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“Christoph 45“ zieht nach Bavendorf und soll künftig “Christoph Oberschwaben“ heißen

13.03.2026

Stuttgart/Friedrichshafen/Ravensburg (BWÜ) ::  Der seit seiner Indienststellung am 20. Oktober 1980 am heutigen Medizin Campus Bodensee (MCB) – Standort Klinikum Friedrichshafen stationierte Rettungshubschrauber (RTH) “Christoph 45“ wird seine angestammte Heimat am Ufer des Bodensees verlassen (müssen) und zukünftig von Bavendorf, einem Ortsteil von Ravensburg, aus zu seinen lebnensrettenden Einsätzen fliegen. Diese endgültige Entscheidung gab Innenstaatssektretär Thomas Benke MdL am gestrigen Donnerstag (12.03.2026) mittels Pressemitteilung bekannt. Zuvor war ein erster Versuch, den RTH weiter ins Landesinnere zu verlegen, am lokalen Widerstand gescheitert (rth.info berichtete).

Der bislang in Friedrichshafen stationierte “Christoph 45“ soll nach Bavendorf ziehen – zugleich wird er nach dem Willen der Landesregierung in “Christoph Oberschwaben“ umbenannt (Symbolfoto)

Der bislang in Friedrichshafen stationierte “Christoph 45“ soll nach Bavendorf ziehen – zugleich wird er nach dem Willen der Landesregierung in “Christoph Oberschwaben“ umbenannt (Symbolfoto)

Foto: Jörn Fries

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Mit der Stationierung des RTH im Ravensburger Ortsteil Bavendorf setzt das Innenministerium eine der Empfehlungen der Struktur- und Bedarfsanalyse der Luftrettung in Baden-Württemberg aus dem Jahr 2020 um. Einher mit der Verlegung geht die Erweiterung der Betriebszeiten des Luftrettungsmittels: Der Rettungshubschrauber wird künftig zwar weiterhin nur im Tagbetrieb, dafür aber täglich, d. h. in den Sommer- wie in den Wintermonaten, von Sonnenaufgang (frühestens ab 7:00 Uhr) bis 20:00 Uhr eingesetzt. Zugleich ist es Wille der Landesregierung, ihn in “Christoph Oberschwaben“ umzubenennen, um damit eine noch größere Verbundenheit der Bevölkerung im Einzugsgebiet des RTH zu erreichen. Damit weicht das Land Baden-Württemberg, wie schon zuvor in Lahr, bewusst vom bundesweiten Usus ab, Rettungshubschrauber mit “Christoph [plus Ziffer]“ und Intensivtransporthubschrauber (ITH) mit “Christoph [plus Ortsangabe, entweder der Stadt, der Region oder des Bundeslandes]“ zu bezeichnen.

Standort Bavendorf wird ausgeschrieben

Das Land wird nach der nun erfolgten Vertragsunterzeichnung für das vorgesehene Grundstück in Bavendorf die Ausschreibungsunterlagen fertig stellen. Der Betrieb des Luftrettungsstandortes, der bislang von der DRF Luftrettung durchgeführt wird, soll noch im Laufe des ersten Halbjahres 2026 ausgeschrieben werden, heißt es abschließend seitens des Innenministeriums. Dann dürfte auch geklärt sein, ob der RTH künftig auch über eine Rettungswinde verfügen wird, wie seitens der Verantwortlichen am MCB seit Längerem gefordert, und ob das fliegende ärztliche Personal auch weiterhin vom MCB gestellt werden wird. Jüngste Entwicklungen, wie in Rheine, wo seit Jahresbeginn das Evangelische Klinikum Bethel aus Bielefeld die fliegenden Ärzte stellt, lassen indes Raum für Spekulationen.

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Quelle(n):
Pressemitteilung “Ravensburg wird Luftrettungsstandort“ des Innenministeriums von Baden-Württemberg vom 12. März 2026

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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