Kein RTH-Standort in Stendal – „Christoph 36“ soll 24/7 gehen
09.04.2026
Magdeburg (SAH) :: Die Luftrettung in Sachsen-Anhalt wird neu aufgestellt: Ein zusätzlicher Rettungshubschrauber-Standort im Norden des Landes – angedacht im Raum Stendal – wird vorerst nicht realisiert. Stattdessen soll der bestehende Standort von „Christoph 36“ der DRF Luftrettung in Magdeburg künftig in einen 24-Stunden-Betrieb überführt werden.
Damit nimmt die Entwicklung eine bemerkenswerte Wendung: Noch vor rund drei Jahren hatte ein Gutachten im Zuge der Krankenhausstruktur-Debatte erhebliche Versorgungsdefizite in der Altmark festgestellt. Damals wurde ausdrücklich diskutiert, ob ein zusätzlicher Rettungshubschrauber im Norden die langen Transportzeiten kompensieren könne (rth.info berichtete).
Die Idee eines weiteren Standortes – auch als möglicher „Ausgleich“ für strukturelle Schwächen kleinerer Kliniken – stand somit zeitweise klar im Raum. Aktuell folgt das Land jedoch einer anderen Strategie. Ein weiteres Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass ein zusätzlicher Hubschrauber nicht zwingend erforderlich sei. Stattdessen soll die bestehende Struktur optimiert werden – insbesondere durch eine Ausweitung der Einsatzzeiten.
Konkret bedeutet das: Der in Magdeburg stationierte „Christoph 36“ soll künftig rund um die Uhr einsatzbereit sein und damit insbesondere die notärztliche Versorgung des nördlichen Landesteils in den Nachtstunden verbessern. Parallel bleibt Oppin bei Halle mit zwei Hubschraubern ein zentraler Standort, von denen bereits heute einer im 24/7-Betrieb läuft.
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass neben einem möglichen Neubau-Standort in der Altmark offenbar auch Überlegungen zur Verlagerung des Magdeburger Hubschraubers weiter nach Nordwesten – etwa in den Bereich Haldensleben (Landkreis Börde) – derzeit nicht weiter verfolgt werden. Damit bleibt es nach aktuellem Stand bei der Konzentration auf den bestehenden Standort in der Landeshauptstadt.
Ein eigener RTH-Standort in der Altmark – wie noch 2023 diskutiert – ist damit vorerst vom Tisch
Die Entscheidung dürfte insbesondere in der Region weiterhin kritisch gesehen werden, da sich an den grundlegenden Herausforderungen wie langen Transportwegen und begrenzten Klinikstrukturen nichts geändert hat. Der Ansatz, diese Defizite durch eine verstärkte Nutzung der Luftrettung zu kompensieren, bleibt damit weiterhin aktuell – wird nun jedoch anders umgesetzt als ursprünglich diskutiert.
Spannend bleibt zudem der politische Kontext: Angesichts bevorstehender Landtagswahlen darf mit Interesse beobachtet werden, ob die nun vorgestellten Planungen tatsächlich in dieser Form umgesetzt werden – oder ob das Thema Luftrettung im Norden Sachsen-Anhalts erneut auf die politische Agenda rückt.
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“Christoph 36“ beim Abflug an der aktuellen Station am Städtisches Klinikum Magdeburg Olvenstedt
Foto: Philipp Lipke
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