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Die DRF Luftrettung probt den Ernstfall – Notfallrettung bei Terror- und Amokeinsätzen

07.06.2018

Burbach (NRW) ::  Um auch für außergewöhnlich herausfordernde Situationen wie Terrorlagen gerüstet zu sein, trainiert die DRF Luftrettung gezielt solche Einsätze. Ende Mai fand am Siegerland-Flughafen ein Zertifizierungstraining für TCCC/TECC-Instruktoren statt. Veranstaltet wurde es vom Deutschen Berufsverband Rettungsdienst e.V. mit Unterstützung der DRF Luftrettung, die mit einem Helikopter vor Ort im Einsatz war. Die 26 Teilnehmer kamen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich sowie aus den unterschiedlichen Berufsgruppen, die auch im Ernstfall zusammen arbeiten müssen: Feuerwehr, Polizei, Militär, Luftrettung. „Es ist wichtig, dass wir auch im Bereich der Luftrettung solche Einsätze trainieren, die immer wahrscheinlicher werden“, erklärt Christoph Lind, zuständig für die medizinische Aus- und Weiterbildung bei der DRF Luftrettung. „Was ich trainiert habe, kann ich auch im Ernstfall abrufen und auch für meinen normalen Berufsalltag lerne ich, in Stresssituationen richtig zu handeln“, fasst Lind zusammen. Er ist nicht nur Instruktor, sondern selbst HEMS-TC (Helicopter Emergency Medical Service – Technical Crew) und fliegt regelmäßig Einsätze mit.

Bereits heute schon hat die DRF Luftrettung alle ihre HEMS-TCs für den Einsatz bei Terror- und Amoklagen logistisch und medizinisch intern trainiert. Diese Expertise will die Akademie der DRF Luftrettung weitergeben und plant dazu Trainings für die Notfallrettung bei Terror- und Amoklagen auch für externe Teilnehmer anzubieten.

Ende Mai fand am Siegerland-Flughafen ein Zertifizierungstraining für TCCC/TECC-Instruktoren statt

Ende Mai fand am Siegerland-Flughafen ein Zertifizierungstraining für TCCC/TECC-Instruktoren statt

Foto: DRF Luftrettung

Geübt wurde das standardisierte Vorgehen bei besonderen Lagen

Geübt wurde das standardisierte Vorgehen bei besonderen Lagen

Foto: DRF Luftrettung

Hierbei zählt vor allem schnelles, sicheres Handeln

Hierbei zählt vor allem schnelles, sicheres Handeln

Foto: DRF Luftrettung

Die Besonderheit von Notfallrettung bei Terrorlagen besteht in der erhöhten Gefahrensituation verbunden mit einem Massenanfall von Verletzen (MANV), die es zügig zu versorgen gilt ohne sich als Helfer selbst zu gefährden. Trainiert wird daher neben der Aufmerksamkeit und dem Improvisationsvermögen eine strukturierte Kommunikation. Es ist entscheidend zu wissen, zu wem kommuniziere ich, wer koordiniert das unmittelbare Einsatzgeschehen, z.B. Polizei oder Militär? Wie kommuniziere ich? Oft ist es am Einsatzgeschehen sehr laut, so dass nur über taktische Zeichen kommuniziert werden kann. Darüber hinaus wird eine gezielte 4-Punkte-Übergabe trainiert.

„Werden all die Punkte des Trainings beachtet, ist eine Patientenübergabe inklusive Start des Helikopters innerhalb von zwei Minuten möglich. Dies hat die Übung gezeigt. Es zählt jede Sekunde, denn häufig haben wir es bei solchen Einsätzen mit einer Vielzahl von blutenden und mehrfachverletzten Patienten zu tun“, fasst Lind zusammen.

Autor(en)
Originaltext Pressemitteilung der DRF Luftrettung
Quelle(n):
Pressemitteilung “Die DRF Luftrettung probt den Ernstfall“ der DRF Luftrettung vom 07.06.2018

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Über rth.info und unser Themenspektrum

Wir vom Nachrichtenmagazin rth.info berichten ehrenamtlich über Rettungshubschrauber, also notfallmedizinisch ausgerüstete und besetzte Helikopter, die im Rettungsdienst eingesetzt werden. Hubschrauber sind wertvoll als Rettungsmittel, da sie schnell, wendig und unabhängig vom Straßennetz sind. Ebenso dienen sie zum eiligen Transfer von Intensivpatienten zwischen Kliniken.

Für die Luftrettung besteht ein dichtes Standortnetz – sowohl von Rettungshubschraubern, als auch von Intensivtransport-Hubschraubern für den Interhospitaltransfer (siehe unsere Standortkarte). Die Standorte werden von staatlichen und nichtstaatlichen Betreibern unterhalten. Die ADAC Luftrettung stellt die meisten zivilen Rettungshubschrauber in Deutschland. Die DRF Luftrettung betreibt auch besonders viele Luftrettungszentren in Deutschland. Ihr Vorgänger war die Deutsche Rettungsflugwacht e.V. – bis zum Wechsel von Name und Rechtsform (2008). Weitere wichtige Betreiber, darunter das Bundesministerium des Innern mit seinen Zivilschutzhubschraubern, stellen wir hier vor.

Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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