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Neue BK 117 D3 (H145 Five-Bladed) für belgische Luftrettung im Dienst

12.07.2021

Bra-sur-Lienne (B) ::  Seit dem 01.07.2021 befindet sich am Standort Bra-sur-Lienne des Centre Médical Heliporté a.s.b.l. (CMH) in Ostbelgien eine neue H145 im offiziellen Einsatzdienst. Die Maschine mit fünfblättrigem Rotor, die aus der bewährten BK 117 mit dem Zwischenschritt EC 145 zur H145 speziell für die Luftrettung weiterentwickelt wurde, ist eine der ersten so genannten “Five-Bladed“-H145, die auf europäischem Boden ausgeliefert und bereits in Betrieb genommen wurden. Zuvor waren erste Exemplare der aktuellsten Version der BK 117 (BK 117 D3) an Luftrettungsorganisationen in Norwegen und Deutschland ausgeliefert bzw. nachgerüstet worden.

Die BK 117 D3 “F-HBRA“ startet Ende Juni 2021 in Bra-sur-Lienne zu einem Trainingsflug

Die BK 117 D3 “F-HBRA“ startet Ende Juni 2021 in Bra-sur-Lienne zu einem Trainingsflug

Foto: Tobias Klein

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Einhergehend mit einem Betreiberwechsel – weg vom belgischen Anbieter NHV Group (Noordzee Helikopters Vlaanderen) mit Sitz in Oostende hin zum französischen Anbieter SAF Hélicoptères – wurde die bisher eingesetzte EC 145 (BK 117 C2) durch eine fabrikneue H145 mit Fünfblattrotor ersetzt. Die Maschine befand sich bereits seit mehreren Tagen zu Trainings- und Einweisungszwecken am Standort und wurde schließlich am Mittwoch, dem 30.06.2021 der Presse vorgestellt.

Die zuvor eingesetzte BK 117 C2 “OO-NSM“, betrieben von NHV

Die zuvor eingesetzte BK 117 C2 “OO-NSM“, betrieben von NHV

Foto: Tobias Klein

Standort ist seit Aufnahme des Flugbetriebs im Jahr 1997 das kleine Dorf Bra-sur-Lienne in den belgischen Ardennen, welche zugleich auch das Haupteinsatzgebiet des RTH markieren. Von hier aus werden jährlich etwa 1.500 Einsätze im 24-Stunden-Betrieb geflogen. Als Besonderheit hat man hierfür über 100 Landestellen, größtenteils Sportplätze, definiert, deren Beleuchtung die Besatzung per Handy aktivieren kann.

Da die Genehmigung für den derzeitigen Standort im Jahr 2026 ausläuft, und weil infolge stark gestiegener Einsatzzahlen vermehrt Beschwerden über Lärmbelästigung eingehen, ist die Gemeinde Lierneux auf der Suche nach einer Alternative. Laut Presseberichten habe sie bereits ein geeignetes Gelände außerhalb des Ortes gefunden, welches sie käuflich erwerben wolle.

Das CMH ist eine private Institution, die auf Spenden angewiesen ist. Sponsorenessen und andere Aktivitäten bringen der örtlichen Bevölkerung das Engagement des Vereins immer wieder in Erinnerung. Im Zuge der Umstellung auf das neue Hubschraubermodell wurde zugleich ein neues Logo kreiert, welches auf den Heckklappen der H145 sichtbar ist. An den Seiten wird der potenzielle Spender nun auch direkt angesprochen: L‘URGENCE, C‘EST VOUS, auf Deutsch: “DU bist der Notfall!“ Und der Kenner der neuen H145 lautet F-HBRA, womit auf den aktuellen Standort hingewiesen wird. Gleichzeitig wurde der Webauftritt überarbeitet.

Das neue Logo des CMH ist gut sichtbar auf den “clamshell doors“ der neuen BK 117 D3 angebracht

Das neue Logo des CMH ist gut sichtbar auf den “clamshell doors“ der neuen BK 117 D3 angebracht

Foto: Tobias Klein

rth.info wird über die weitere Entwicklung berichten.

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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