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Feierliche Inbetriebnahme von „Christoph 67“

01.07.2024

Hohenlockstedt (SH) ::  Die ADAC Luftrettung hat am heutigen Montag (1. Juli 2024) offiziell den neuen Luftrettungsstandort mit dem Funkrufnamen „Christoph 67“ in Schleswig-Holstein eröffnet (rth.info berichtete). Die feierliche Einweihung fand am Flugplatz in Hohenlockstedt bei Itzehoe in Anwesenheit vor geladenen Gästen statt. Auch Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken war vor Ort und wandte sich mit Grußworten an die Besatzung und die Teilnehmer. Der Dual-Use-Rettungshubschrauber wird ab sofort die medizinische Notfallversorgung in der Region gewährleisten. Der Hubschrauber vom Typ H145 zählt zu den modernsten seiner Art und kann sowohl für Rettungseinsätze als auch für Patiententransporte zwischen Kliniken eingesetzt werden.

Erster Abflug von „Christoph 67“ am neuen Standort in Hohenlockstedt

Erster Abflug von „Christoph 67“ am neuen Standort in Hohenlockstedt

Foto: Harald Rieger

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Fototermin vor der neuen Maschine

Fototermin vor der neuen Maschine

Foto: Harald Rieger

Vor rund 100 Partnern und Unterstützern, darunter aus dem Kreis Steinburg der Landrat Claudius Teske sowie Hohenlockstedts Bürgermeister Wolfgang Wein, sagte Gesundheitsministerin von der Decken:

Die Luftrettung ermöglicht eine schnelle und zielgerichtete Hilfe, die in vielen Fällen einen Beitrag leistet, Leben zu retten. Sie ergänzt den bodengebundenen Rettungsdienst und trägt dazu bei, dass auch in schwer zugänglichen Gebieten eine hochwertige medizinische Versorgung gewährleistet ist. Gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein ist die Luftrettung wichtig. Somit ist es eine gute Entscheidung, dass der Flugplatz „Hungriger Wolf“ neuer Standort der Luftrettung geworden ist. Er ergänzt die bestehenden Luftrettungsstationen in Niebüll und Rendsburg sowie in Siblin und sorgt für eine flächendeckendere luftrettungsdienstliche Versorgung. Ich freue mich auch, dass die neue Zentrale Disposition der Luftrettung in Kiel heute ihren Dienst aufnimmt. Sie wird eine Schlüsselrolle dabei spielen, die Einsätze der Rettungshubschrauber effizient zu koordinieren und somit eine optimale Nutzung der verfügbaren Ressourcen sicherzustellen.
Gesundheitsministerin von der Decken fand lobende Worte für alle beteiligten Personen, die in der Kürze der Zeit die neue Luftrettungsstation aus dem Boden hob

Gesundheitsministerin von der Decken fand lobende Worte für alle beteiligten Personen, die in der Kürze der Zeit die neue Luftrettungsstation aus dem Boden hob

Foto: Harald Rieger

Hohenlockstedts Bürgermeister Wolfgang Wein übergab der heutigen Besatzung im Beisein der Gäste Präsente zum Start des neuen Luftrettungsmittels

Hohenlockstedts Bürgermeister Wolfgang Wein übergab der heutigen Besatzung im Beisein der Gäste Präsente zum Start des neuen Luftrettungsmittels

Foto: Harald Rieger

?Bis zur Fertigstellung eines Neubaus wird der Betrieb von einer voll ausgestatteten Interimsstation aus durchgeführt. Diese besteht aus Mobilcontainern für medizinische Ausrüstung und Technik, Büro-, Ruhe- und Sozialräumen sowie zwei Zelthangaranlagen - eine für den Rettungshubschrauber “Christoph 67“ und eine Ersatzmaschine für die ADAC Luftrettungsstationen im Norden. Der neue ADAC Rettungshubschrauber ist täglich von Sonnenaufgang (frühestens um 7 Uhr) bis Sonnenuntergang einsatzbereit. Optional kann er, sollte es in der Zukunft dafür einen Bedarf geben, zum Beispiel auch für Einsätze in der Dunkelheit ausgestattet werden.

Visualisierung der Station, wie sie in Zukunft einmal aussehen soll

Visualisierung der Station, wie sie in Zukunft einmal aussehen soll

Foto: ADAC Luftrettung

Mit dem „Hungrigen Wolf“ betreibt die ADAC Luftrettung zum ersten Mal auch eine Station in Schleswig-Holstein – die 38. der gemeinnützigen Organisation. In dem nördlichsten Bundesland der Republik gibt es ab sofort damit vier Luftrettungsstandorte, neben dem neuen „Christoph 67“ sind „Christoph 12“ in Siblin, „Christoph 42“ in Rendsburg“ und „Christoph Europa 5“ in Niebüll im Einsatz.

Neben „Christoph 67“ als D-HYAE stand auch eine Ersatzmaschine mit der Kennung „D-HYAF“ für die interessierten Gäste vor dem Interimshangar

Neben „Christoph 67“ als D-HYAE stand auch eine Ersatzmaschine mit der Kennung „D-HYAF“ für die interessierten Gäste vor dem Interimshangar

Foto: Harald Rieger

Qualität, Leistungsfähigkeit und Sicherheit stehen bei uns auch in Schleswig-Holstein an oberster Stelle versicherte Frédéric Bruder, der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH, bei der Einweihung und lobte den mit 20 Jahren vergleichsweise langen Vergabezeitraum für den Betrieb der Station. Dies gebe allen Beteiligten Stabilität und Planungssicherheit, allen voran den Crews und ihren Familien. 

