Christoph Europa 5 startet 24-Stunden-Betrieb
25.05.2024
Niebüll (SH) :: Mit dem heutigen Samstag, dem 25. Mai 2024, wird im schleswig-holsteinischen Luftrettungsnetz eine Neuerung wirksam. Seit 0:00 ist der am Krankenhaus Niebüll beheimatete „Christoph Europa 5“ rund um die Uhr einsatzbereit.
Dies ist das Ergebnis eines 2023 durchgeführten Vergabeverfahrens zur Durchführung der Luftrettung durch das Land Schleswig-Holstein. Hierbei wurde die DRF Luftrettung außerdem als Betreiber des „Christoph Europa 5“ sowieso des zweiten 24-Stunden Hubschraubers „Christoph 42“ in Rendsburg-Schachtholm für die kommenden 20 Jahre bestätigt.
Der nördlichsten Luftrettungsstation Deutschlands, unweit der dänischen Grenze gelegen, kommt insbesondere bei der Versorgung der nahegelegenen Inseln und Halligen eine wichtige Bedeutung zu. So gibt es, mit Ausnahme der beiden Inseln Sylt und Föhr, welche jeweils ein kleines Inselkrankenhaus zur Grundversorgung haben, keinerlei Möglichkeit einer stationären Patientenversorgung außerhalb des Festlandes. Folglich werden die Patienten nach erfolgter Erstversorgung auf den Inseln für gewöhnlich auf dem Luftweg in eines der Krankenhäuser auf dem Festland transportiert. Besonders in der Urlaubszeit, in der sich die Zahl der Inselbewohner durch die vielen Gäste stark erhöht, machen diese Einsätze einen großen Teil des täglichen Einsatzgeschehens in Niebüll aus.
In der Nachtzeit musste bisher „Christoph 42“ aus Rendsburg-Schachtholm angefordert werden, welcher im Gegensatz zu „Christoph Europa 5“ eine deutlich längere Anflugzeit zu den Inseln hat. Wenn die beiden Luftrettungsmittel nicht verfügbar sein sollten, kann außerdem weiterhin auf den am Flugplatz St. Peter-Ording vorgehaltenen „Northern Rescue 01“ zurückgegriffen werden. Dieser Hubschrauber wird von der DRF-Tochtergesellschaft „NHC Northern Helicopter“ in einer ebenfalls 24-Stunden-Bereitschaft für die Rettung der Mitarbeiter in den Offshorewindparks vor der Küste vorgehalten und ist mit einer Rettungswinde ausgestattet.
“Christoph Europa 5“ beim Start an der Asklepios Nordseeklinik Westerland auf Sylt
Foto: Tobias Klein
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Wie der Name „Christoph Europa 5“ schon verrät, ist die Station nicht nur wichtiger Bestandteil der Notfallversorgung im Flächenland Schleswig-Holstein, sondern kommt grenzüberschreitend auch im dänischen Verwaltungsbezirk Syddanmark zum Einsatz. So dürfte auch das Nachbarland von der erweiterten Einsatzbereitschaft profitieren.
Wie an anderen 24-Stunden Stationen üblich, wird auch in Niebüll tagsüber mit einer dreiköpfigen Besatzung geflogen, während nachts ein zweiter Pilot die Besatzung ergänzt. In naher Zukunft soll außerdem eine Rettungswinde vorgehalten werden, welche ebenfalls Teil der Ausschreibung war.
Ab dem 1. Juli 2024 wird das Luftrettungsnetz in Schleswig-Holstein zudem durch einen neuen, und damit dann vierten Standort neben Niebüll, Rendsburg und Siblin-Ahrensbök („Christoph 12“) komplettiert. Mit „Christoph 67“ wird die ADAC Luftrettung in Folge einer EU-weiten Neuausschreibung erstmalig im nördlichsten Bundesland vertreten sein und vom Flugplatz „Hungriger Wolf“ bei Itzehoe mit einer H145 im Tagflugbetrieb zu Primär- und Sekundäreinsätzen starten.
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