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Westpfalz, 2. September: Fly-In “Christoph 66“ – Fly-Out “Air Rescue Pfalz“

02.09.2019

Eßweiler/Sembach/Mainz (RPF) ::  Am heutigen Montagvormittag um 7:21 Uhr landete der neue Dual-Use-Rettungshubschrauber “Christoph 66“ an seinem künftigen Standort am Segelflugplatz Eßweiler (Kreis Kusel). An Bord der H145 mit der Kennung “D-HYAE“ befanden sich Pilot Sven Mainz, HEMS TC Andreas Rippe und Hubschraubernotarzt Dr. med. Jens Schwietring, alle drei von der ADAC Luftrettung. Bereits auf dem Weg von der ADAC-Luftrettungsstation “Christoph 5“ in Ludwigshafen am Rhein, wo der Hubschrauber über das Wochenende auf seinen Einsatz vorbereitet wurde, nach Eßweiler in die Westpfalz hatte sich die Besatzung über Funk einsatzbereit gemeldet. Und ihr erster Einsatz ließ nicht lange auf sich warten: Um 9:06 Uhr wurde “Christoph 66“ von der zuständigen Integrierten Leitstelle (ILS) in Kaiserslautern bereits zu einer Verlegung nach Idar-Oberstein geordert, wie Sprecher Jochen Oesterle von der ADAC Luftrettung auf Anfrage von rth.info bestätigte. Am frühen Nachmittag war er dann bereits bei einem schweren Verkehrsunfall bei Ramstein-Miesenbach im Einsatz. Das Einsatzgebiet des neuen ADAC-Hubschraubers umfasst in der Westpfalz die Stadt und den Landkreis Kaiserlautern, die Landkreise Kusel und Birkenfeld sowie den Donnersbergkreis. Das Einsatzgebiet für Verlegungstransporte von Klinik zu Klinik, so genannte Sekundärtransporte, umfasst die Länder Rheinland-Pfalz und Saarland. Geflogen wird auftragsgemäß von Sonnenaufgang, frühestens 7 Uhr, bis Sonnenuntergang.

Heute früh um 7:21 Uhr landete der Dual-Use-RTH “Christoph 66“ zum ersten Male in Eßweiler (hier ist eine baugleiche H145 der ADAC Luftrettung zu sehen)

Heute früh um 7:21 Uhr landete der Dual-Use-RTH “Christoph 66“ zum ersten Male in Eßweiler (hier ist eine baugleiche H145 der ADAC Luftrettung zu sehen)

Foto: Peter Schellig/ADAC Luftrettung

Währenddessen unterschrieben Staatssekretär Randolf Stich und Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC Luftrettung, in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz den Vertrag zur interimsweisen Übertragung des Luftrettungsdienstes in der Region Westpfalz. „Der Abschluss des Vertrages sichert nunmehr die Versorgung der Region Westpfalz mit einer im öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst eingebundene[n] Luftrettung. Dies ist eine wichtige Ergänzung des bodengebundenen Rettungsdienstes. Mit dem ADAC als Sieger des Ausschreibungsverfahrens gewinnen wir einen sehr erfahrenen Partner, der modernstes Luftrettungsgerät zum Einsatz bringt“, betonte Staatssekretär Randolf Stich bei der Vertragsunterzeichnung. „Wir freuen uns, dass wir in der Ausschreibung mit unserem Qualitätskonzept für die Westpfalz überzeugen konnten und damit die schnelle Hilfe aus der Luft für die Menschen in der Region sicherstellen können, erklärte Frédéric Bruder. „Für die optimale notfallmedizinische Versorgung der Patienten steht eine sehr erfahrene und hochprofessionelle Crew zur Verfügung“, versicherte Bruder und betonte: „Mit dem Westpfalz-Klinikum, der Uniklinik Homburg und der Klinik in Idar-Oberstein haben wir zuverlässige Partner für eine hochqualifizierte Notfallversorgung an unserer Seite.“

Von links: Andreas Hitzges (Referatsleiter Rettungsdienst), Randolf Stich (Staatssekretär im Innenministerium) mit Frédéric Bruder (Geschäftsführer der ADAC Luftrettung) und Alexander Wildberger (AOK Rheinland-Pfalz/Saarland)

Von links: Andreas Hitzges (Referatsleiter Rettungsdienst), Randolf Stich (Staatssekretär im Innenministerium) mit Frédéric Bruder (Geschäftsführer der ADAC Luftrettung) und Alexander Wildberger (AOK Rheinland-Pfalz/Saarland)

Foto: Innenministerium Rheinland-Pfalz

Der Hubschrauber fliegt zunächst im Übergangsbetrieb – bis zum offiziellen Start des einjährigen Interimsbetriebs, der für Mitte Oktober vorgesehen ist. Für die längerfristige Vergabe der Luftrettung in der Region Westpfalz werde später ein gesondertes Vergabeverfahren gestartet, heißt es in einer Aussendung der Pressestelle des Mainzer Innenministeriums.

Die kurzfristige Betriebsaufnahme seitens der ADAC Luftrettung war notwendig geworden, nachdem das Innenministerium am Freitag (31.08.2019) die Leitstelle in Kaiserslautern angewiesen hatte, den seit dem 22. Oktober 2018 auf der ehemaligen US Air Base Sembach stationierten Intensivtransporthubschrauber (ITH) “Air Rescue Pfalz“ der Johanniter Luftrettung nicht mehr für Primäreinsätze einzusetzen. Diese Anweisung aus Mainz hat die Leitstelle mit Wirkung vom heutigen Montag umgesetzt. Zwar meldete sich der ITH, für dessen Dienste als innerklinischer Verlegungshubschrauber die Johanniter Luftrettung noch einen bis Ende September gültigen privatrechtlichen Vertrag mit dem Westpfalz-Klinikum (WKK) hatte, heute früh um 7 Uhr einsatzbereit, er wurde von der ILS Kaiserslautern aber nicht mehr eingesetzt. Wie Lohre auf Anfrage von rth.info am heutigen Abend mitteilte, wurde der “Air Rescue Pfalz“ am späten Nachmittag außer Dienst genommen und die Maschine nach Reichelsheim in der Wetterau überführt.

Am vergangenen Freitag war der liebevoll auch “Red Nose“ genannte ITH “Air Rescue Pfalz“ der Johanniter in Buchholz im Einsatz – begleitet von zahlreichen Helispottern

Am vergangenen Freitag war der liebevoll auch “Red Nose“ genannte ITH “Air Rescue Pfalz“ der Johanniter in Buchholz im Einsatz – begleitet von zahlreichen Helispottern

Foto: Tobias Klein

In den letzten zehn Monaten kam mehrfach auch die “White Lady“ (D-HFVP) in der Westpfalz zum Einsatz

In den letzten zehn Monaten kam mehrfach auch die “White Lady“ (D-HFVP) in der Westpfalz zum Einsatz

Foto: Tobias Klein

Zur blauen Stunde landete der “Air Rescue Pfalz“ am Freitagabend an seiner Homebase im Gewerbegebiet von Sembach

Zur blauen Stunde landete der “Air Rescue Pfalz“ am Freitagabend an seiner Homebase im Gewerbegebiet von Sembach

Foto: Tobias Klein

Eine ausführliche Berichterstattung erfolgt in den nächsten Tagen.

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Autor(en)
Jörn Fries

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Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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