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“Flying Dentists“ gibt es schon – nicht aber das aktuelle Projekt von JUH und KZVWL

02.04.2018

Münster/Marl (NRW) ::  Wir hoffen sehr, dass unserer Leserschaft unser diesjähriger Aprilscherz gefallen hat. Das von uns propagierte Pilotprojekt “Flying Dentist“ von JUH und KZVWL gibt es natürlich nicht. Es gab demnach Ende März auch keine Pressevorstellung und in Nieheim gibt es natürlich auch keinen Verkehrslandeplatz. Die beiden Aufnahmen entstanden anlässlich des Tages der Johanniter am 23. September 2017 im Koblenzer Stadtteil Ehrenbreitstein bzw. auf dem Flugplatz Koblenz/Winningen (EDRK).

“Flying Dentists“ gibt es allerdings schon. Und diese haben sogar einen unmittelbaren Bezug zum Flugplatz Marl-Loemühle (EDLM). Dort steht seit einigen Jahren ein Gedenkstein, der dem “Fliegenden Zahnarzt“ Anton (“Toni“) Hermann Benning gewidmet ist. Der “Motorkunstflieger“ wurde vor hundert Jahren, am 15. Mai 1918, in Hakenberg (Amt Lichtenau/Westfalen) geboren und starb am 29. September 2013 im Alter von 95 Jahren in Recklinghausen. Als Zwanzigjähriger trat er 1938 in die Luftwaffe ein. Im Zweiten Weltkrieg war Benning zunächst Transport-, dann Jagdflieger. Nach dem Krieg ließ er sich als Zahnarzt in Marl nieder. 1957 war Benning Mitbegründer des Flugplatzes Marl-Loemühle und langjähriger Vorsitzender sowie Ehrenvorsitzender des Motorfliegerclubs Vest e. V. (MFC). Auf dem Verkehrslandeplatz Marl-Loemühle ist seit dem 1. April 2016 der Intensivransporthubschrauber “Akkon Bochum 89-1“ stationiert.

Gewidmet dem “Fliegenden Zahnarzt“ und “Motorkunstflieger“ Anton (“Toni“) Hermann Benning: der Gedenkstein befindet sich am Flughafen Marl-Loemühle

Gewidmet dem “Fliegenden Zahnarzt“ und “Motorkunstflieger“ Anton (“Toni“) Hermann Benning: der Gedenkstein befindet sich am Flughafen Marl-Loemühle

Foto: Jörn Fries

Nicht nur in den USA gibt es Vereine, die in ihrem Namen die Bezeichnung “Flying Dentist“ tragen. Beispiel Schweiz: Im Januar 2014 haben der Verein zur Förderung der Alters- und Behindertenzahnmedizin altaDent und die Klinik für Alters- und Behindertenzahnmedizin der Universität Zürich das Projekt des “Flying Dentist“ (wieder-)eingeführt, mit dem mobilitätseingeschränkte Menschen zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung zahnärztlich behandelt werden können. Allerdings kommen die Zahnärzte nicht mit dem Helikopter, sondern mit dem Auto.

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Autor(en)
Jörn Fries

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Hubschrauber ergänzen den Rettungsdienst am Boden in medizinischen Notlagen. Sie sollen nicht den Bodenrettungsdienst ersetzen, da Rettungshubschrauber nicht allwetterfähig sind. Luftretter unterscheiden mehrere Einsatzarten. Die wichtigsten sind primäre Notfalleinsätze an einem Einsatzort und sekundäre Patiententransporte von einer Klinik zur anderen. In der Luftrettung kommt komplexe notfallmedizinische Technik zum Einsatz, die u.a. Anaesthesie, Chirurgie, Innere Medizin und Pädiatrie abdeckt.

"Helicopter Emergency Medical Services", kurz HEMS, ist die englische Bezeichnung für Luftrettungsdienst. Der Assistent des Notarztes wird daher als HEMS TC bzw. HEMS Crew Member bezeichnet. Zahlreiche Piloten verdienen in der Luftrettung ihren Lebensunterhalt – für viele Fans ein Traumberuf. Die Betreiber setzen viele Flugstunden und Erfahrung voraus.

Der aktuell bedeutsamste europäische Hubschrauberhersteller ist Airbus Helicopters mit seinen Baumustern H135, H145, und weiteren. Der US-amerikanische Hubschrauberhersteller Bell hat mit den Baumustern Bell 212, Bell 222, Bell 412, die Luftrettung mit geprägt, aber seit ca. 2010 Marktanteile an Airbus Helicopters verloren. Beschreibungen weiterer Hubschrauber-Hersteller finden Sie in unseren Typentexten.

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