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rth.info – Faszination Luftrettung

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Faszination Luftrettung


Windenrettung gewinnt in Berlin an Bedeutung

01.05.2026

Berlin (BLN) :: 

Notfallhilfe an schwer zugänglichen Einsatzorten

Wenn der Einsatzort in einem medizinischen Notfall schwer zu erreichen ist, dann ist der Einsatz eines Rettungshubschraubers mit Rettungswinde oft die beste Option. Der 100. Windeneinsatz der DRF Luftrettung in Berlin verdeutlicht den Nutzen dieses Verfahrens, insbesondere für den urbanen Raum.

Kürzlich wird die Crew von Christoph 100 von der Leitstelle der Berliner Feuerwehr zu einem medizinischen Notfall alarmiert: bewusstloses Kleinkind, Atmung unklar, Reanimation nicht auszuschließen. Jede Minute zählt. Der Hubschrauber ist in diesem Fall das schnellste Rettungsmittel, kann aber nicht in unmittelbarer Nähe landen. Um dennoch keine Zeit zu verlieren, entscheidet die Crew, die medizinische Besatzung mit der Rettungswinde abzusetzen.

Nur neun Minuten nach der Alarmierung werden Notarzt und Notfallsanitäter auf einer kleinen Grünfläche vor der Hauseingangstür per Winde abgesetzt. Vor Ort erkennt das Team den kritischen Zustand des Kindes – ein Krampfanfall – und leitet sofort die medizinische Versorgung ein. Das rechtzeitige Eintreffen war entscheidend, um lebensbedrohliche Komplikationen und langfristige Schäden abzuwenden. Nach der Stabilisierung erfolgt der bodengebundene Transport in Begleitung der medizinischen Besatzung in die Kinderrettungsstelle der Charité Campus Virchow-Klinikum.

Der Einsatz markiert zugleich den 100. Windeneinsatz von Christoph 100 seit Inbetriebnahme der Station in Berlin-Buch – ein technischer Fortschritt von dem die Menschen in der Hauptstadt profitieren.

Windenrettung mit Bergesack

Windenrettung mit Bergesack

Foto: Simon Berendes, DRF Luftrettung

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H145 mit Fünfblattrotor und Winde

H145 mit Fünfblattrotor und Winde

Foto: DRF Luftrettung

Windenrettung erweitert Einsatzmöglichkeiten in der Großstadt

Auch wenn viele Menschen die Windenrettung vor allem mit alpinen Einsätzen verbinden, bietet sie gerade in einer Metropole wie Berlin entscheidende Vorteile
sagt Tim Saueressig, Stationsleiter von Christoph 100
Immer dann, wenn eine Landung nicht möglich ist oder wertvolle Zeit verloren gehen würde, ermöglicht die Winde eine schnelle medizinische Versorgung direkt am Einsatzort.

Die Einsatzszenarien sind vielfältig: Neben dicht bebauten Wohngebieten ohne geeignete Landeflächen zählen auch schwer zugängliche Areale wie Waldgebiete, Gewässer oder Baustellen dazu – typische Gegebenheiten im Großraum Berlin. So zeigte bereits der darauffolgende Einsatz die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten: Ein verunglückter Mountainbiker im unwegsamen Gelände am Teufelsberg konnte mit der Rettungswinde schnell erreicht und mittels eines Bergesacks schonend gerettet werden.

Windenrettung am Teufelsberg

Windenrettung am Teufelsberg

Foto: DRF Luftrettung

Windenrettung in der Stadt

Windenrettung in der Stadt

Foto: DRF Luftrettung

Spezialisierte Technik und eingespielte Teams

Für Windenrettungen ist eine speziell geschulte Besatzung erforderlich. Zur Crew bei Windeneinsätzen von Christoph 100 gehören dauerhaft ein Pilot, ein Notarzt, ein Notfallsanitäter sowie ein Co-Pilot, der als HHO-TC (Helicopter Hoist Operation – Technical Crew member) agiert. Zum Einsatz kommen spezielle Rettungsmittel wie Bergesack, Rettungssitz oder Rettungsschlinge, die je nach Lage individuell eingesetzt werden.

Erfahrung und Ausbau der Windenrettung

Die DRF Luftrettung verfügt über langjährige Erfahrung sowie eine hohe Kompetenz in diesem Bereich: Seit mehr als 25 Jahren werden Hubschrauber mit Rettungswinde eingesetzt. Aktuell sind entsprechende Maschinen in Nürnberg, Bautzen, Freiburg, Dortmund und Berlin stationiert.

Mit Christoph 100 betreibt die DRF Luftrettung seit dem 2. Januar 2025 das erste zivile Luftrettungsmittel mit Rettungswinde in Berlin. Bereits im ersten Betriebsjahr zählt die Station zu den einsatzstärksten im Bereich der Windenrettung innerhalb der Organisation.

Christoph 100 in Berlin-Buch

Christoph 100 in Berlin-Buch

Foto: DRF Luftrettung

Luftrettung in der Hauptstadt aus einer Hand

Mit der Windenausstattung am leistungsstarken Rettungshubschrauber vom Typ H145 mit Fünfblattrotor ergänzt Christoph 100 das umfassende Leistungsspektrum der DRF Luftrettung in Berlin. An der Station in Berlin-Buch wird von 6:00 bis 22:00 Uhr geflogen, während Christoph Berlin in Berlin-Marzahn im 24-Stunden-Betrieb im Einsatz ist.

Seit der Übernahme von Christoph 31 zum 1. Januar 2026 betreibt die DRF Luftrettung inzwischen alle drei Luftrettungsstationen in Berlin. Damit steht Patientinnen und Patienten in der gesamten Region ein eng verzahntes System aus moderner Technik, hochqualifiziertem Personal und einheitlichen Qualitätsstandards zur Verfügung.

DRF-Station Berlin-Buch

DRF-Station Berlin-Buch

Foto: DRF Luftrettung

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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