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„Flugretter helfen“ Kalender Edition 2020

02.11.2019

Bozen (I) ::  Das war schon eine besondere Stimmung im April in Marling, in Südtirol. Zusammen mit den Flugrettern Erich Näckler von der Landesflugrettung Südtirol und Raphael Kostner vom Rettungshubschrauber Aiut Alpin Dolomites, sowie dem Fotografen Philipp Franceschini war ich - ebenfalls als Fotograf des Kalenders - in die Weinkellerei Burggräfer eingeladen. Zu unserer Einladung hatten wir einen Scheck dabei, dotiert mit stolzen 23.000 Euro. Diese Summe kommt Familien zu Gute, die in jüngster Vergangenheit schwere Schicksalsschläge erlitten haben. Zusammengekommen ist diese Summe aus dem Verkauf der Jahreskalender „Flugretter helfen“. Dieses einzigartige Kalenderprojekt wurde von Erich Näckler, Flugretter beim Bozener Rettungshubschrauber „Pelikan 1“ ins Leben gerufen und wird seit nunmehr 16 Jahren mit viel Herzblut von ihm federführend fortgeführt.

Bei unserem Besuch erfahren wir auch, was jüngst mit den Spenden aus den Kalenderverkäufen geschehen ist. An der Leinwand wird von einer Bauernfamilie berichtet, die sich am finanziellen Abgrund befand. Zunächst waren Wohnhaus und landwirtschaftliche Gebäude durch einen Brand nach einem Blitzeinschlag komplett zerstört worden. Während des Wiederaufbaus gab es einen Erdrutsch am Hang und später eine Lawine, wobei das Anwesen weitere zwei Mal zerstört wurde. Außerdem hatte die Familie in dieser schweren Notlage noch einen Todesfall zu verkraften. Bald war die Existenz am Ende. Dann aber traten Menschen für die Familie ein, um sie vor dem sicheren Ruin zu bewahren. Mit den Spendengeldern wurde beim endgültigen Wiederaufbau von Hof und Bauernhaus geholfen. Im April in Marling konnten wir mit großer Freude Fotos vom Einzug des Viehs in den neu errichteten Kuhstall anschauen und hören, dass der Hof nun wieder aufgebaut werden konnte. Da war es still in dem großen Saal während des Vortrages. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Und es war damit sofort klar, die Aktion „Flugretter helfen“ auch weiterhin zu unterstützen.

So wird es auch in diesem Jahr für 2020 wieder den Kalender der Landesflugrettung Südtirol zum Verkauf geben, der fernab von kommerziellen Zielen der Organisatoren ausschließlich in Not geratenen Familien zu Gute kommt, bei denen die Landesflugrettung im letzten Jahr im Einsatz war, oder nicht mehr helfen konnte. Der Erlös aus dem Verkauf der beeindruckenden Bildkalender, die den Einsatz der drei Südtiroler Rettungshubschrauber aus Brixen, Bozen und Pontives zeigen, kommt wieder zu 100% den betroffenen Familien zu Gute – wie schon in den letzten 16 Jahren. Insgesamt sind dabei bisher 232.000 Euro zusammen gekommen. Im April kam die Rekordsumme von 23.000 Euro zusammen, nicht zuletzt, weil viele Menschen aus Deutschland auch den Kalender kauften.

Auch in diesem Jahr hoffen wir wieder sehr auf viele Unterstützer und Kunden der Aktion „Flugretter helfen“. Ab sofort kann der „Flugretter helfen“ Kalender für 2020 für Lieferadressen in Deutschland unter: Matthias.Boehl@web.de, zum Preis von 12 Euro, zzgl. Versandkosten (etwa 6,99 Euro) vorbestellt werden. Der Kalender ist aktuell aus der Druckerei erschienen und bereits in Kürze wird mit der Auslieferung begonnen.

Autor(en)
Matthias Böhl

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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