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rth.info – Faszination Luftrettung

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Faszination Luftrettung


Nach Brandkatastrophe in Crans-Montana: Deutschland aktiviert Kleeblattmechanismus

04.01.2026

Bonn (NRW) ::  In den frühen Morgenstunden des Neujahrstages ereignete sich im Walliser Skiort Crans-Montana gegen 1:30 Uhr ein schweres Unglück, das Stand heute (04.01.2026 – 12:42 Uhr) 40 Todesopfer und 119, zum größten Teil lebensgefährlich schwerst Brandverletzte forderte.

Nach katastrophenmedizinischer Triagierung und Erstversorgung vor Ort wurden alle Notfallpatienten zunächst bodengebunden in örtliche Krankenhäuser bzw. noch in der Nacht luftgebunden auch in schweizerische Schwerpunktkliniken außerhalb des betroffenen Kanton Wallis transportiert. Im Primäreinsatz standen nach übereinstimmenden Medienberichten 40 Ambulanzfahrzeuge sowie fünf Walliser Luftrettungsmitel, sieben weitere Helikopter der REGA und ein italienischer Zivilschutz-Hubschrauber.

Nach Stabilisierung begann dann noch im Laufe des Neujahrstages die Weiterverlegung transportfähiger Patienten in Kliniken der Maximalversorgung bzw. Brandverletztenzentren auch im europäischen Ausland. Hierfür wurden neben Rettungshelikoptern verschiedener Luftrettungsorganisationen auch alle drei Ambulanzjets der REGA eingesetzt.

Neben Helikoptern verschiedener Luftrettungsorganisationen kamen auch die Ambulanzjets der REGA zum Einsatz, um Notfallpatienten innerschweizerisch, abere auch ins europäische Ausland zu verlegen

Neben Helikoptern verschiedener Luftrettungsorganisationen kamen auch die Ambulanzjets der REGA zum Einsatz, um Notfallpatienten innerschweizerisch, abere auch ins europäische Ausland zu verlegen

Foto: REGA

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Die Air Zermatt stand innerhalb von Minuten im Einsatz und setzte sämtliche verfügbaren Mittel ein, um Betroffene schnellstmöglich medizinisch zu versorgen und in geeignete Spitäler zu transportieren

Die Air Zermatt stand innerhalb von Minuten im Einsatz und setzte sämtliche verfügbaren Mittel ein, um Betroffene schnellstmöglich medizinisch zu versorgen und in geeignete Spitäler zu transportieren

Foto: Air Zermatt/Christian Pfammatter

Deutschland hat bislang elf Brandverletzte aufgenommen

Dieser Beitrag widmet sich primär der Verlegung einiger schwerst Verletzter in den letzten 72 Stunden aus der Schweiz nach Deutschland. Wie das zuständige Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn am späten Freitagabend (02.01.2026) mitteilte, wurde bereits am 1. Januar 2026 der so genannte Kleeblattmechanismus aktiviert. Diesen haben Bund und Länder während der Corona-Pandemie entwickelt und zuletzt regelmäßig für die Weiterversorgung in der Ukraine verletzter Soldaten und Zivilisten angewandt (rth.info berichtete). Weitere Patienten wurden u. a. nach Italien, Frankreich, Belgien und Luxemburg geflogen.

Alle elf für die Weiterversorgung in Deutschland vorgesehenen Notfallpatienten wurden luftgebunden via Flugzeug und Hubschrauber transportiert

Alle elf für die Weiterversorgung in Deutschland vorgesehenen Notfallpatienten wurden luftgebunden via Flugzeug und Hubschrauber transportiert

Foto: REGA

Deutschland hat bislang elf schwerst verletzte Patienten nach der Brandkatastrophe in der Schweiz aufgenommen. Vier von ihnen wurden im Rahmen bilateraler Vereinbarungen übernommen, die Übernahme von sieben weiteren Notfallpatienten erfolgte über den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union (kurz: UCPM). Alle elf wurden luftgebunden via Flugzeug und Hubschrauber transportiert. Zielkliniken waren das Marienhospital in Stuttgart (1 Notfallpatient), das BG Klinikum Tübingen (2), die BG Klinik Ludwigshafen (2), das Städtische Klinikum Köln-Merheim (1), das Bergmannsheil in Bochum (2), das Klinikum der RWTH Aachen (1), die Medizinische Hochschule Hannover (1) sowie das Bergmannstrost in Halle (Saale) (1). Damit sei die geplante Übernahme vorerst abgeschlossen, hieß es am Samstagabend seitens des BBK.

Die Schweiz hat allerdings über den UCPM bereits weitere Übernahmeanfragen angekündigt. Deutschland wird deshalb weitere Transport- und Behandlungsmöglichkeiten anbieten.

Die drei Ambulanzjets der REGA stehen seit dem tragischen Unglück in Crans-Montana im Dauereinsatz

Die drei Ambulanzjets der REGA stehen seit dem tragischen Unglück in Crans-Montana im Dauereinsatz

Foto: REGA

Gelebte europäische Solidarität

Luftrettung at its best: Der medial sehr eng begleitete Einsatz zeigt zum einen, dass die notfallmedizinische Zusammenarbeit auch über Landesgrenzen, in diesem speziellen Fall sogar über die Grenzen der Europäischen Union funktioniert. Er zeigt aber auch, wie wichtig 24/7 verfügbare Luftrettungsmittel sind.

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Quelle(n):
verschiedene Pressemitteilungen (siehe externe Weblinks im Kontextbereich dieser News) sowie eigene Recherchen im Internet

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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