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Neues Zuhause: „Christoph 25“ bald auf dem Dach

28.11.2019

Siegen (NRW) :: 

Am vergangenen Freitag, dem 22. November, wurde das sogenannte Bergfest für die im Bau befindliche neue Luftrettungsstation „Christoph 25“ auf dem Diakonie-Klinikum Jung-Stilling in Siegen gefeiert. Die seit Anfang 2015 geplante neue Luftrettungsstation entsteht mit Landedeck, Hangar und allen obligatorischen Standortanlagen in luftiger Höhe von rund 60 Metern und wird von den Verantwortlichen als statische Meisterleitung bezeichnet. Während das 44 Meter lange und 28 Meter breite Landedeck mit einer Fläche von 1.200 Quadratmetern, auf dem Platz für drei Rettungs- bzw. Intensivtransporthubschrauber sein wird, bereits im April 2020 fertig gestellt sein soll, wird mit der Fertigstellung des sechs Meter hohen Hangars und der Standortanlagen im August 2020 gerechnet.

Noch hat “Christoph 25“ seine Homebase am Boden – doch schon in Bälde wird er vom Dach des Neubaus abheben

Noch hat “Christoph 25“ seine Homebase am Boden – doch schon in Bälde wird er vom Dach des Neubaus abheben

Foto: Jörn Fries

Baustellenbesichtigung: Alle Beteiligten informieren sich über den Stand der 6,3-Millionen-Euro-Arbeiten auf dem Dach des „Stillings“ in Siegen

Baustellenbesichtigung: Alle Beteiligten informieren sich über den Stand der 6,3-Millionen-Euro-Arbeiten auf dem Dach des „Stillings“ in Siegen

Foto: Diakonie-Klinikum Jung-Stilling

Die gesamte Baumaßnahme, in die insgesamt 200 Tonnen Aluminium und Stahl verbaut wurden, erforderte ein Investitionsvolumen von rund 6,3 Millionen Euro, welches von der Diakonie in Südwestfalen getragen wird. Mit dem Fundament aus einem Stahlgerüst und einem Gewicht von 65 Tonnen wird die neue Luftrettungsstation auf dem Dach neben dem Hangar auch über die notwendigen Bereitschafts-, Desinfektions- und Ruheräume, Sanitär- und Technikanlagen sowie eine Tankanlage mit einem Tank mit einem Volumen für 50.000 Liter Kerosin unter dem Materialanlieferungshof mit den notwendigen Installationen auf das Landedeck verfügen. Darüber hinaus wird eine hochmoderne Löschanlage mit einem wie auch auf Flughäfen üblichen Wasser-Luft-Gas-Gemisch installiert werden, um für fliegerische Zwischen- bzw. Unfälle optimal gerüstet zu sein. Des Weiteren wird ein eigener Aufzug die Wege in die Klinik deutlich verkürzen und eine eigene Heizanlage u.a. zur Vermeidung von Glatteis auf dem Landedeck beitragen. Da der Flugbetrieb in deutlich größerer Höhe, d.h. von der Ebene 10 des Krankenhauses, erfolgen wird, kann auch der Lärm deutlich reduziert werden.

Im Mai 2018 waren die Bauarbeiten am Neubau schon weit vorangeschritten

Im Mai 2018 waren die Bauarbeiten am Neubau schon weit vorangeschritten

Foto: Jörn Fries

Der Neubau wurde notwendig, weil die seit über drei Jahrzehnte genutzte Luftrettungsstation beim Verwaltungstrakt des Krankenhauses einerseits nicht mehr den baulichen Mindestanforderungen entsprechen und andererseits auch die EU-Richtlinie aus dem Jahr 2009 eine Erneuerung erforderlich machte. Mit dem Neubau ist die seit dem 1. Januar 1982 durch die ADAC Luftrettung betriebene Luftrettungsstation „Christoph 25“ in Siegen dauerhaft, mindestens für die nächsten 25 Jahre gesichert, womit auch die bereits genannten deutlichen Optimierungen und Synergieeffekte erreicht werden. Als Standortkrankenhaus stellt das Diakonie-Klinikum Jung-Stilling über die Abteilung für Anästhesie insgesamt vierzehn Notärzte, während die drei Piloten von der ADAC Luftrettung und die neun Notfallsanitäter/TC HEMS von der Feuerwehr Siegen gestellt werden. Das Einsatzgebiet des im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen stationierten ADAC-Rettungshubschraubers vom Typ H135, auch als EC 135 P3 bezeichnet, umfasst das Sieger- und Sauerland, Wittgenstein und den Westerwald sowie einen Teil des bergischen Landes. Seit Anfang 1982 hat „Christoph 25“ rund 37.000 Rettungseinsätze geflogen.

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Autor(en)
Holger Scholl

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Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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