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rth.info – Faszination Luftrettung

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Faszination Luftrettung


Einsatzstatistik DRF Luftrettung für das Jahr 2025

21.01.2026

Filderstadt (BWÜ) ::  Die Luftrettung ist ein wichtiger Bestandteil der schnellen Notfallversorgung in Deutschland, dies zeigen die Einsatzzahlen der DRF Luftrettung aus dem letzten Jahr. Insgesamt verzeichnete die gemeinnützige Luftrettungsorganisation mit 1,6 Prozent einen leichten Einsatzzuwachs (2024: 35.850 Einsätze). Insbesondere in der Dunkelheit wurde die Crews der DRF Luftrettung häufiger eingesetzt. Ein weiteres klares Indiz für die qualitativ herausragende Arbeit der rot-weißen Luftretter sind die Beauftragungen, die die DRF Luftrettung 2025 in verschiedenen Ausschreibungsverfahren erhielt. CEO Dr. Krystian Pracz erneuert seine Forderung an die Politik, die Reform der Notfallversorgung konsequent voranzutreiben.

Einsatzzahlen 2025 der DRF Luftrettung nach Stationen

Einsatzzahlen 2025 der DRF Luftrettung nach Stationen

Foto: DRF Luftrettung

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Vor dem Hintergrund der Diskussionen über Krankenhaus- und Notfallreform nimmt die Luftrettung einen wichtigen Stellenwert im Gesamtsystem Notfallrettung ein. Die Luftretter leisten vor allem dann wichtige Arbeit, wenn es um die Versorgung schwerstverletzter und -erkrankter Patienten geht: das zeigen die Zahlen aus der Jahresbilanz der DRF Luftrettung 2025.

Häufigste Alarmierungsgründe zu Notfalleinsätzen der Hubschrauber waren wie in den Vorjahren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall: medizinische Notfälle, bei denen die schnelle Hilfe aus der Luft überlebenswichtig ist. Auch zu Unfällen und Stürzen wurden die rot-weißen Luftretter besonders oft alarmiert. 226-Mal kam die Rettungswinde zum Einsatz, um Patienten auch in schwer zugänglichem Gelände schnell notärztlich zu versorgen und auszufliegen: im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 41 Prozent.

Das Team der am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden beheimateten DRF Assistance führte mit ihren drei Ambulanzflugzeugen 479 weltweite Patientenrückholungen mit medizinischer Begleitung durch. Auch hier zeigte sich ein deutlicher Zuwachs von 24 Prozent im Vergleich zu 2024. Die Besatzungen flogen dabei insgesamt 45 Länder an und legten eine Strecke von rund 1,6 Millionen Kilometern zurück – das entspricht 40 Erdumrundungen.

Die häufigsten Verdachtsdiagnosen 2025

Die häufigsten Verdachtsdiagnosen 2025

Foto: DRF Luftrettung

Führend in Deutschland: 24-Stunden-Notfallhilfe aus der Luft

An 13 Stationen der DRF Luftrettung waren die Besatzungen in 2025 rund um die Uhr einsatzbereit, an zwei weiteren Stationen mit erweiterten Randzeiten. Insgesamt ein Viertel ihrer Einsätze leisteten die Besatzungen dieser Stationen bei Dunkelheit. Dieser hohe Anteil zeigt deutlich: Der Bedarf nach schneller notärztlicher Hilfe aus der Luft ist auch außerhalb der Tageslichtzeiten gegeben, insbesondere im Herbst und Winter, wenn die Menschen auch nach Sonnenuntergang noch vielfach aktiv sind. Die Luftrettung bei Dunkelheit sollte deshalb umfassender zur Verfügung stehen.

Das ist eine der zentralen Forderungen, die wir mit Nachdruck an die Politik richten
unterstreicht Dr. Krystian Pracz, CEO der DRF Luftrettung.
Eine umfassende und flächendeckende Notfallversorgung darf nicht von Tageszeiten abhängen. Technisch sind wir bereits heute an allen unseren Standorten in der Lage, auch nach Sonnenuntergang zu fliegen. Wir fordern daher eine bedarfsgerechte Erweiterung, die dem sozialen Leben gerecht wird – also sowohl die Ausweitung der Randzeiten als auch der 24-Stunden-Luftrettung. Notfälle kennen keine Uhrzeit.

