transporthubschrauberregiment 30 in Niederstetten betrieben.

Besuch von der Bundeswehr zum Jubiläum

Besuch von der Bundeswehr zum Jubiläum

Foto: Werner Latten

Auch die Rettungsstelle des boden­ge­bun­de­nen Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V., mit ihren Einsatzfahrzeugen war am Jubliäumstag geöff­net und konnte besich­tigt wer­den. Der ADAC e.V. prä­sen­tierte sich mit einem Informationsstand und dem Überschlagssimulator.

Rettungswagen des DRK

Rettungswagen des DRK

Foto: Werner Latten

Im Anschluss an den Tag der offe­nen Tür fand eine offi­zi­elle Feierstunde statt. Zu den gela­de­nen Gästen gehör­ten der Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern‚ Erwin Sellering, der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH, Frédéric Bruder, sowie der der Vizepräsident Technik beim ADAC e.V., Thomas Burkhardt.

Autor(en)
Werner Latten
Wir danken für Unterstützung:
Werner Latten
Quelle(n):
Copterweb.de

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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