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Faszination Luftrettung


Luftrettung in Neustrelitz feiert Doppeljubiläum

12.07.2026

Neustrelitz (MVP) :: 

  • 30 Jahre schnelle Hilfe aus der Luft, 20 Jahre ADAC Rettungshubschrauber
  • Bis heute mehr als 32.000 oft lebensrettende Einsätze
  • Freunde und Partner würdigen Arbeit der Crew von „Christoph 48“
  • Scharfe Kritik der ADAC Luftrettung am Krankenkassen-Sparpaket

30 Jahre schnelle Hilfe aus der Luft, 20 Jahre davon in gelb - an der Luftrettungsstation in Neustrelitz wurden heute gleich zwei Jubiläen gefeiert. Mit dabei beim Doppeljubiläum waren Freunde und Partner von „Christoph 48“ sowie Landrat Thomas Müller als Vertreter des zuständigen Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Sie alle fanden viel Lob und Anerkennung für die Arbeit und das große Engagement der Crew des ADAC Rettungshubschraubers. Getrübt wurde die feierliche Stimmung rund um einen großen Tag der offenen Tür der Blaulichtfamilie von der fast zeitgleichen Debatte um das geplante GKV Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das einen starren Kostendeckel auch für die schnelle Hilfe aus der Luft enthält: Entsprechend scharf fiel die Kritik der gemeinnützigen Luftretter aus.

Die Reform sorgt für eine dauerhafte Unterfinanzierung der Luftrettung und gefährdet so die Notfallversorgung insgesamt
warnte Geschäftsführer Frédéric Bruder.

Die Maschine des Typs EC135 von Airbus Helicopters vor dem Hangar in Neustrelitz. Im vergangenen Jahr wurde “Christoph 48“ zu 1099 Einsätzen gerufen

Die Maschine des Typs EC135 von Airbus Helicopters vor dem Hangar in Neustrelitz. Im vergangenen Jahr wurde “Christoph 48“ zu 1099 Einsätzen gerufen

Foto: ADAC Luftrettung

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Mehr als 32.000-mal ging es in den vergangenen drei Jahrzehnten von Neustrelitz aus in die Luft. „Hinter jedem Rettungseinsatz steht ein hochprofessionelles Team, das für Menschen in Not einsatzbereit ist. Die Luftrettung ist Teil der kritischen Gesundheitsinfrastruktur. Ihre Leistungsfähigkeit hängt davon ab, dass Personal, Technik und Standorte dauerhaft zuverlässig finanziert werden können. Wir erwarten, dass der Gesetzgeber bei der im Herbst anstehenden Reform der Notfallversorgung eine Öffnungsklausel für die medizinische Notfallrettung schafft
forderte Geschäftsführer Bruder.

v.l.: Frédéric Bruder (ADAC Luftrettung), Dr. Norbert Dietrich (DRK-Krankenhaus Mecklenburg-Strelitz), Thomas Müller (Landrat), Uwe Jahn (DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte) und Lutz Fritzsche (ADAC Regionalclub Hansa)

v.l.: Frédéric Bruder (ADAC Luftrettung), Dr. Norbert Dietrich (DRK-Krankenhaus Mecklenburg-Strelitz), Thomas Müller (Landrat), Uwe Jahn (DRK Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte) und Lutz Fritzsche (ADAC Regionalclub Hansa)

Foto: ADAC Luftrettung

SAR 93, wie der Hubschrauber anfangs hieß, war bereits drei Jahre in der Landeshauptstadt Schwerin stationiert, bevor er 1996 nach Neustrelitz verlegt wurde. Dort flog der Helikopter des Typs Bell UH-1D rund 8.200 Einsätze - bis die Bundeswehr/Luftwaffe im Sommer 2006 den letzten zivilen Luftrettungsstandort in Deutschland an die gemeinnützige ADAC Luftrettung übergab. Seither heißt der Hubschrauber „Christoph 48“ und ist gelb - und die Maschine des Typs EC 135 von Airbus Helicopters moderner, schneller, sicherer und leiser als ihr Vorgänger.

Der an der DRK Rettungswache Nord stationierte ADAC Rettungshubschrauber wird heute im Durchschnitt drei bis vier Mal am Tag von der Integrierten Leitstelle Mecklenburgische Seenplatte alarmiert. In Mecklenburg-Vorpommern, dem am dünnsten besiedelten Bundesland, ist die Luftrettung schon heute ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Rettungswesens - und wird mit Blick auf die Krankenhausreform und den demographischen Wandel in Zukunft noch wichtiger werden. Oft ist der Hubschrauber das schnellste und häufig das einzig verfügbare Rettungsmittel. Rund zwei Minuten braucht die Crew bis zum Start. Überfüllte Straßen oder zeitraubende Umwege sind dabei kein Hindernis.

“Christoph 48“ über dem Schloss Schwerin: Seit 30 Jahren starten von Neustrelitz aus Hubschrauber zu lebensrettenden Einsätzen in der Region

“Christoph 48“ über dem Schloss Schwerin: Seit 30 Jahren starten von Neustrelitz aus Hubschrauber zu lebensrettenden Einsätzen in der Region

Foto: ADAC Luftrettung

Im vergangenen Jahr wurde „Christoph 48“ zu 1099 Einsätzen gerufen. Der Einsatzradius liegt bei rund 70 Kilometern, Haupteinsatzgebiet ist die Mecklenburgische Seenplatte. Einsatzgrund Nummer eins waren mit 38 Prozent Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen, gefolgt von Verletzungen nach Unfällen mit 24 Prozent.

Die ADAC Luftrettung stellt in Neustrelitz die Piloten und die Maschine. Die Notärztinnen und Notärzte kommen vom DRK Krankenhaus Mecklenburg-Strelitz, die Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (TC HEMS) vom DRK Kreisverband Mecklenburg Seenplatte. Geleitet wird die Station in Neustrelitz neu von Pilot Nico Hellmann, der den langjährigen Stationsleiter Steffen Arnold-Batschke abgelöst hat. Ärztlicher Leiter ist Notarzt Dr. Roland Kersten, Leitender Notfallsanitäter (TC HEMS) Maik Schuppenhauer. Insgesamt besteht das Team aus 21 Personen.

Um die notfallmedizinische Versorgung aus der Luft in Deutschland sicherzustellen, arbeiten für die ADAC Luftrettung gGmbH und deren Tochterunternehmen bundesweit mehr als 1500 Menschen – darunter rund 180 Piloten und Pilotinnen, rund 670 Notärzte und Notärztinnen, 245 Notfallsanitäter und Notfallsanitäterinnen (TC HEMS) und mehr als 200 Mitarbeitende aus Technik und Wartung.

“Christoph 48“: Im Durchschnitt wird der ADAC Rettungshubschrauber drei bis vier Mal am Tag alarmiert

“Christoph 48“: Im Durchschnitt wird der ADAC Rettungshubschrauber drei bis vier Mal am Tag alarmiert

Foto: ADAC Luftrettung

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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