Einsätze am Tag und in der Dunkelheit 2025 der DRF Luftrettung

Einsätze am Tag und in der Dunkelheit 2025 der DRF Luftrettung

Foto: DRF Luftrettung

Gut gerüstet für Einsätze in der Dunkelheit

Gut gerüstet für Einsätze in der Dunkelheit

Foto: DRF Luftrettung

Bereits heute ist die DRF Luftrettung technisch in der Lage, an allen Standorten auch nach Sonnenuntergang zu fliegen

Bereits heute ist die DRF Luftrettung technisch in der Lage, an allen Standorten auch nach Sonnenuntergang zu fliegen

Foto: DRF Luftrettung

Optimale Patientenversorgung durch Point of Care

Im Notfall kommt es darauf an, schnell Klarheit über den Patientenzustand zu gewinnen, um eine zielgerichtete Therapie einzuleiten. Die Notärzte und Notfallsanitäter der DRF Luftrettung sind dazu bestausgebildet und verfügen über eine hochmoderne Ausrüstung zur erweiterten Diagnostik bereits am Einsatzort. Durch den Einsatz kleiner, leichter und damit mobiler Ultraschallgeräte können innere Blutungen, Verletzungen und Erkrankungen besser und schneller erkannt und therapiert werden. Unterstützt durch Spendengelder, setzt die DRF Luftrettung seit 2023 flächendeckend mobile Blutgasanalysegeräte ein. Sie ermöglichen direkt am Einsatzort Analysen des Blutes, die bisher nur durch aufwändige Laboruntersuchungen in der Klinik durchführbar waren. Auch diese Diagnostik trägt dazu bei, Krankheitsbilder schneller und sicherer zu erkennen und therapieren. Die Entwicklung ist damit jedoch noch nicht am Ende: In der notfallmedizinischen Forschung beteiligt sich die DRF Luftrettung mit ausgewählten Stationen an der Erprobung eines Protein-Bluttests, mit dem sich Hirnblutungen bereits am Einsatzort diagnostizieren lassen. Point-of-Care-Technologie trägt entscheidend dazu bei, die richtige Therapie einzuleiten und die bestgeeignete Zielklinik auszuwählen. Greifen alle Glieder der Rettungskette optimal ineinander, erhöhen sich die Überlebens- und Genesungschancen für den Patienten, reduzieren sich die Länge von Krankenhausaufenthalten oder der Umfang von Reha-Maßnahmen. Neben der Verringerung von Leid trägt somit eine optimale Diagnostik und Therapie am Einsatzort auch zur Senkung von Kosten im Gesundheitswesen bei.

Point-of-Care-Diagnostik

Point-of-Care-Diagnostik

Foto: DRF Luftrettung

Qualität und Verlässlichkeit in der Luftrettung: Entwicklung bei Ausschreibungen

Im vergangenen Jahr haben mehrere Ausschreibungsverfahren in verschiedenen Regionen Deutschlands die Bedeutung von Qualität, Verlässlichkeit und Erfahrung in der Luftrettung unterstrichen. Die Entscheidungen der Träger verdeutlichen den Stellenwert bewährter Strukturen sowie einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der luftgestützten Notfallversorgung.

So nahm zu Jahresbeginn nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens der von der DRF Luftrettung betriebene Intensivtransporthubschrauber Christoph Dortmund offiziell den 24-Stunden-Betrieb als Teil des öffentlich-rechtlichen Notfallrettungssystems auf. In Weiden wurde die Verlängerungsoption gezogen: Der zuständige Zweckverband Oberpfalz-Nord bestätigte damit die Fortführung der bestehenden Zusammenarbeit mit der DRF Luftrettung. Für Christoph Regensburg beginnt nach erfolgreicher Ausschreibungsteilnahme ab September 2026 ein neuer Vertragszeitraum. Bereits für das Frühjahr dieses Jahres ist die Inbetriebnahme einer neuen Luftrettungsstation in Lahr (Ortenaukreis) vorgesehen. Grundlage hierfür war ein vom Land Baden-Württemberg beauftragtes Bedarfsgutachten sowie ein anschließendes Ausschreibungsverfahren, in dessen Ergebnis der DRF Luftrettung der Betrieb der Station anvertraut wurde. Auch der Standort Mannheim wird über November 2026 hinaus von der DRF Luftrettung betrieben, so die Entscheidung nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens für Christoph 53. Darüber hinaus wurden im Jahr 2025 die Vorbereitungen für die Übernahme der Luftrettungsstation in Berlin-Steglitz (Christoph 31) getroffen. Seit Jahresbeginn 2026 betreibt die DRF Luftrettung alle drei Luftrettungsstationen in der Bundeshauptstadt.

