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“Christoph 31“: H135 ersetzt EC 135 – Betreiberfrage weiterhin offen

14.08.2020

Berlin (BLN) ::  Am Mittwoch (12.08.2020) hat die ADAC Luftrettung offiziell ihren neuen Rettungshubschrauber für Berlin vorgestellt. Es handelt sich um eine H135 mit dem Kenner D-HXCA. Die Maschine, die erst in diesem Jahr das Airbus-Helicopters-Werk im bayerischen Donauwörth verlassen hat, ersetzt die seit 2003 eingesetzte Vorgängermaschine vom Typ EC 135 P2. Die neue H135, die man von ihren Vorgängerin leicht an der verlängerten Heckflosse, dem kleineren Bumper und den fehlenden Seitenleitwerken unterscheiden kann, war bereits am 18. Juli nach Berlin überführt worden. rth.info-Leserinnen und -Leser hatten sie bereits damals gesehen und bei den rth.info-Sightings eingetragen.

In Berlin fliegt seit Kurzem eine hochmoderne H135 als RTH “Christoph 31“

In Berlin fliegt seit Kurzem eine hochmoderne H135 als RTH “Christoph 31“

Foto: Norman Schnippa/ADAC Luftrettung

Wie lange der neue ADAC-Helikopter von seiner Homebase an der Charité Campus Benjamin Franklin im Berliner Stadtteil Steglitz aus zu lebensrettenden Einsätzen starten wird, ist und bleibt indes ungewiss. Die ADAC Luftrettung hatte im vergangenen Jahr eine entsprechende Ausschreibung der Berliner Feuerwehr verloren; die Station Steglitz sollte, wie auch die Station “Christoph Berlin“ in Marzahn und eine weitere, örtlich noch zu bestimmende dritte Station mit dem Funkrufnamen “Christoph 31 Bravo“ an die DRF Luftrettung gehen (rth.info berichtete). Dagegen hatte die ADAC Luftrettung Widerspruch eingelegt.

Auf Anfrage von rth.info teilte die Pressestelle des zuständigen Berliner Senats für Wirtschaft, Energie und Betriebe am 7. August 2020 mit, dass “das Nachprüfungsverfahren [...] weiterhin bei der Vergabekammer des Landes Berlin anhängig [ist]. Die Dauer des Verfahrens ist u.a. durch die Maßnahmen im Rahmen der Eindämmung der Corona-Pandemie bedingt. Darüber hinaus wurde das Nachprüfungsverfahren durch ein Zwischenverfahren vor dem Kammergericht unterbrochen.“ Wann die abschließende Entscheidung getroffen wird, ist derzeit nicht absehbar.

„Christoph 31“ war Ende Februar 2020 nach einer vorübergehenden Stationierung am Flughafen Schönefeld zurück an die seit 1987 betriebene Luftrettungsstation in Berlin-Steglitz gezogen, nachdem die umfassende Modernisierung des Landeplatzes und der Station zuvor weitgehend fertiggestellt worden war. Zur Geschichte dieses besonderen “Insel-Retters“ verweisen wir auf die mehrteilige Reportage “50 Jahre zivile Luftrettung in Deutschland“, dessen Teil 3 der Luftrettung in der Bundeshauptstadt Berlin gewidmet ist. Der Teil erscheint vsl. am Wochenende (15./16.08.2020).

Nachrichten zu diesem Thema im Archiv

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Quelle(n):
Pressemitteilung “‘ADAC Luftrettung stellt Deutschlands modernsten Rettungshubschrauber in Berlin in Dienst“ der ADAC Luftrettung vom 12. August 2020

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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