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Paukenschlag: Johanniter Luftrettung stellt Flugbetrieb des ITH “Akkon Bochum 89-1“ vorerst ein

15.06.2020

Marl (NRW) ::  Der Flugbetrieb des seit dem 1. April 2016 am Verkehrslandeplatz Marl-Loemühle stationierten Intensivtransporthubschraubers (ITH) “Akkon Bochum 89-1“ der Johanniter Luftrettung (JLR) wird zum 1. Juli 2020 bis auf Weiteres eingestellt. Dies teilte die JLR am heutigen Montagnachmittag (15.06.2020) per Medienmitteilung mit.

Zum 1. Juli 2020 wird der Betrieb des ITH “Akkon Bochum 89-1“ vorerst eingestellt (die Archivaufnahme aus dem Mai 2016 zeigt den ITH mit Bergmannsheil-Aufkleber)

Zum 1. Juli 2020 wird der Betrieb des ITH “Akkon Bochum 89-1“ vorerst eingestellt (die Archivaufnahme aus dem Mai 2016 zeigt den ITH mit Bergmannsheil-Aufkleber)

Foto: Jörn Fries

Als Hauptgrund für die überraschende Einstellung des Flugbetriebs nannte die JLR ausstehende Zahlungen der Krankenversicherungen für durchgeführte Einsätze – teilweise seit Ende 2017 (rth.info berichtete). So hätten nach Angaben der JLR manche Krankenkassen die Kostenerstattung komplett verweigert, andere nur kleinere Teilbeträge gezahlt. Die JLR reichte daher bereits im April 2019 Klage beim zuständigen Sozialgericht ein. Denn auch die in Aussicht gestellten Sockelbeträge seien laut JLR “weder akzeptabel, noch ausreichend für die Aufrechterhaltung des Flugbetriebes“. Der Verhandlungstermin stehe noch aus, so die JLR in ihrer Medienmitteilung. Die Bezirksregierung in Münster hatte die Betriebserlaubnis für den ITH “Akkon Bochum 89-1“ erst zum 1. Januar 2020 um drei weitere Jahre verlängert. Der Betrieb des in Kooperation mit dem Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum eingesetzten Intensivtransporthubschraubers werde deshalb bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens auch nur ruhen, so die JLR weiter.

Seit seiner Indienststellung vor mehr als vier Jahren hat der ITH “Akkon Bochum 89-1“ über 1.000 Einsätze absolviert, vorwiegend Verlegungsflüge intensivpflichtiger Patienten, aber auch Primäreinsätze. Hierfür wurde der ITH von den regionalen Leitstellen alarmiert, wenn kein öffentlich-rechtlicher Rettungshubschrauber (RTH) oder Intensivtransporthubschrauber (ITH) verfügbar oder der Notfalleinsatz zeitkritisch war. Der vorübergehenden Stilllegung des Johanniter-Luftrettungszentrums Bochum ging im letzten Jahr bereits die Reduzierung der Betriebszeiten (Wechsel vom 24-Stunden- auf den Tagflugbetrieb) sowie der Wechsel des Operators voraus (rth.info berichtete).

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Quelle(n):
Medienmitteilung “Johanniter Luftrettung lässt Genehmigung für Bochum ruhen – Standort des Intensivtransporthubschraubers wird vorerst stillgelegt“ der Johanniter Luftrettung vom 15. Juni 2020

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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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