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Verticon 2026: Neue Airbus-Hubschrauber für europäische Luftrettungsbetreiber

13.03.2026

Atlanta (USA) ::  Mehrere europäische Luftrettungsorganisationen haben auf der internationalen Hubschraubermesse Verticon 2026 neue Hubschrauber bei Airbus Helicopters bestellt beziehungsweise langfristige Beschaffungsvereinbarungen geschlossen. Im Mittelpunkt stehen dabei die leichten zweimotorigen Muster H135, H145 sowie der neu entwickelte Typ H140.

Wie Airbus mitteilte, unterzeichnete die ADAC Luftrettung einen umfassenden Rahmenvertrag über künftige Beschaffungen der Muster H135, H140 und H145. Die Vereinbarung soll die langfristige Modernisierung der Flotte der größten zivilen Luftrettungsorganisation Europas sicherstellen. Zudem übernimmt die ADAC Luftrettung eine wichtige Rolle bei der Einführung des neuen Hubschraubertyps H140, der speziell für Anforderungen moderner Luftrettungseinsätze (HEMS) entwickelt wurde. Airbus hatte das neue Muster im vergangenen Jahr erstmals vorgestellt (rth.info berichtete).

Digitale Renderings der ADAC Luftrettung: H135, H140 & H145

Digitale Renderings der ADAC Luftrettung: H135, H140 & H145

Foto: Airbus Helicopters

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Auch die ÖAMTC-Flugrettung hat im Rahmen der Verticon einen langfristigen Rahmenvertrag mit Airbus für die Modelle H135, H140 und H145 geschlossen. Damit festigt der österreichische Betreiber seine über Jahrzehnte gewachsene Partnerschaft mit dem Hersteller. Die Organisation betreibt derzeit mehr als 30 H135 von 18 ganzjährigen Stützpunkten sowie mehrere Winterbasen und fliegt jährlich über 22.000 Einsätze. Die ÖAMTC-Flugrettung war bereits zuvor als Entwicklungs- und Launch-Partner für die neue H140 vorgestellt worden und brachte operative Erfahrungen aus dem täglichen Luftrettungsbetrieb in die Entwicklung des Musters ein.

Digitale Renderings der ÖAMTC-Flugrettung: H135 und H140

Digitale Renderings der ÖAMTC-Flugrettung: H135 und H140

Foto: Airbus Helicopters

Mit der H140 plant Airbus eine neue Generation im Segment der leichten zweimotorigen Hubschrauber. Das rund drei Tonnen schwere Muster soll künftig eine Lücke zwischen der bewährten H135 und der größeren H145 schließen und unter anderem mit größerer Kabine, verbesserten Leistungsreserven sowie einem neuen Rotor- und Fenestron-Konzept aufwarten. Die Indienststellung im HEMS-Segment ist derzeit für das Jahr 2028 vorgesehen.

Auch die DRF Luftrettung baut ihre Flotte weiter aus. Der deutsche Betreiber bestellte vier zusätzliche Airbus H145. Die DRF zählt bereits heute zu den größten Betreibern dieses Typs in Europa und nutzt die Maschinen sowohl für Primäreinsätze als auch für Intensivtransporte.

Eine H145 für die DRF Luftrettung im Flug

Eine H145 für die DRF Luftrettung im Flug

Foto: Airbus Helicopters

Eine weitere Bestellung kommt vom slowakischen Luftrettungsunternehmen Air Transport Europe (ATE). Der Betreiber orderte jeweils einen H135 und einen H140. Die neuen Hubschrauber sollen die Flotte modernisieren und insbesondere Einsätze in bergigen sowie schwer zugänglichen Regionen weiter verbessern. ATE betreibt mehrere Luftrettungsstationen in der Slowakei und ist zudem an der ÖAMTC-Flugrettungswerft in Wiener Neustadt beteiligt, die als wichtiger Wartungs- und Technikstandort für zahlreiche Luftrettungsbetreiber in Mitteleuropa gilt.

Digitales Rendering der Air Transport Europe: Airbus H140

Digitales Rendering der Air Transport Europe: Airbus H140

Foto: Airbus Helicopters

Die auf der Verticon 2026 bekanntgegebenen Aufträge zeigen die weiterhin hohe Nachfrage nach modernen zweimotorigen Rettungshubschraubern im europäischen Luftrettungsmarkt. Insbesondere die neue H140 dürfte künftig eine wichtige Rolle bei der weiteren Entwicklung von HEMS-Flotten spielen.

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Quelle(n):
Airbus Helicopters

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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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