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EXKLUSIV: Berlin-Steglitz: Rückkehr des “Christoph 31“ verzögert sich auf unbestimmte Zeit

03.03.2019

Berlin (BLN) ::  Die Rückkehr des seit 1987 am Universitätsklinikum “Benjamin Franklin“ der damaligen Freien Universität Berlin, heute Campus Benjamin Franklin der Charité – Universitätsmedizin Berlin, stationierten Rettungshubschraubers (RTH) “Christoph 31“ verzögert sich – vorerst auf unbestimmte Zeit. Dies teilte vor wenigen Tagen die Pressestelle der Charité auf Anfrage von rth.info mit.

Der RTH “Christoph 31“ wird oft innenstadtnah als schneller Notarztzubringer eingesetzt (Archivaufnahme aus dem Sommer 2009)

Der RTH “Christoph 31“ wird oft innenstadtnah als schneller Notarztzubringer eingesetzt (Archivaufnahme aus dem Sommer 2009)

Foto: Jörn Fries

Bereits im November 2015 berichtete rth.info über die Planungen, das Luftrettungszentrum “Christoph 31“ am Steglitzer Uniklinikum auszubauen. Die Kosten für den Um- und Ausbau wurden damals auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt, sie lagen allerdings im Vorjahr (Stand: Juni 2018) schon bei 3,37 Millionen Euro. Am Campus Benjamin Franklin der Charité – Universitätsmedizin Berlin entsteht seit 2018 der neue Start- und Landeplatz für “Christoph 31“. Der bisherige muss komplett neu errichtet werden, da er nicht mehr den veränderten EU-Vorschriften entspricht. Der künftige, dann größere Start- und Landeplatz verfügt über veränderte An- und Abflugflächen und wird direkt am Teltowkanal gebaut, heißt es seitens der Pressestelle.

Bald werden am Steglitzer Universitätsklinikum mehrere Hubschrauber gleichzeitig landen können (Archivaufnahme aus dem Sommer 2009)

Bald werden am Steglitzer Universitätsklinikum mehrere Hubschrauber gleichzeitig landen können (Archivaufnahme aus dem Sommer 2009)

Foto: Jörn Fries

Der verwaiste Hangar wird nach Abschluss der Um- und Ausbauarbeiten nicht wiederzuerkennen sein (Archivaufnahme aus dem Sommer 2009)

Der verwaiste Hangar wird nach Abschluss der Um- und Ausbauarbeiten nicht wiederzuerkennen sein (Archivaufnahme aus dem Sommer 2009)

Foto: Jörn Fries

Der RTH selbst zog am 21. Juni 2018 an seinen Interimsstandort am Flughafen Berlin-Schönefeld. Dem Hubschrauber und der Crew stehen dort ein Zelthangar sowie eine Station mit Arbeits- und Ruheräumen zur Verfügung. Geplant war damals eine 15 Monate dauernde Übergangsphase.

Die Pressestelle der Charité teilte allerdings ergänzend mit:

Mit dem Neubau des Hubschrauberlandeplatzes sind auch umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen der Berliner Wasserbetriebe sowie der geplante Austausch einer bezirksversorgenden Strom-Hauptleitung an der Paul-Schwarz-Promenade verbunden. Die insgesamt komplexere Aufgabe bedingt voraussichtlich eine längere Verweildauer des Hubschraubers ‘Christoph 31‘ am Interim-Standort Schönefeld – dies ist aktuell noch in Klärung mit den zuständigen Stellen.

Betont wurde zugleich, dass mit den Umbaumaßnahmen keine Ausweitung der Betriebszeiten des Rettungshubschraubers in die fliegerische Nacht verbunden sei. “Christoph 31“ flog im letzten Jahr im Zwei-Schicht-Modus 3.147 Einsätze – und dies im reinen Tagbetrieb (d. h. frühestens 7:00 Uhr morgens bis Sonnennuntergang). Gegenüber den Vorjahren (2017: 3.331; 2016: 3.511, 2015: 3.838 und 2014: 3.714) bedeutet dies eine Verringerung um rund 200 bis 700 Einsätze. Dies ist sicherlich seiner Dislozierung nach Südosten geschuldet.

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Autor(en)
Jörn Fries

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Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

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