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StädteRegion Aachen schreibt Betrieb der RTH-Station “Christoph Europa 1“ aus

29.05.2020

Aachen (NRW) ::  Die StädteRegion Aachen als Kernträgerin des Rettungshubschraubers (RTH) “Christoph Europa 1“ beabsichtigt, die Luftrettung am Standort Würselen-Merzbrück für den Zeitraum 01.01.2021 bis 31.12.2030 auszuschreiben. Hierbei handelt es sich um ein Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb nach § 17 Vergabeverordnung (VgV). Die Teilnahmeunterlagen wurden am heutigen Freitag (29.05.2020) auf den entsprechenden Vergabeportalen veröffentlicht (siehe auch externe Links im Kontextbereich dieser News). Interessierte Unternehmen haben bis zum 30.06.2020 Zeit, ihren Teilnahmeantrag einzureichen.

Neben den Einsatzmaschinen (Stamm- und Ersatzmaschine) hat der künftige Betreiber die Piloten und die TC-HEMS zu stellen. Die StädteRegion weist gesondert darauf hin, dass für den Fall, dass ein neuer Betreiber den Betrieb übernimmt, die gesetzlichen Bestimmungen des § 613 BGB (Betriebsübergang) zu berücksichtigen sind. Für den Hubschraubertyp wurde kein Typ vorgegeben. In den Vergabeunterlagen heißt es dazu lediglich:

1. Der Rettungshubschrauber (RTH) muss gemäß EASA-CS.27 oder 29 (Certification for Small Rotorcraft CS-27 oder 29) zertifiziert sein und die Anforderungen gemäß DIN EN 13718-1 und DIN EN 13718-2 erfüllen[.]

2. Der RTH muss für Flugverfahren nach Kategorie A zugelassen sein und in Übereinstimmung mit der Flugleistungsklasse 1 betrieben werden können[.]
Zudem muss er in den bestehenden Hangar passen und über ein Kufenlandegestell verfügen. Damit dürfte beispielsweise die Johanniter Luftrettung weder mit ihrer AS 365 N3 noch ihrer H155 zum Zuge kommen können.

Die StädteRegion Aachen schreibt den Betrieb der RTH-Station “Christoph Europa 1“ für die kommenden zehn Jahre aus

Die StädteRegion Aachen schreibt den Betrieb der RTH-Station “Christoph Europa 1“ für die kommenden zehn Jahre aus

Foto: Jörn Fries

Die ADAC Luftrettung betreibt seit dem 1. März 1998 die Luftrettung im Drei-Länder-Eck Deutschland-Belgien-Niederlande. Im September 2010 errichtete sie am Flugplatz Aachen-Merzbrück eine neue RTH-Station. Zurzeit kommt dort ein Hubschrauber vom Typ EC 135 zum Einsatz. Vom 15.08.1974 bis Anfang März 1998 kam dort eine Bell UH-1D der Bundeswehr als “SAR Würselen 72“ zum Einsatz.

Der derzeit gültige Rettungsdienstplan der StädteRegion Aachen sieht vor, dass der RTH täglich ab Sonnenaufgang (frühestens ab 7:00 Uhr) bis Sonnenuntergang plus 30 Minuten einsatzbereit vorzuhalten ist. Da es allerdings derzeit seitens des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) Überlegungen gibt, in NRW einige RTH für die Primärrettung im 24h-Betrieb vorzuhalten (dies setzt allerdings eine Änderung des Punkt 2.9 des Runderlasses des MAGS NRW vom 25.10.2006 – III 8 – 0714.1.3 – voraus), hat der potenzielle Auftragnehmer nach entsprechender Aufforderung und Bedarfsdefinition durch den Auftraggeber ein Angebot für eine Ausweitung auf einen 24h-Betrieb zu angemessenen Konditionen vorzulegen.

Seit der Übernahme der Station durch die ADAC Luftrettung am 1. März 1998 kommt am Flugplatz Aachen-Merzbrück (EDKA) eine EC 135 als “Christoph Europa 1“ zum Einsatz

Seit der Übernahme der Station durch die ADAC Luftrettung am 1. März 1998 kommt am Flugplatz Aachen-Merzbrück (EDKA) eine EC 135 als “Christoph Europa 1“ zum Einsatz

Foto: Jörn Fries

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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