Primär-/Sekundäreinsätze sowie weltweite Rückholungen durch die DRF Assistance 2025

Primär-/Sekundäreinsätze sowie weltweite Rückholungen durch die DRF Assistance 2025

Foto: DRF Luftrettung

Forderung an die Politik: Reform der Notfallversorgung vorantreiben

Die Notfall- und Rettungsdienstreform muss konsequent im Sinne der Patientinnen und Patienten vorangetrieben werden – dies ist einer der zentralen Forderungen der DRF Luftrettung an die Politik.

Bereits heute spielt die Luftrettung eine signifikante Rolle in der Versorgung besonders komplexer und zeitkritischer Fälle in ländlichen Gebieten
macht Dr. Pracz deutlich.
Ziel muss es sein, die vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen effizient und zum höchsten Nutzen für unsere Patienten einzusetzen.
Die DRF Luftrettung setzt sich dafür ein, alle Akteure der Notfallversorgung im Zuge einer umfassenden Digitalisierung zu vernetzen und eine Notfallrettung über Landkreis- und Ländergrenzen hinweg zu etablieren. Die Luftretter drängen zudem auf die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen zur Etablierung von Verfahren, die den Einsatz der Luftrettung auch bei schlechtem Wetter ermöglichen.
Aus fliegerischer und technischer Sicht ist die DRF Luftrettung dafür schon heute aufgestellt
unterstreicht Dr. Pracz.

Im Einsatz für das Patientenwohl: Modernste Flotte Europas

Beste Patientenversorgung erfordert beste Ausrüstung. Ein großes Projekt in diesem Bereich konnte die DRF Luftrettung zum Jahresende abschließen: Dank einer beständigen Erneuerung der Hubschrauberflotte ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation kontinuierlich mit hochmodernen Hubschraubern der neuesten Generation im Einsatz. Mit Hubschraubern des Typs H145 und H135 betreibt die gemeinnützige Organisation die modernste Flotte aller Luftrettungsorganisationen in Europa.

Die H145 ist optimal geeignet für ein breites Einsatzspektrum im sogenannten Dual Use-Betrieb: von Notfalleinsätzen bis hin zu komplexen Intensivtransporten zwischen Kliniken. Aufgrund der hohen Nutzlast und eines dritten Sitzplatzes in der Kabine bieten sich umfassende Einsatzmöglichkeiten. So kann beispielsweise ein pädiatrisches Team den Transport eines Kindes begleiten oder schweres Versorgungsequipment für medizinisch besonders komplexe Einsätze zugeladen werden. Die Besatzung kann zudem mehr Kerosin tanken und damit weitere Strecken ohne Tankstopp fliegen, was für die Patienten wertvolle Zeit spart. Auch bei Einsätzen in großer Höhe, etwa in den Alpen, eröffnet der Hubschrauber durch das Plus an Leistung mehr Möglichkeiten. Hinzu kommt, dass er durch das neue Rotorsystem noch ruhiger in der Luft liegt, was Patienten und Besatzung zugute kommt.

Schnelle Hilfe auch in unzugänglichem Gelände mit der Rettungswinde

Schnelle Hilfe auch in unzugänglichem Gelände mit der Rettungswinde

Foto: DRF Luftrettung

Die H145: optimal geeignet für Notfalleinsätze bis hin zu komplexen Intensivtransporten zwischen Kliniken

Die H145: optimal geeignet für Notfalleinsätze bis hin zu komplexen Intensivtransporten zwischen Kliniken

Foto: DRF Luftrettung

Zur Ausstattung der Hubschrauber H135 und H145 gehört unter anderem ein Helionix-Cockpit: ein digitales Cockpit, das den Piloten bei einer optimierten Flugdurchführung unterstützt und damit die Sicherheit erhöht. In Verbindung mit einem Vier-Achsen-Autopilot, einem Anti-Kollisions-System, einem Wetterradar, Hochleistungsscheinwerfer sowie modernster Medizintechnik, sind die Maschinen für komplexe Luftrettungseinsätze bei Tag und bei Nacht optimal ausgerüstet.

Der nächste Schritt in der Flottenmodernisierung ist bereits gegangen: Die DRF Luftrettung und Airbus Helicopters haben im Juli 2025 den Kaufvertrag für zehn H140-Hubschrauber unterzeichnet. Mit diesem Schritt setzt die DRF Luftrettung ihre Tradition als Launch Customer für neue innovative Hubschraubermodelle fort.

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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