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Faszination Luftrettung


EXKLUSIV: Sachsen schreibt Luftrettung erneut aus

14.05.2025

Chemnitz / Dresden (SN) ::  Die in Chemnitz ansässige Landesdirektion Sachsen (LDS) hat aktuell die Dienstleistungskonzession zur Durchführung des Luftrettungsdienstes im Freistaat Sachsen in den Jahren 2027 bis 2045 EU-weit ausgeschrieben. Dies geht aus einer aktuellen Veröffentlichung auf dem Vergabeportal TED.Europa.EU vom gestrigen Dienstag (13.05.2025) hervor (siehe Weblink im Kontextbereich dieser News).

Auch der Betrieb der Luftrettungsstation Schkeuditz-Dölzig mit ihren beiden RTH “Christoph 61“ und “Christoph 63“ wird ausgeschrieben (Archivaufnahme aus dem Juni 2022)

Auch der Betrieb der Luftrettungsstation Schkeuditz-Dölzig mit ihren beiden RTH “Christoph 61“ und “Christoph 63“ wird ausgeschrieben (Archivaufnahme aus dem Juni 2022)

Foto: Jörn Fries

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Lange Laufzeit

Konkret betrifft die Ausschreibung die vier bestehenden Luftrettungszentren in Bautzen (Intensivtransporthubschrauber [ITH] “Christoph 62“, derzeitiger Betreiber: DRF Luftrettung, Los 1), Dresden (Rettungshubschrauber [RTH] “Christoph 38“, DRF Luftrettung, Los 2), Schkeuditz-Dölzig (RTH “Christoph 61“ und RTH “Christoph 63“, ADAC Luftrettung, Los 3) und Zwickau (RTH “Christoph 46“, ADAC Luftrettung, Los 4). Die aktuelle Beauftragung für alle vier Stationen läuft am 31. Dezember 2026 aus.

Die neue Beauftragung soll eine Laufzeit von neunzehn Jahren, also bis zum 31. Dezember 2045, haben, Der Konzessionsgeber, also der Freistaat Sachsen, vertreten durch die LDS, ist allerdings berechtigt, die Laufzeit des Vertrages durch einseitige Erklärung um bis zu zwei Jahre, also bis längstens zum 31. Dezember 2047, zu verlängern, wenn dies notwendig ist, die luftrettungsdienstliche Versorgung bis zur Wirksamkeit eines Anschlussvertrages oder einer anderweitigen Versorgungsform sicherzustellen. Alle vorhandenen vier Luftrettungsstationen sind weiter zu nutzen.

Ausweitung der Betriebszeiten bei den RTH

Während der ITH “Christoph 62“ weiterhin 24/7/365 zur Verfügung stehen soll, wird es bei den drei RTH-Standorten in Dresden, Schkeuditz-Dölzig (mit zwei RTH) und Zwickau eine Neuerung geben: Zwar sollen diese auch weiterhin nur im Tagflugbetrieb, d. h. frühestens ab 7:00 Uhr bis Sonnenuntergang + 30 min, betrieben werden, allerdings ist eine sogenannte Randzeitenerweiterung in den Wintermonaten bis 19:00 Uhr vorgesehen.

Seitens der LDS heißt es zum aktuellen Verfahren ergänzend: “Die Vergabe der Konzessionen erfolgt gemäß §§ 153, 151 GWB, § 12 Abs. 1 Satz 1 KonzVgV (freie Ausgestaltung des Verfahrens zur Vergabe von Konzessionen) im Wege eines Verhandlungsverfahrens ohne vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb. Dies bedeutet, dass alle Unternehmen, die die Eignungsanforderungen (vgl. Abschnitt A) erfüllen, sich mit einem Erstangebot beteiligen können.“ Potenzielle Bieter können zwar für alle vier Lose Angebot einreichen, jedoch höchstens zwei Aufträge erhalten. Die Frist für den Eingang der Interessenbekundungen endet am 1. August 2025 um 23:59 Uhr.

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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