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Im Jahr 2021 leisteten die Zivilschutz-Hubschrauber des Bundes 15.441 Mal schnelle Hilfe aus der Luft

01.03.2022

Frankfurt am Main (HES) ::  Vor der beeindruckenden Kulisse der Frankfurter Skyline hat der Bund am Mittwoch die Einsatzbilanz der Zivilschutz-Hubschrauber präsentiert. Im Luftrettungszentrum von Christoph 2 in der BGU Frankfurt gaben die Partner des Luftsrettungsteams die Einsatzzahlen bekannt:

Insgesamt sind die „Retter in Orange“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Jahr 2021 15.441 Mal abgehoben – das sind über 1400 Einsätze mehr als im Vorjahr mit 14.039 Einsätzen

Die Einsatzübersicht der Stationen für 2021

Die Einsatzübersicht der Stationen für 2021

Foto: BBK

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Insgesamt mehr als 218 Tage in der Luft

Startklar sind die Hubschrauber innerhalb von zwei Minuten. Doch insgesamt waren die Rettungsteams der Luftrettungszentren mit ZSH 5232 Stunden in der Luft. Das sind mehr als 218 Tage am Stück! In dieser Zeit wurden 4.080 Patientinnen und Patienten transportiert. Die meisten Einsätze flog Christoph 29 in Hamburg mit 1900, gefolgt von den beiden Zivilschutz-Hubschraubern in der Alpenregion Christoph 17 in Kempten mit 1585 Einsätzen und Christoph 14 in Traunstein mit 1440.

Bei diesen beiden Stationen fielen auch die meisten Sucheinsätze an, Christoph 17 (11), Christoph 14 (19). Die ZSH in Rhein-, Ruhr- und Elbnähe, in Köln, Duisburg und Hamburg haben ebenfalls mehr Sucheinsätze als die anderen Stationen.

Mit dem Abebben der Pandemie steigt die Zahl der Einsätze

Gingen die Einsatzzahlen in den letzten zwei Jahren noch zurück, sind sie nun wieder deutlich gestiegen. Ein Grund: Das öffentliche Leben wurde im Vergleich zu 2020 wieder hochgefahren, Menschen verbrachten wieder mehr Zeit in der Natur und reisten mehr mit dem eigenen Auto durch das Land.

Dabei passieren naturgemäß auch wieder mehr Unfälle. Wenn es dann besonders schnell gehen muss, kommen Hubschrauber zum Einsatz: Das BBK und die Bundespolizei unterstützen mit den Zivilschutz-Hubschraubern die Luftrettung in Deutschland. Der Bund hält die orangefarbenen Hubschrauber für den Katastrophen- und Zivilschutzfall vor.

Flotte mit besonderen Aufgaben

Der Bund unterhält eine Flotte von 18 Zivilschutz-Hubschraubern. Zwölf davon starten täglich von zwölf Luftrettungszentren aus bundesweit in den Einsatz. Die übrigen Maschinen dienen als Redundanz für Wartungs- und Reparaturarbeiten. Die ZSH sind Teil des Ausstattungskonzeptes, das der Bund für den Spannungs- und Verteidigungsfall bereithält.

Die Hilfe aus der Luft ist ein wichtiger Baustein im Zivilschutz und komplettiert die Spezialfähigkeiten des Bundes. Aufgabe der ZSH ist dabei, Schadenstellen zu erkunden und zu überwachen, Bevölkerungsbewegungen zu beobachten und zu lenken oder Spezialisten und Material in kürzester Zeit an den Einsatzort zu befördern. Des Weiteren können radioaktive Strahlen aus der Luft gemessen und Schwerverletzte oder Erkrankte transportiert werden. Letzteres ist das reguläre Tagesgeschäft der Zivilschutz-Hubschrauber, denn außerhalb von Katastrophen und in Friedenszeiten werden die Helikopter im Luftrettungsdienst eingesetzt.

Christoph 2 in Frankfurt am Main

Christoph 2 in Frankfurt am Main

Foto: Marc Dickler

Christoph 2: Zivilschutz-Hubschrauber seit 50 Jahren

Der Zivilschutz-Hubschrauber Christoph 2 wurde als zweiter ZSH überhaupt am 15. August 1972 offiziell in Dienst gestellt. Seit 2008 startet er vom Landedeck der BGU Frankfurt zu etwa 1.100 Einsätzen jährlich. Der Hubschrauber und sein Team sind in Minutenschnelle startklar, um in einem Einsatzradius von 60 km schnelle Hilfe aus der Luft zu leisten – im Bedarfsfall fliegt er auch darüber hinaus.

Die Crew von Christoph 2 rückt am häufigsten zu Verkehrs- und Arbeitsunfällen aus. Im Vergleich zu anderen ZSH ist im Christoph 2 der Anteil der Traumapatientinnen und -patienten am höchsten. Traditionell ist die Luftrettung fester Bestandteil der Versorgung von Unfallopfern im Rhein/Maingebiet. Pro Tag fliegt Christoph 2 durchschnittlich drei bis vier Einsätze. Die Alarmierung erfolgt über die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main, die auch die speziell in der Luftrettung ausgebildeten Notfallsanitäterinnen und -sanitäter (TC-HEMS) stellt.

Die Pilotinnen und Piloten stellt bei allen ZSH die Bundespolizei, in Frankfurt die Fliegerstaffel Fuldatal. Die langjährig erfahrenen Notärztinnen und Notärzte kommen aus der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Frankfurt. Dieses eingespielte Team leistet so täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang „Highspeed-Hilfe“ aus der Luft.

Einsatzzahlen 2021 nach Standorten

  • Christoph 2 Frankfurt am Main: 1083
  • Christoph 3 Köln: 1392
  • Christoph 4 Hannover: 1262
  • Christoph 7 Kassel: 1157
  • Christoph 9 Duisburg: 931
  • Christoph 12 Siblin: 956
  • Christoph 13 Bielefeld: 1285
  • Christoph 14 Traunstein: 1440
  • Christoph 17 Kempten: 1585
  • Christoph 29 Hamburg: 1900
  • Christoph 34 Güstrow: 1103
  • Christoph 35 Brandenburg: 1347

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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