Direkt zum Inhalt...

rth.info

Faszination Luftrettung

rth.info - Faszination Luftrettungzur Startseite


Österreich: aus für „Airmed 1“ nach Betreiberliquidation

10.11.2020

Nassfeld (A) ::  Die Firma „FlyMed“, Betreiber des Kärntner Notarzthubschraubers „Airmed 1“, wurde zur Liquidation ausgeschrieben, wie das Portal „Helirescue.at“ berichtet. Somit wird „Airmed 1“, der von Mitte Dezember bis Anfang April im Skigebiet Nassfeld Sonnenalpe zu seinen Einsätzen startet, seinen Dienst vermutlich bereits zu der kommenden Wintersaison nicht wieder aufnehmen.

Vorausgegangen war der plötzliche Tod des Firmeninhabers und -gründers Dr. Günther Schamp, selbst Arzt und Pilot, im vergangenen August. Seitdem führte interimsmäßig dessen Sohn Stephan Schamp die Firma weiter. Die aktuelle unsichere Situation aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden unklaren Auslastung des Hubschraubers in der Wintersaison hätten demnach zu dem Entschluss geführt, die Auflösung des Unternehmens zu beantragen.

FlyMed betrat im Jahr 2008 das Flugrettungsgeschäft in Österreich mit der Stationierung von „Airmed 1“, anfangs ganzjährig vom Standort Kärnten aus. Damals kam eine gecharterte BO105 „D-HDML“ zum Einsatz. Die Tatsache, dass „FlyMed“ in Kärnten nicht als Rettungsorganisation anerkannt wurde und somit ihr Notarzthubschrauber nicht als offizieller NAH aufgeboten wurde, sondern auf direkte Alarmierung per Telefon wie durch Pistendienste angewiesen war, führte zu einer geringen Auslastung. Aus diesem Grund wurde nach zwei Jahren zu einer rein saisonalen Stationierung in den Wintermonaten gewechselt. Dies dürfte auch einer der Gründe gewesen sein, warum das Projekt „Airmed 2“, der ein Jahr später in Scharnstein stationiert worden war, bereits zwei Jahre später als gescheitert erklärt werden und der Hubschrauber wieder seinen Dienst einstellen musste. Die zu hohen Betriebskosten der Maschinen spielten dabei sicherlich eine wesentliche Rolle. Neben zweier BO 105 zu Beginn wurde später unter anderem auch durch die TV-Serie „Medicopter 117“ bekannte BK 117 „D-HEOE“ eingesetzt, um den mittlerweile verschärften Luftfahrtverordnungen gerecht zu werden. Letzte Einsatzmaschine von „Airmed 1“ war eine EC 135 „OE-XYG“, die zur Saison 2011 beschafft worden war. Dabei handelte es sich um die ehemalige „Edelweiß“-Maschine „D-HBYG“ der Bayerischen Polizei.

Durch die Einstellung von „Airmed 1“ sind somit nur mehr „Alpin 1“ während der Wintersaison, „Christophorus 11“ und „RK 1“ ganzjährig im Bundesland Kärnten als Notarzthubschrauber stationiert. Ob es am Standort Nassfeld wieder einen neuen Notarzthubschrauber geben wird, bleibt abzuwarten, laut Informationen von Helirescue.at gäbe es potenzielle Interessenten aus dem In- und Ausland.

Autor

Quelle(n):
siehe Weblinks

Info-Abschnitt überspringen

Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

Alle Fachbegriffe...