Der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH, Frédéric Bruder, hob während seiner Rede die Einsatzbereitschaft der Besatzungen hervor

Der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung gGmbH, Frédéric Bruder, hob während seiner Rede die Einsatzbereitschaft der Besatzungen hervor

Foto: Harald Rieger

Prof. Dr. Christian Zöllner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKE bei seiner Rede vor den Gästen

Prof. Dr. Christian Zöllner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKE bei seiner Rede vor den Gästen

Foto: Harald Rieger

Am Standort „Hungriger Wolf“ steht ab heute eine sehr erfahrene und hochprofessionelle Crew zur Verfügung. Die Piloten und die Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (TC HEMS) stellt die ADAC Luftrettung, die Notärztinnen und Notärzte kommen im Rahmen einer Kooperation vom dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Letztere wurden in den vergangenen Wochen im medizinischen Ausbildungszentrum der ADAC HEMS Academy in Bonn-Hangelar, bei der Feuerwehr Lübeck sowie am UKE selbst intensiv auf die Herausforderungen und Besonderheiten im Luftrettungsdienst vorbereitet. ?

? Die hohe medizinische Kompetenz in der präklinischen Notfallversorgung stellen unsere UKE-Notärzte und Notärztinnen am Boden schon seit Jahren mit jährlich über 8000 notfallmedizinischen Einsätzen unter Beweis. Wir freuen uns, dass wir unser Wissen und unsere Erfahrung nun auch an dem neuen Standort in Schleswig-Holstein einbringen können sagt Prof. Dr. Christian Zöllner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Stellvertretender Ärztlicher Direktor des UKE.

Fototermin der ersten Besatzung von „Christoph 67“ am heutigen Tage

Fototermin der ersten Besatzung von „Christoph 67“ am heutigen Tage

Foto: Harald Rieger

Bei einer Alarmierung besteht die Crew von „Christoph 67“ aus einer Pilotin bzw. einem Piloten, einer Notärztin bzw. einem Notarzt und einer Notfallsanitäterin bzw. einem Notfallsanitäter (TC HEMS). Um das Besatzung rund um die Uhr gewährleisten zu können sind am neuen Standort 21 Teammitglieder im Einsatz. Die leitende Crew von „Christoph 67“ besteht aus Stationsleiter und Pilot Sascha Richter, Notarzt Dr. Andreas Otto und TC HEMS Jascha Mahro.

Auch die lokale und überörtliche Presse war zahlreich vertreten und berichtete über die feierliche Indienststellung

Auch die lokale und überörtliche Presse war zahlreich vertreten und berichtete über die feierliche Indienststellung

Foto: Harald Rieger

Haupteinsatzgebiet von „Christoph 67“ ist der südwestliche Landesteil von Schleswig-Holstein bis an die Stadtgrenze von Hamburg. Der Einsatzradius liegt bei 50 bis 70 Kilometern, die Einsatzgeschwindigkeit bei rund 220 km/h. Die Maschine kann so 70 Kilometer in nur 20 Minuten Flugzeit zurücklegen und von Hohenlockstedt aus auch Notfalleinsätze an der Nordseeküste und auf den Inseln fliegen. Mit einer Reichweite von rund 670 Kilometern ist der Helikopter darüber hinaus auch für Notfälle an noch weiter entfernten Orten einsetzbar.

von links: Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken, TC HEMS Jascha Mahro, Landrat Claudius Teske aus dem Kreis Steinburg, Stationsleiter und Pilot Sascha Richter, Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung und Notarzt Dr. Andreas Otto

von links: Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken, TC HEMS Jascha Mahro, Landrat Claudius Teske aus dem Kreis Steinburg, Stationsleiter und Pilot Sascha Richter, Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung und Notarzt Dr. Andreas Otto

Foto: Harald Rieger

Alarmiert wird der ADAC Rettungshubschrauber über die neue Zentrale Disposition der Luftrettung in Schleswig-Holstein in Kiel. Dieses Dispositionskonzept ist das erste seiner Art in Deutschland und startet zeitgleich mit „Christoph 67“ ebenfalls am heutigen 1. Juli 2024. Schleswig-Holstein geht damit neue Wege und nimmt eine Vorreiterrolle in Deutschland ein. Bisher gab es bei der Disposition von Rettungshubschraubern keine Leitstelle, die auch Rettungseinsätze zentral für ein gesamtes Bundesland disponiert. Aktuell gibt es ein ähnliches Konzept nur für sekundäre Verlegungen zwischen Kliniken.             

Erster Einsatz am 1. Juli 2024 um 12:02 Uhr: die H145 hebt in Richtung Lütjenwestedt ab

Erster Einsatz am 1. Juli 2024 um 12:02 Uhr: die H145 hebt in Richtung Lütjenwestedt ab

Foto: Harald Rieger

Im Rahmen des Festaktes kam es im Anschluss an die Festreden und Fototermine um Punkt 12:02 Uhr zu der allerersten Alarmierung von „Christoph 67“ – es ging zu einem Notfalleinsatz ins ca. 20 km nördlich gelegene Lütjenwestedt. Die heutige Besatzung konnte damit erstmals nach den monatelangen Vorbereitungen ihre Einsatzbereitschaft vor den Augen und Kameras der Gäste unter Beweis stellen. Auch das Team von rth.info wünscht den zukünftigen Besatzungen im Einsatz als „Christoph 67“ allzeit many happy landings.

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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