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DRF Luftrettung nutzt erweiterte invasive Notfalltechniken

22.07.2019

Filderstadt / Mannheim (BWÜ) ::  Penetrierende Verletzungen des Thorax oder oberen Abdomens, der sogenannten „cardiac box“, sind aufgrund von Hämorrhagie und Perikardtamponade eine akute vitale Bedrohung. Daher sind noch vor Ort Maßnahmen zur Sicherung der Vitalfunktionen nötig. Die DRF Luftrettung hat das gesamte medizinische Team der Station in Mannheim am Universitätsklinikum Heidelberg geschult: Alle Notärzte und Notfallsanitäter (HEMS-TC) können die erweiterten invasiven Notfalltechniken am Einsatzort anwenden. Die Fortbildung weiterer Stationen der DRF Luftrettung in diesem Bereich ist in Planung.

Das Team von “Christoph 53“ ist als erstes in Deutschland komplett in der Anwendung erweiterter invasiver Notfalltechniken ausgebildet

Das Team von “Christoph 53“ ist als erstes in Deutschland komplett in der Anwendung erweiterter invasiver Notfalltechniken ausgebildet

Foto: DRF Luftrettung

Die Anwendung invasiver Notfalltechniken direkt am Einsatzort stabilisiert Perikardtamponaden bereits vor dem Transport in die Klinik und hilft weiterhin, fulminante Blutungen zu kontrollieren. Dies trägt dazu bei, Leben zu retten. Gemeinsam mit Partnern wie dem Universitätsklinikum Heidelberg arbeitet die DRF Luftrettung deshalb beständig an der Etablierung modernster Techniken für Notfalleinsätze, um Menschenleben zu retten.

Ergänzend zu den INTECH-Seminaren der Uniklinik Heidelberg, die sich mit Thoraxdrainage, Koniotomie und intraossärem Zugang auseinandersetzen, erhalten Teilnehmer des Seminars INTECH advanced eine fundierte Fortbildung zur Clamshell-Thorakotomie, Perikardpunktion sowie zu REBOA (Resuscitative Endovascular Balloon Occlusion of the Aorta), einer Technik, mit der sich innere Blutungen nach Unfällen stoppen lassen. Relevant sind diese Techniken bei Verletzungen, die mit hohen Blutverlusten oder einer Perikardtamponade einhergehen. Neben penetrierenden Verletzungen im Thorax können so auch schwere Blutungen im Abdomen- oder Beckenbereich adressiert werden. Alle Notärzte und HEMS-TC der Station Mannheim der DRF Luftrettung haben dieses Seminar erfolgreich absolviert. Somit stellt die Besatzung von „Christoph 53“ stets sicher, dass derart schwerverletzte Patienten maximal präklinisch versorgt die optimal für sie geeignete Klinik erreichen.

Hier versorgt das Team des RTH “Christoph 53“ einen Patienten im Steinbruch Schriesheim

Hier versorgt das Team des RTH “Christoph 53“ einen Patienten im Steinbruch Schriesheim

Foto: DRF Luftrettung

„Die DRF Luftrettung geht mit der Fortbildung des Mannheimer Teams einen wichtigen Schritt im Sinne des Patienten“, so Dr. Marcus Rudolph, Notarzt und Ableitungsleiter der medizinischen Fort-, Aus- und Weiterbildung der DRF Luftrettung. „Gemeinsam mit unserem Partner, der Uniklinik Heidelberg, können wir die Überlebensraten von Patienten mit derartigen Verletzungen durch die erweiterten invasiven Notfalltechniken erhöhen.“

Gemeinsam mit ihren Partnern arbeitet die DRF Luftrettung beständig daran, neue Techniken zu entwickeln und zu etablieren, die Leben retten. Seit Juni bietet die Akademie der DRF Luftrettung einen Kurs für erweiterte invasive Notfalltechniken an. Auch mit dem Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf, Abteilung Rechtsmedizin besteht eine Kooperation in diesem Bereich. Schritt für Schritt soll dadurch auch die Expertise der Besatzungen an den Stationen der DRF Luftrettung deutschlandweit ergänzt und das Personal in die Breite geschult werden.

„Als Vorreiter in diesem Bereich ist es uns ein Anliegen, dass nicht nur die Menschen in der Region Mannheim von unserem Wissen und Können profitieren. Mittel- und langfristig sollen unsere Kompetenzen allen Patienten in Deutschland zugutekommen“, unterstreicht Dr. Jörg Braun, Fachbereichsleiter Medizin der DRF Luftrettung.

Autor(en)
Originaltext Pressemitteilung der DRF Luftrettung
Quelle(n):
Pressemitteilung “‘DRF Luftrettung nutzt erweiterte invasive Notfalltechniken“ der DRF Luftrettung vom 22. Juli 2019

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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